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Audi driving Experience – Ice Action pur im Grenzbereich

Audis im Grenzbereich

Audi driving experience

Schon länger in der Planung war es gestern endlich soweit. Es ging für mich, und mehrere Bloggerkollegen, bei der Audi driving experience in Seefeld/Tirol zur Sache. In einem früheren Artikel hatte ich bereits etwas über das Programm der Fahrertrainings geschrieben.

Audi driving experience

Audi driving experience

Nach dem Anreisetag ging es pünktlich um 8:30 Uhr los und als erstes galt es in der Tiefgarage des Interalpen Hotels in Tirol die Übungsgeräte zu besetzen. Die Wahl bestand aus knallroten Audi S4 Avant oder tiefschwarzen A8 Limousinen. Mit meinem singenden bloggenden, Unnaer, Nachbarn Milos Willing entschieden wir uns schnell für einen S4 während doch viele Kollegen versuchten einen Platz in einem der A8 zu ergattern.

Im Formationsflug, angeführt von einem giftigen und mit 256 PS gut bestückten Audi A1 quattro, ging es dann zum Übungsgelände. In einer Talsohle hatte das Team der Audi driving experience eine ca. 800 m lange und zum Teil ca. 200 m breite Eisfläche vorbereitet. Der kontinuierliche Nieselregen der mangels tiefer Temperaturen nicht als Schnee vom Himmel fiel, machte die Eisbahn Paarlauffähig. Es war schweineglatt!! Aber in einem Auto sitzend kann man ja nicht umfallen ;-) Dafür sahen die Fahrerwechsel extrem lustig aus, weil jeder mit einer Hand am Fahrzeug vorsichtig um Front oder Heck seines Übungsgerätes schlich.

Audi driving experience

Die erfahrenen Audi Instruktoren hatten uns am Vorabend schon theoretisch in Sachen Fahrphysik, der Kammsche Kreis (eher ein Oval) liess grüßen, und der daraus abzuleitenden Übungen vorbereitet und es konnte schnell gestartet werden. Quasi als Warm up ging es in unserer ersten Übung im S4, mit abgeschaltetem ESC (Elektronische Stabilitätskontrolle), darum ein Feeling für einen auf Eis ausbrechenden Wagen zu bekommen. Bei ca. Tempo 20 km/h wurde dazu das Lenkrad 90° eingeschlagen um direkt danach mittels eines kurzen Gasstoßes das Heck ausbrechen zu lassen. Krass! Unglaublich wie selbst bei dem geringen Tempo der Wagen quer beschleunigt wurde und wegflog. Nach einigen Versuchen stellt sich ein schöner Lerneffekt ein und es gelang mit zackigen Gegenlenkmanövern den Wagen frühzeitig abzufangen und wieder in die gewünschte Fahrtrichtung zu manövrieren.
Als Gegencheck das ganze dann noch einmal mit ESC gefahren, um so sehen zu können welches Plus an Sicherheit dieser Fahrassistent liefern kann.

Audi driving experience

Für die nächste Übung kamen dann die Audi A8 quattro zum Einsatz. Übungsziel war hier eine kontrollierte Kreisfahrt im Drift wobei der Wagen auf die Kreismitte ausgerichtet bleiben sollte. Stellt euch einen Lolly vor, ihr fahrt auf der rechten Seite des Stiel auf den Kreis zu. Kurz vorher wird nach rechts eingelenkt, der Wagen lenkt ein und nach einer schrecklich langen Gedenksekunde feuert ihr nun per Gasstoß das Heck nach rechts außen. Über die Vorderräder wird nun der Vorderwagen soweit „vorgefahren“ damit es durch das ausbrechende Heck nicht zum unkontrollierten Übersteuern kommt. Nach einem kontrollierten Drift über 180° der Kreisbahn galt es dann den Vorderwagen so in die Tangente des Kreises auszurichten das wir quasi parallel zu unserem Lolly Stiel den Kreis verlassen können! Wohlgemerkt alles ohne ESC!!

Audi driving experience

 

Alter Schwede – das war ein verflucht komplexe Übung. Irgendwo zwischen nach rechts einlenken und Gasstoß existieren einige dominante Synapsen die einen Tritt auf die Bremse auslösen – puh! Schwierig diesen Instinkt auszutricksen. Ist dies aber gelungen gibt es als Belohnung herrliche Drifts in klangvoller V8 Atmosphäre – sehr geil :-)
Leider verging die Zeit viel zu schnell und jeder hätte gerne noch länger die Übungen trainiert.
Kleine Anmerkung: Einer der Teilnehmer war übrigens der im Audi Team Abt fahrende DTM Pilot Edoardo Mortara. Edo ist seit 2011 Audi Werkspilot und nutze die Gelegenheit seine Skills ein bißchen zu verfeinern. Schön zu sehen das aber auch ein zweifacher DTM-Laufsieger die Gesetze der Physik nicht aushebeln kann. Auch ein so guter Pilot wie er kocht nur mit dem sprichwörtlichen Wasser und fabriziert auch Dreher die nicht geplant sind. Nebenbei bemerkt ist Edo ein super netter Typ und als 50:50 Italiener:Franzose mit Wohnsitz in Genf immer zu einem Späßchen bereit.

Audi driving experience

Die nächste Übung für die der mächtige A8 herhalten musste war die klassische Ausweichübung, Fußgänger tritt plötzlich und unvermittelt auf die Fahrbahn und es muss gleichzeitig gebremst und ausgewichen werden. Hierbei galt es den Boliden auf lasergemessene 50 – 65 km/h zu beschleunigen um dann auf Zuruf ein Hindernis mit dem Fuss auf der Bremse zu umfahren. Fuss auf der Bremse heisst hier Vollanschlag – alles was geht bis das Bein zittert. Dabei wurde auch die Reaktionszeit elektronisch festgehalten. Reaktionszeit haben wir alle mal in der Fahrschule was zu gehört. Dies ist die Zeit zwischen dem erkennen des Hindernisses und dem betätigen der Bremse. Seid ihr mit 60 km/h unterwegs und entwickelt eine Reaktionszeit von 0,6 sec habt ihr währenddessen mal eben 10 m zurückgelegt. Erst dann beginnt der Bremsweg. Bei Tempo 50 wären es fast zwei Meter weniger. Einfach mal klingen lassen und drüber nachdenken ;-)

Okay, hier wurde mit ABS gefahren was die ganze Sache etwas entschärfte aber wer zu spät bremste, war länger schnell, und räumte meistens das Hindernis mal eben ab.
Nach dem deftigen Tiroler Essen der Mittagspause ging es interessant weiter. Gitterslalom!
Dafür werden in unregelmäßigen Abständen kleine Reihen von drei Pylonen aufgebaut. Diese stehen im Abstand von ca. 1 m neben einander – die Reihen jeweils quer zur Fahrtrichtung. Mit geradeaus fahren und sich irgendwie durchmogeln ist hier nichts zu holen gewesen. Angemessenes Tempo, früh einlenken, Vollgas, das ausbrechende Heck schnell wieder in die geradeaus Richtung bringen und das ganze in die andere Richtung wiederholen. Hektik bringt nix, zu hohes Tempo auch nicht. Mit dem richtigen Rhythmus liess es sich dann der S4 wunderbar durch die Gitter wedeln.

Hier zeigten sich dann die Skills des Profirennfahrers, keiner wedelte so elegant und optisch doch schnell durch die Pylonen wie Mortara. Versuchten wir Amateure ihm gleichzutun flogen die Streckenhütchen bis in die 3. Etage des umschließenden Lärchenwaldes. Die Belohnung war jeweils ein gut gemeinter Anschiss der Instruktoren die per Funk mit den Wagen verbunden waren und auch mit konstruktivem Feedback nicht geizten. Leider verging auch diese Zeit viel zu schnell, wären die Teilnehmer befragt worden hätte jeder bis in die tiefe Nacht gerne weiter trainiert.

Audi driving experience

Doch nun wurde es ernst. Die Instruktoren bauten einen komplexen Parcours auf. Dieser beinhaltete alles was in den Übungssektionen auf dem Trainingsplan gestanden hatte. Beginnend mit einer leicht versetzten Slalomstrecke ging es in eine weite 180° Rechtskurve die zum Ende enger wurde. Hier den Wagen auf die Gegenrichtung pendeln lassen um nach einem weiteren Tor in eine enge 90° Linkskurve hineinzubremsen, den Wagen ohne Drift umzusetzen. Jetzt wieder volles Rohr auf eine weitere, versetzte, 180° Rechtskurve die im Volldrift passiert werden konnte. Ziel das war das exakte stoppen in einer markierten Box.
Die Regeln waren ganz einfach: Die schnellste gefahrene Zeit wäre der Gewinner, wer Pylonen berührte/umfuhr oder nicht in der Box stoppen konnte wäre sofort disqualifiziert!

Audi driving experience

Adrenalin pur!! Interessanterweise waren die Kollegen, darunter auch der DTM Pilot Eldorado Motara, die am schönsten drifteten nicht die schnellsten. Hätten sie allerdings Bonuszeiten für die schönsten V8-Konzerte bekommen wären sie ganz weit vorne gelandet. Der schnellste Kompromiss war eine flüssige Fahrt mit kurzen Querstehern denn die schnellste Verbindung zwischen zwei Punkten ist immer noch eine Gerade!! Die Plätze 1 – 3 wurden jeweils von den Audi A8 belegt. Nicht verwunderlich, sind die langen Dinger doch schon im Ziel wenn ein „kurzer S4“ noch für den Zielsprint hochschaltet ;-)

Audi driving experience

Als Sieger wurde der Niederländische Autoblogger Des Sellmeijer gekürt, der die Fahrt im Audi A8 ohne angehängten Wohncaravan sichtlich genossen hatte. Die Plätze 2 und 3 gingen an Don Dahlmann, bezeichnenderweise Betreiber des Racingblog, und Thomas Majcharzak vom Blog Autogefühl.

Ihr meint hier fehlt etwas? Seinen Promibonus einsetzend bekam der Racingprofi „Edo“ Mortara einen zweiten Versuch. Irgendwer hatte ihm wohl eine Pylone vor seinen A8 geschubst ;-)
Aufgrund eines Embargos der Audi Verantwortlichen darf ich seine Zeit hier allerdings nicht veröffentlichen,liegt sie doch zahlreiche Wimpernschläge über der Rundenzeit des Autor und im höheren Mittelfeld ;-)

Jetzt wieder ernster möchte ich mein persönliches Rèsumé ziehen. Ich bin, passend zum Thema des Blog, immer sehr viel Auto gefahren. Über die Jahre haben sich einige Bequemlichkeiten eingeschlichen. Sei es eine Sitzposition die den bestmöglichen Druck auf das Bremspedal nicht zulässt oder die lässige Fahrweise mit meistens nur einer Hand am Lenkrad. Über das sportliche Tempo außerorts müssen wir nicht reden.
Das eintägige Training mit den Audi Instruktoren hat mich jetzt nicht umerzogen aber auf viele kleine Details hingewiesen die Verbesserungspotential besitzen. Fahrassistenten, kann und werde ich weiterhin ab und an abschalten allerdings werde ich mich diesen nicht konsequent verwehren. Die Dinger machen Sinn und erhöhen die passive Sicherheit ungemein!

Ich kann jedem der mich fragt die Teilnahme an einem qualifizierten Fahrertraining nur empfehlen. Leider ist das Autofahren für jeden so selbstverständlich das auch ganz schnell ein gehöriges Maß Selbstüberschätzung mit in den Wagen einsteigt. Die Folgen sind dann leider sehr oft in den Unfallmeldungen zu sehen. Denkt einmal drüber nach!

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Disclaimer

Audi hat mich eingeladen an dem Fahrertraining teilzunehmen und sowohl die Kosten der An- und Abreise, der Unterbringung und des Trainings übernommen. Audi hat in keinsterweise versucht mich zu beeinflussen oder Einfluss auf diesen Text zu erzielen!

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Über Oli 708 Artikel
Auto verstrahlt seit Kindesbeinen!  Zahlreiche Besuche der Nordschleife mit Eltern, Verwandten und Freunden zu Tourenwagenrennen anno späte sechziger/frühe siebziger Jahre sorgten dafür der Virus Automobil & Motorsport tief in mir verwurzelt wurde und es gab seit Kindesalter nicht einen Sportwagen, dem ich nicht neugierig hinterher schaute. Ich hab Bock auf Autos und teste und bewerte Autos nach meinen eigenen Kriterien. Gerade, raus ohne rumzusäuseln! Dieses ist dann hier im Blog nach zu lesen. Kommentare zu meinen Artikeln sind immer gerne gesehen und wer Fragen hat soll sich einfach per Kontaktformular an mich wenden. Viel Spaß hier wünscht Oli Walther

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