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Alltags/Familientest Mitsubishi L200 Pickup

Ein Pickup als Familienauto?

Mitsubishi L200 Pickup

Papa träumt The Unknown Stuntmen

Allein für die Blicke, von Frau Auto Blogger mitsamt den Schwiegereltern, hat sich dieser Test des Mitsubishi L200 Pickup gelohnt. Steht er doch groß und protzend vor dem Haus und lässt jede Alltagstauglichkeit augenscheinlich vermissen.

Aber ist der neue Mitsubishi Pickup wirklich nur ein Arbeitsgerät für Waldarbeiter und Handwerker? Dies zu klären ist ein Teil des folgenden Tests.

Dauerbrenner Mitsubishi L200 Pickup

Der L200 ist ein wirklicher Dauerbrenner, stellt doch Mitsubishi bereits die 5. Generation des Pickups auf die Räder. Äußerlich deutlich moderner und stylischer als alle seine Vorgänger, hat der neue L200 auch unter dem Blechkleid einiges zu bieten.
Apropos Blechkleid. Mitsubishi hat zwei Karosserievarianten des L200 im Angebot.
Einmal den L200 Club Cab, welcher ein 2 + 2 Sitziger Vertreter seiner Gattung ist. Hierbei sind die beiden hinteren Sitze eher als Notsitze oder Platz für den Hund zu verstehen.  Ein Hingucker ist hier das Konzept der Türen, öffnen und schließen diese doch gegenläufig zueinander. Als Club Cab bietet der L200 eine 1,85 lange Ladefläche, welche 33 cm länger ist als beim von uns getesteten Doppelkabiner.

Mitsubishi L200 Pickup

Dieser hat vier Türen und bietet bis zu 5 Passagieren Sitzplätze an. Schön hier zu sehen, das Mitsubishi auch an die kleinen Piloten gedacht hat und den beiden äußeren Rücksitzen ISOfix (plus Top Tether) Halterungen mitgegeben hat. Generell hat sich Mitsubishi weitere Anleihen aus dem Regal der Sicherheitsfeatures geschnappt und in den L200 verbaut. Als Ergebnis davon trägt der L200 vier Sterne aus dem Euro NCAP Chrashtest nach Hause. Eine Spitzenleistung für einen Pickup.
Nun aber zum eigentlichen Test des sympathischen Pickups.

Exterieur

Mitsubishi L200 Pickup

Bei der ersten Betrachtung des L200 wandert der Blick, wie von einem Magneten angezogen, als erstes zur Front des Wagens. Hier sind die kantigen und kargen Linien des Vorgängers verschwunden und ein harmonischer, Chromblitzender Kühlergrill blinzelt in die stumpfe Dezembersonne. Leichte Rundungen umfließen die Bi-Xenon Scheinwerfer und gehen weiter geschwungen, in die Seitenteile über. Hier zeigen sich zwei prägnante und dominierende Seitenlinien die zur B-Säule auslaufen btw. dort einen neuen Start finden. Die sanft geschwungene Dachlinie findet ein abruptes Ende hinter der Doppelkabine und stößt optisch an den mächtigen Edelstahlbügel der die Ladefläche beginnen lässt.

Mitsubishi L200 Pickup

Der uns zur Verfügung stehende L200 hatte als Extras diesen Bügel sowie eine in Wagenfarbe lackierte Abdeckung der Ladefläche mit an Bord. So ist auf die Schnelle die Ladefläche erst einmal abgeschottet. Alternativ kann sich eine bis auf Dachhöhe aufbauende Laderaumkabine geordert werden, die dadurch allerdings den kernigen Auftritt des L200 zunichte macht.

Mitsubishi L200 Pickup

Optisch klasse und auch als Plus an Sicherheit zu verstehen sind die bis in die Seitenteile gezogenen Rückleuchten.
Alles in allem sieht der L200 aus wie ein moderner aber kerniger Pickup und lässt Papa insgeheim den TV-Jingle von Colt Seavers brummeln. :D

Interieur

Beim Entern des L200 und Platz nehmen fällt sofort auf, dass dieser aus dem gleichen Stall wie der Vorzeige PHEV SUV Mitsubishi Outlander stammt. Gott sei gedankt, führt der L200 die grätigen Lösungen des Mitsubishi Pajero Cockpits nicht mit sich, sondern bietet dem Fahrer gut  einzusehende und modern wirkende Kontrollinstrumente an. Auch das Infotainment & Multimediadisplay liefert gute Ergebnisse wobei besonders die Navigation durch zackige Berechnungen auf sich aufmerksam macht.

Mitsubishi L200 Pickup

Daneben bietet der L200 im Grunde alles was man so braucht um sich im Auto beschallen zu lassen. Hier erfolgt der Connect natürlich über Bluetooth, wobei eine gut funktionierende Sprachsteuerung die wesentliche Bedienung vornehmen möchte.  Allerdings hat dieses System so seine spezielleren Eigenarten wenn es an die Bedienung geht, und zum Ende des Tests haben wir Anrufe lieber vom Smartphone ans Fahrzeug übergeben als sich durch unzählige Sprachkommandos zu hangeln.
Auch beim Navigationssystem hat sich erst drei Tage vor der Abgabe des Wagens gezeigt, wie die geplante Route endlich gestartet werden kann. Okay, ein Blick in das üppige Handbuch hätte vorher Klarheit verschafft ;-)

Alles in allem macht es Spaß den L200 in der Top Ausstattung zu fahren. Ja, diese Ausstattung heißt wirklich so und bietet neben den erwähnten Systemen noch ein Paket von sieben Airbags, einen Spurhalteassistenten, eine Bergabfahrhilfe sowie eine Anhängerstabilisierung. Daneben glänzt die Keyless-Entry  Funktion wenn beide Arme mit Kindern und Taschen belegt sind.
Sollten die Gemüter der kleinen Passagiere dann doch einmal überhitzen kann die Temperatur dank der Zweizonen-Klimaautomatik wie gewünscht eingestellt werden. Alles in allem ist der L200 für einen Pickup recht umfassend ausgestattet und bietet mehr als erwartet.

Wie es sich mit den Ausstattungsstufen verhält könnt ihr der folgenden Liste entnehmen:

L200 (Basis)

  • 2 Airbags (Club Cab) bzw. 7 Airbags (Doppelkabine)
  • Berganfahrhilfe
  • Flankenschutzrohre seitlich (Doppelkabine)
  • Gespannstabilisierung
  • Hinterachsdifferenzial sperrbar (100 %)
  • Klimaanlage
  • Multi-Informationsdisplay
  • Tempoautomatik inkl. Geschwindigkeitsbegrenzer (Doppelkabine)

Plus

  • 17″ Leichtmetallfelgen
  • 7 Airbags
  • Außenspiegel elektrisch einstell-, beheiz- und anklappbar
  • Bluetooth®-Schnittstelle mit Freisprecheinrichtung
  • Chrom-Paket
  • Flankenschutzrohre seitlich (Doppelkabine) / Trittbretter seitlich (Club Cab)
  • Interieurapplikationen in Klavierlack-Optik
  • Klimaautomatik
  • Kotflügelverbreiterung
  • Lenkrad und Schaltknauf in Leder (Leder in Kombination mit hochwertiger Ledernachbildung)
  • Multifunktionslenkrad
  • Radio-CD-/MP3-Kombination mit 6.1″ Touchscreen
  • Rückfahrkamera mit Hilfslinien
  • Spurhalteassistent (Doppelkabine)
  • Tempoautomatik inkl. Geschwindigkeitsbegrenzer

Top

  • Bi-Xenon-Scheinwerfer
  • Digitalradio (DAB)
  • Fahrersitz elektrisch einstellbar
  • Klimaautomatik (2 Zonen), Fahrer- und Beifahrerseite getrennt regelbar
  • LED-Tagfahrlicht, integriert in den Hauptscheinwerfer
  • Lederausstattung schwarz (Leder in Kombination mit hochwertiger Ledernachbildung)
  • Lenkradschaltwippen (Automatik)
  • Mitsubishi Multi Communication System
  • Sitzheizung vorn
  • Smart-Key-System mit Start-Stopp-Knopf

Leider lässt sich das Lob nicht bei der Sitzanlage weiterführen. Diese ist zwar in der Top-Ausstattung mit Leder bezogen, jedoch fehlt es gerade den vorderen Sitzen an der notwendigen Unterstützung für Bandscheibe & Co.

Gerade bei längeren Fahrten frisst sich der Rücken regelrecht in die Sitzlehne hinein und wird dabei immer runder. Das Ergebnis heißt Aua-Rücken und der Wunsch nach einer Lordosen-Unterstützung wird laut.

Im Fond (heisst dies bei einem Pickup auch so?) dagegen eitel Sonnenschein. Passagiere bis zu 1,85m können sich perfekt hinsetzen und müssen auch nicht den Kopf einziehen. Einzig in der Mitte der 3er-Sitzbank wird es nach oben hin etwas enger.

Kein Driftmonster aber er kann es

Dank des überarbeiteten 2,4 Liter Dieselmotors fehlte es dem Testwagen in Sachen Leistung an nichts. Okay, mehr ist immer gerne gesehen aber mit den 181 PS marschiert der L200 schon ganz gut nach vorne und lässt auf Regennasser Fahrbahn, wenn es denn darauf angelegt wird, den einen oder anderen Drift zu.
Alles in allem ist der L200 aber ein absolut entspannter Geselle und macht dank der 5-Gang Automatik sowohl in der Stadt als auch auf der Autobahn alles richtig. Wird der Pickup nicht gerade in 11,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h (181 PS Motor mit Automatik) gescheucht hält sich auch der Verbrauch in Grenzen und pendelt sich zwischen 8,7 und 9,2 Liter auf 100 km ein.

Der ebenfalls erhältliche 154 PS Motor geht etwas behäbiger an den 100 km/h Sprint und schließt diesen nach 12,2 Sekunden ab. Wer es besonders fix haben möchte wählt den 181 PS Handschalter (6-Gang), dieser wäre mit 10,4 Sekunden auf Tempo 100.

Cruisender Geländespezialist

Neben der entspannten Fahrt auf Landstraßen und Autobahnen überzeugt der L200 aber auch mit seinen Geländefähigkeiten. Hier kommen die Komponenten eines robusten Fahrzeugs, viel Federweg und ein passendes Ensemble von Geländegängen und Sperren zusammen.

Steckt der L200 irgendwo im Matsch fest, Ruhe bewahren – mittels dem praktischen Drehschalter den kleinsten Geländegang nebst Sperren wählen – und schon geht es weiter. Dabei profitiert der L200 natürlich von seinem großvolumigen Motor, der schon bei kleinster Drehzahl ordentlich Kraft anbietet.

Mitsubishi L200 Pickup

Beim getesteten L200 mit dem 181 PS Motor verrichtet dazu der „Super Select 4WD II“ genannte Antrieb seine Arbeit angenehm unauffällig wobei es Mitsubishi schafft, sogar auf den zweiten Wählhebel der Geländegänge zu verzichten. Beim zuletzt getesteten Mitsubishi Pajero stand dieser noch, wie ein Fremdkörper wirkend, neben dem Wählhebel des Automatikgetriebes aus dem Getriebetunnel heraus.

Im Gelände selber sind die Unterschiede der beiden Achsen gut zu spüren. Vorne werkelt eine McPherson Achse mit Einzelradaufhängung, während unter der Ladefläche zwei Blattfedern ihren Dienst verrichten. Letzteres Konzept macht natürlich Sinn, da der L200 ja auch Lasten bis knapp an eine Tonne tragen soll. Passend dazu schleppt der L200 dann noch gebremste Anhänger bis zu einem Gewicht von 3,1 Tonnen weg.

Gerne hätten wir den L200 noch etwas extensiver im Gelände getestet, allerdings waren die Bodenverhältnisse derart aufgeweicht das wir unnötige Schänden an Wald und Flora produziert hätten – schade.

Aber der L200 macht nicht nur in der Natur einen guten Eindruck. Auch in der Stadt lässt sich der Wagen, trotz seiner Größe gut bewegen und als Fahrer profitiert man hier ganz klar von der erhöhten Sitzposition. Nach hinten ist der Pickup natürlich schlecht einzuschätzen, dies bügelt aber die Rückfahrtkamera wieder aus. Und wenn es mal irgendwo mit regulären Parkplätzen schlecht aussieht, lässt die hochbeinige Auslegung des L200 Platz für kreative Parkmöglichkeiten ;-)

Erstaunlich für ein Fahrzeug seiner Größe ist der Wendekreis, welchen Mitsubishi mit 11,8 m angibt und damit den Bestwert im Segment einstreicht. Schade allerdings, das hier die Lenkung nicht progressiver ausgefallen ist, denn der Fahrer muß ordentlich kurbeln wenn der L200 rangieren soll.

Fazit, ob der L200 Doppel Kabine als Familienauto taugt

Hier gibt es wie so oft im Leben zwei Meinungen.

Frauchen spricht dem L200 Pickup die Tauglichkeit als Familienauto komplett ab. Ihr Hauptargument ist dabei die räumliche Trennung von Fahrgastzelle zum Kofferraum. Letzterer erwies sich leider nicht als 100% Wasserdicht und so beklagten wir einmal einen feuchten Kinderwagen nebst den darin abgelegten Jacken. Selbst wenn es nicht Nass ist bekommen die dort untergebrachten Baby- und Kinderutensilien die volle Umgebungskälte ab und sind daher von Kindgerecht leider weit entfernt.

Mitsubishi L200 Pickup

Der Papa, immer noch „The Unknown Stuntmen“ summend, sieht das ganze nicht so dramatisch und appelliert an das Wachstum der Kinder. Sind diese größer und es wird kein Kinderwagen mehr benötigt ist der L200 ein tolles Freizeitauto. Logisch, mit der offenen Ladefläche wird es schwierig, Einkäufe und weiteres gut unterzubringen aber sperriges Freizeitgerät lässt sich dafür gut transportieren.

Mitsubishi L200 Pickup

Ehrlicherweise aber muss der Papa eingestehen das, so schön der L200 Pickup auch ist, er nur mit Mühen und einigen Kompromissen als Familienauto herhalten kann.

Andere Blogger und der Mitsubishi L200

Bloggen bedeutet Netzwerken und so verweisen wir hier gerne auf die Blogs anderer Blogger die sich ebenfalls mit dem L200 Pickup beschäftigt haben.

Autogefühl

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  1. Der Mitsubishi L200 - Wer sagt eigentlich, nur Männer dürfen Pick-ups fahren? | Der-Autotester.de
  2. Neuer Mitsubishi L200 Pickup Testbericht | Autogefühl

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