[Audi] Hybriden müssen nicht langweilig sein

Neue Technologien für die Mobilität der Zukunft?

Diesen Weg will Audi mit den Fahrzeugen der tron Baureihe einschlagen. Dahinter verbirgt sich der Spagat, technische Lösungen zu entwickeln die individuelle Mobilität im Gleichgewicht mit Ökonomie, Ökologie und den Ansprüchen der Audi-Kunden ermöglichen. Puuh – hört sich schon einmal nicht schlecht an. Dahinter stecken Technologien, die alternative Antriebstechniken erst ermöglichen. Um das ganze greifbarer zu machen, verbaut der Premium Hersteller aus Ingolstadt viele Hightech-Lösungen in die oben erwähnten e-tron und g-tron Modelle. Na wer weiß, was sich hinter e-tron und g-tron versteckt? Richtig: Fahrzeuge mit Elektro (e-tron) und Gasantrieb (g-tron).
Dabei steht g-tron für Antriebe, die mit dem synthetischen Audi e-gas und Erdgas fahren und Bestwerte in der CO₂-Bilanz erreichen. Hierbei plant Audi in absehbarer Zeit einen A3 Sportback g-tron in Serie fertigen und vertreiben zu können.
Unter e-tron versteht der Hersteller dagegen die konsequente Elektrifizierung des Antriebstrangs.  Hier wird ebenfalls mit einem A3 Sportback e-tron zu rechnen sein, womit Audi als erster Hersteller einen Premium Kompaktwagen in Großserie fertigen wird.

Im Vergleich:  A3 Sportbacks e-tron & g-tron

Audi A3 e-tron

(C) Audi

A3 Sportback e-tron

  • Paralleler Antriebsstrang mit Verbrennungs- und Elektroantrieb
  • 1.4 TFSI Motor mit 150 kw/204 PS (320 Nm) und 8,8 kw/h Elektromotor
  • Reichweite per Elektroantreib ca 50 km
  • Gesamtreichweite 940 km
  • Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 7,6 sec
  • Höchstgeschwindigkeit 222 km/h
  • Geplanter Verkaufsstart Ende 2013
Audi A3 g-tron

(C) Audi

A3 Sportback g-tron

  • Paralleler Antriebsstrang mit Verbrennungs- und Gasantrieb (CNG-Technologie (CNG = Compressed Natural Gas))
  •  Für Gasantrieb optimierter 1.4 TFSI mit 81 kw/110 PS (200 Nm)
  • Reichweite per Gasantrieb ca. 400 km
  • Gesamtreichweite 1.300 km
  • Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 11 sec
  • Höchstgeschwindigkeit 190 km/h
  • Verkaufsstart ist mir nicht bekannt

Technologielabor Rennsport

Rennsport und Audi – da müsste es eigentlich bei jedem klick machen. Neben seinem Engagement in der DTM hat Audi beim 24h-Rennen von LeMans in schöner Regelmäßigkeit der Konkurrenz die Rücklichter gezeigt. Zuletzt im Jahr 2012 gelang ein historischer Doppelsieg mit zwei R18 e-tron quattro. Ich will hier einfach mal die Phrase „Technologieträger“ gebrauchen, denn Audi hat mit – na ratet mal – mit Hybridtechnologisch angetriebenen Rennwagen teilgenommen und gewonnen. Obwohl der V6-TDI mit nur 375 kw/510 PS (850 Nm) daher gekommen ist, konnte durch den Einsatz der Elektroantriebstechnik ein entscheidender Vorteil eingebracht werden. Die Motor-Generator-Einheit an der Vorderachse (MGU) sorgte beim Beschleunigen am Kurvenausgang immer wieder für einen Extra-Schub von 150 kW. Dafür nutzte sie die Energie, die sie beim Anbremsen gewonnen und für kurze Zeit in einem Drehmassenspeicher gespeichert wurde. Waren beide E-Maschinen an der Vorderachse aktiv, ist der LMP1-Prototyp als quattro unterwegs gewesen :-)

Vorsprung durch Technik eben

Und nun zeigte Audi während eines Presse Events in Berlin die daraus erfolgte Ableitung, nämlich den

Audi R8 e-tron

Audi R8 e-tron

(C) Audi

Was ein Hammerteil! Hier ergänzt sich zum Elektroantrieb Leichtbauweise aus dem Motorrennsport. Die beiden Elektroantriebe ermöglichen dem R8 e-tron eine Reichweite von 215 km. Dabei ermöglichen die Antriebe eine Beschleunigung des nur 1.780 kg schweren leichten von 4,2 sec für den 100 km/h Sprint. Bei 200 km/h sagt ein Speedlimitor „Enough is enough“ und regelt ab. Ohne die Abregelung wären 250 km/h bei einer Generatorendrehzahl von 12.500 U/min möglich.

1.780 kg für einen Elektrohybriden ist eine echte Hausnummer. Seine Karosseriestruktur wiegt inklusive der Seitenteile nur 199 Kilogramm, 23 Kilogramm weniger als beim R8 Coupé! Möglich macht dies eine Ultra-leichtbautechnologie namens Multimaterial Space Frame, bei dem große Teile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK) das Aluminiumgerüst ergänzen. 23% der Rohkarosse bestehen hier aus CFK und finden Verwendung in Versteifungen der B-Säule und unter anderem in der Außenhaut. Viele CFK Teile sind als tragende Elemente konstruiert und erhöhen dabei die passive Chrash-Sicherheit um ein vielfaches im Vergleich zur Metallbauweise.

Die selbst entwickelten Litium-Ionen Batterien wurden dabei als Strukturtragende Elemente konzipiert. 40 Verbindungspunkte erhöhen dabei die Steifigkeit des Multimaterial Space Frames und betten sich wie ein großes T in die Fahrzeugkonstruktion ein. Die Aufladung der Batterien kann dabei über 230-V-Wechselstrom zuhause in der Garage erfolgen, leider dauert dies dann arg lange (12 h). Beim Laden mit Gleichstrom sinkt der Zeitbedarf je nach Anschluss-leistung auf weniger als eine Stunde. Eine Smartphone-App informiert dabei über Ladezustände, Temperaturen und sonstiges. Ein maßgeschneiderter Service von Audi connect, der sich ganz ähnlich in Autos wie dem A3 Sportback e-tron wiederfindet. Die beiden E-Maschinen an der Hinterachse des Audi R8 e-tron erlauben ein elektrisches Torque Vectoring – das gezielte Abbremsen und Beschleunigen einzelner Räder, mit dem sich die Momente bei schneller Kurvenfahrt bedarfs-gerecht verteilen lassen.

Audi R8 e-tron

(C) Audi

Carbon- und Titan Fahrwerksteile

jou, richtig gelesen. Audi setzt beim R8 e-tron Fahrwerksfedern aus daumendickem Carbon und Hinterachsnaben aus Titan ein. Nicht kleckern sondern klotzen, auch hier wird der Leichtbauweise Genüge getragen. Ein Aerodynamisches Highlight verbirgt sich in den 19″ Leichtmetallfelgen. Mithilfe der Fliehkraft verschließen verstellbare Blenden ab etwa 50 km/h die Öffnungen der 19-Zoll-Felgen, bei niedrigem Tempo öffnen sie wieder. Die aktiven Aero-Räder senken den cw-Wert um etwa 0,02. Weiterhin werkeln an der Vorderachse aus Kohlefaser-Keramik gefertigte Scheibenbremsen. Das der R8 e-tron als Gesamtkonzept stimmig ist, beweist unter anderem, daß der Rennfahrer Markus Winkelhock im Juni 2012 zwei Nordschleifenrekorde für Hybridfahrzeuge erzielen konnte:
Mit 8:09,099 min für die schnellste Einzelrunde und 16:56,966 min für zwei Runden hintereinander. Bei der Einzelrunde fuhr er auf Sportreifen und mit 250 km/h Freigabe, bei der Doppelrunde mit Serienreifen und 200 km/h-Begrenzung.

Serien R8 und R8 e-tron optisch ähnlich und doch nicht zu erwerben

Auch wenn beide (e-tron vs Benziner) nur 9 gemeinsame Karosseriebauteile besitzen. Eine Unterscheidung beider Fahrzeuge ist akustisch am einfachsten. Der R8 Benziner brüllt wie ein klassischer Sportwagen, der R8 e-tron säuselt sich auf seine Fahrleistungen unterstützt von einem Soundgenerator der bis 60 km/h ein Fahrgeräusch erzeugt.

Wenn euch der R8 e-tron nun so heiß gemacht hat, das Ihr euer Sparschwein plündern möchtet – lasst die Sau leben. Audi plant keine Großserienproduktion für den Verkauf. Eventuell soll es eine kleine Serie von Fahrzeugen geben.

Audi R8 e-tron: Die Technischen Daten

Leistung 2 x 140 kW
Maximales Drehmoment 2 x 410 Nm
Batteriekapazität 48,6 kWh
0 – 100 km/h 4,2 s
Reichweite im NEFZ-Zyklus 215 km
Höchstgeschwindigkeit 200 km/h*
Länge / Breite / Höhe 4.431 / 2.029** / 1.252 mm
Radstand 2.650 mm
Leergewicht 1.780 kg

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10 Kommentare

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  3. Svend Erik
    17. Juni 2013 zu 09:01 Antworten

    Den Audi muss man sich aber auch erst einmal leisten können! Ich habe ein 10 Jahre altes Auto. Dieses wird von mir gepflegt und wenn etwas kaputt ist, kaufe ich mir die Ersatzteile und repariere es selbst.

    • Oli
      17. Juni 2013 zu 10:11 Antworten

      Hi Svend Erik, vielen Dank für Deinen Kommentar. Im Moment sind viele viele der Autos mit alternativen Antriebstechniken noch weit von der Serienreife entfernt. Und Du hast völlig recht, das was diese Fahrzeuge mehr kosten muss man erstmal parat haben. Aber von der technischen Seite her ist es schon sehr interessant was die Hersteller da so auf die Räder stellen. Lass uns mal abwarten wie es da weiter geht. VG Oli

  4. Svend Erik
    17. Juni 2013 zu 09:19 Antworten

    Der Audi ist auf den ersten Blick schon schnittig. Aber um damit auf Arbeit zu fahren, wäre er mir einfach zu teuer. Dazu reicht mir auch mein in die Jahre gekommenes Auto. Man muss es nur pflegen und notwendige Reparaturen durchführen.

    • Oli
      17. Juni 2013 zu 10:17 Antworten

      Hi Svend Erik, vielen Dank für Deinen Kommentar. Bei vielen Elektroautos besteht auch das Problem mit der langen „Wiederaufladezeit“ der Akkus. Nissans Leaf benötigt volle 8 Stunden von Akku leer bis Akku voll. Und wenn Du am Freitag nur 6 Stunden arbeiten musst … ;-) VG Oli

  5. Thorsten Podlech
    19. Juli 2013 zu 00:42 Antworten

    Hi Oli, nach deiner Aussage muss das Fahrzeug also komplett aufgeladen werden? Bisher war ich der Meinung, das dies nicht unbedingt notwendig ist. Viele Grüße

    • Oli
      19. Juli 2013 zu 15:54 Antworten

      Hi Thorsten, ich kann jetzt nicht genau nachvollziehen aus welcher Aussage Du die Frage stellst. Ich will es mal so sagen; so eingeschränkt wie im Jahr 2013 die Reichweiten der E-Autos sind wäre es nach meiner Ansicht uncool mit einem nicht voll aufgeladenem Akku los zu fahren ;-)
      In diesem Sinne
      Gruss Oli

  6. Thomas
    5. September 2013 zu 18:26 Antworten

    Sehr schönes Auto, da ist wirklich nichts dran auszusetzen. War bisher Elektroautos gegenüber auch immer zwiegespalten, wie mein Vorschreiber auf Grund der Aufladezeit des Akkus. Trotzdem, die Idee des Elektroautos spricht mich nach wie vor an und wenn man dann noch einen schicken Audi hat…;) Vorausgesetzt natürlich man kann es sich leisten!

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