Audi Q7 – Hightech SUV der Oberklasse

Ungefähr 10 Jahre wird es wohl her sein, dass mir der erste Audi Q7 in freier Wildbahn vor die Augen kam. Okay, von Fotos und TV-Berichten war er mir schon bekannt, aber so in natura war der damalige Ur-Q7 ein richtig fettes Monstrum! (Passenderweise juckelten damals zwei Bodybuilder Zwillinge mit einem Q7 durch Unna. In einen schmaleren Wagen hätten die Burschen nicht reingepasst ;-) )
Im Lauf der Jahre wurde am Konstrukt des Q7 gefeilt und Face geliftet bevor es nun ein völlig neues Modell des SUV Flaggschiffes aus Ingolstadt geben soll.

Inzwischen schreiben wir das Jahr 2015 und in der ganzen Automobilbranche wird mein persönliches Unwort, Downsizing, an allen Fronten gekräht.
Und auch Audis neuer Oberklasse SUV ist davor nicht gefeit. Deutlich zierlicher und bei weitem nicht mehr so wuchtig ist er geworden. Der aktuelle Q7 – Modelljahr 2015 welcher ab Juni erhältlich sein wird.

Audi Q7

Nach kurzen Blickkontakten beim Auto Salon in Genf und im Münchener Flughafen ist es nun soweit. In einer Halle des Flughafen Sion/Schweiz warten mehr als 20, quasi flammneue, Audi Q7 um von den anwesenden Bloggern und Journalisten gefahren und und unter die Lupe genommen zu werden. Zur Auswahl stehen die neuen 3.0 L V6 Motoren. Wahlweise als TFSI oder TDI quattro, jeweils mit 8-Gang Wandler Automatik.

Der 3.0 TDI quattro leistet dabei zahme 272 PS (200 kW) und 600 Nm wogegen der 3.0 TFSI 333 PS (245 kW) und „nur“ 440 Nm liefert. Der geringe CO2 Ausstoß von 149 – 163 gr verschafft dem Diesel hier eine Effizienzklasse A während dem TFSI, dank 179 – 193 gr CO2, nur die Effizienzklasse C bescheinigt werden kann.

Audi Q7

Doch nicht nur der geringe Schadstoffausstoß ist für die jeweilige Einstufung verantwortlich. Als weiterer Faktor zählt hier natürlich auch der NEFZ-Verbrauch. Audi gibt diesen mit 8,1 L/100 km an :D
Ich könnte schwören, das der 3.0 TFSI Motor diesen Wert erreichen kann. Aber nicht mit den montierten 255/60 R18 Rädern und auf keinen Fall in der Schweiz ;-)
Damit hake ich das Kapitel Kraftstoffverbrauch in diesem Fahrbericht ab!

Trotz seines geringeren Drehmomentes „reichen“ die 333 PS aus, den TFSI Q7 in 6,1 Sekunden von null auf 100 km/h zu beschleunigen. Respektabler Wert für ein Fahrzeug dieser Klasse mit dem Cw-Wert einer Einbauküche ;-)

Welcher wurde als Testwagen ausgewählt?

Richtig, der Arablaue ;-)
Und da in dieser Farbe keine TDI bereit standen ist es ein 3.0 TFSI quattro geworden. Schnell ist der Rucksack im 890 Liter fassenden Kofferraum verschwunden. Dieses Ladevolumen kann je nach Konfiguration variieren. Die 890 Liter gehören zum 5-Sitzer, beim 7-Sitzigen Modell wären es immerhin noch 770 Liter. Audi verwies ganz stolz auf die Möglichkeit, in Sitzreihe zwei und drei jeweils 3 Kindersitze per Isofix montieren zu können. Nur für Fall das jemand einen Audi Q7 als Schulbus nutzen möchte ;-)

Audi Q7

Beim beladen des Q7 fällt auch direkt die nicht gerade tiefe Ladekante auf. Gute 78 cm über dem Asphalt werden sich kleinere Menschen hier eventuell etwas schwer tun. Ich mit meinen 1,76 m fand die Höhe sehr angenehm. Soll dann der Kofferraum geschlossen werden, geschieht dies ganz gediegen per Knopfdruck. Dieser Tastschalter befindet sich allerdings im Kofferraumdeckel und dieser wäre dann für die erwähnten kleineren Menschen unter Umständen schlecht zu erreichen. Warum Audi hier keinen Schalter im Kofferraum platziert hat würde mich schon interessieren?

Interessiert hat es mich auch, ob so ein herabfahrender Kofferraumdeckel das Potential einer Guillotine besitzt und ob, wenn nicht der Kopf ab, wenigstens eine Hand eingeklemmt werden könnte. Dies habe ich im mutigen Selbstversuch getestet. Und …?

An der Kinokasse eines Blockbuster wird heftiger gedrückt als hier.

Beim leichtesten Gegendruck schwingt der Kofferraumdeckel wieder nach oben. Top!

Audi Q7

Bevor es nun aber in die Schweizer Berge gehen soll, schaue ich mir den Q7 etwas konzentrierter an. Er sieht nicht wirklich bullig aus. Klar ist er mit seinen etwas über 5 Meter Länge und gut 2,20 Meter Breite (inkl Spiegel) wahrlich kein kleines Auto aber der Q7 trägt absolut nicht dick auf. In Sachen Optik des Exterieur bin ich so frech und sage: „… kennst einen (aktuellen) Audi kennste alle!“
Im Ernst, der Q7 sieht exakt so aus wie ein aktueller SUV von Audi aussehen muß. Dieses entweder positiv oder negativ zu bewerten steht jedem einzelnen Betrachter frei.

Audi Q7

Das der neue Audi Q7 relativ schlank – nicht zierlich – aussieht hat unter anderem eine Ursache auf welche Audi sehr stolz ist und es mit Recht auch sein kann. Je nach Ausstattungvariante ist der neue Q7 bis zu 325 kg leichter als sein Vorgänger. 325 kg!! Möglich macht dies ein gelungener Mix aus Materialien, deren Verarbeitungsprozesse aber auch völlig neue Konstruktionsansätze. Durch diese Ingenieurleistung wiegt der Audi Q7 knapp über 2 Tonnen (je nach Ausstattung) und ist damit in seinem Segment der leichteste SUV aller Zeiten.

Schnell hinter das Lenkrad

Noch länger in der von Audi angemieteten Flugzeughalle rumzustehen halte ich nicht aus. Draußen lockt strahlender Sonnenschein mit 28°C, das nicht ganz so kuschelige Rhonetal zu verlassen und die verwinkelten Bergstraßen Richtung Verbier zu erkunden.

So entfallen auf die erste halbe Stunde leider nur recht langweilige Autobahnkilometer. Diese sind allerdings perfekt um sich das Interieur des Ingolstädter Oberklasse SUV in Ruhe anzuschauen. In vertrauter Art ist schnell das Tempo per ACC (Adaptive Cruise Control) eingestellt und der Wagen achtet von allein auf den Mindestabstand zum Vordermann. Nichts außergewöhnliches aber immer wieder fein wenn so der rechte Fuß pausieren darf.

Das Interieur des Audi Q7 ist schick, wirklich schick. Aber auch irgendwie so wie jeder aktuelle Audi der Oberklasse. Das Armaturenbrett ist, genau wie die Sitzanlage, in höchster handwerklicher Güte mit Leder bezogen. Der Fahrzeughimmel ist mit anthrazit farbenem Alcantara verkleidet und zieht, fast wie ein Magnet, die Hände zum Streichelcheck an. Herrlich!
Dieses Superlativ muss ich auch anwenden, wenn es um die weiteren Materialeinsätze im Innenraum geht. Feinstes Aluminium, das erwähnte Leder und einige Echoholz Applikationen werden, auch durch den dezenten Einsatz von Klavierlack Elementen, stilvoll in Szene gesetzt.

Audi Q7

Am auffälligsten ist aber für mich eine parallel zur Instrumententafel verlaufende, 3 mm starke, Lichtleiste. Mangels knapper Test- und Fahrzeit habe ich mit dieser Leiste nicht ganz so extensiv rumgefummelt, aber je nach eingestelltem Fahrprogramm (Sport, Efficiency, Dynamic, …) wechselt diese die Farbe und kann zusätzlich auch auf einen eigenen Farbwunsch gestellt werden. Gerade bei den Tunnelfahrten in der Schweiz gab diese stylische Lichtleiste eine Menge her. Apropos Tunnelfahrt, erst bei den Fahrten fernab des Tageslicht wird offensichtlich mit welcher Akribie und Feingefühl die Audianer Licht- und Beleuchtungselemente im Cockpit integriert haben. Beispiel gefällig?

Die Drehknöpfe zur Einstellung der Temperaturzonen Fahrer/Beifahrer besitzen ein eigenes Mini-Display welches die eingestellte Temperatur anzeigt!
Jeder dieser Drehknöpfe.
Fahrer und Beifahrer!
Sitzreihe eins und zwei!!
Sehr geil!!!

audi_Q7-20150530-43

Was fällt im Innenraum noch auf. Klar, das digitale Cockpit ist ein Knaller wird aber auch bei dem Mitbewerb bereits angeboten. Fahrer und Beifahrer sitzen bzw thronen, getrennt durch eine majestätisch wirkende Mittelkonsole, in ihren Bereichen und haben Platz satt. Genauso auch die hinteren Passagiere der Sitzreihe zwei.
Sitzreihe eins wird durch die Massagesitze inklusive Sitzheizung und -lüftung zur echten Langstreckenwohlfühloase und setzt durchgeschwitzten Rücken und Sitzflächen ein Ende. Wer sich allerdings mit einem nass geschwitzten Shirt ins Auto setzt und die Sitzlüftung bemüht kann sich schnell ein Zipperlein einfahren, so kalt kann es am Rücken und Po werden.

Im 2015er Q7 wimmelt es, je nach Ausstattung, nur so von Assistenten wobei viele Helferlein wie zum Beispiel die:

  • Geschwindigkeitsregelanlage
  • Geschwindigkeitsbegrenzer
  • Einparkhilfe
  • Audi pre sense city als Kollisionsschutz im City Bereich die bereits zur Serienausstattung gehören.

Besonders hilfreich in der doch arg Tempo regulierten Schweiz war die adaptive cruise control (ACC) stop & go. Mittels einer Frontkamera werden dabei die erlaubten Geschwindigkeiten von den Verkehrsschildern abgelesen, interpretiert und so als Richtgeschwindigkeit eingesetzt.
Gleichzeitig wird nicht nur, während der Autobahnfahrt, der Abstand zum Vordermann automatisch eingehalten sondern auch wenn es zum Stau kommt. Dabei übernimmt das System auch die Lenkarbeit bis zu einer maximalen Geschwindigkeit von 65 km/h.

Audi Q7

Apropos Lenkarbeit. Der Audi active lane assist unterstützt den Fahrer hierbei mittels kleiner Lenkeingriffe und hält den Boliden so perfekt in der Spur. Die Informationen hierfür liefert wieder die oben erwähnte Frontkamera und ein Datenabgleich mit dem Navigationssystem. Speziell für letzteres verwendet Audi, sofern verfügbar, hochauflösendes Kartenmaterial.

Fahrmaschine

Nach der Autobahnüberbrückungsetappe geht es endlich in die und auf die Schweizer Berge. Hier zeigt sich der Audi Q7 3.0 TFSI quattro schnell als flotter Vertreter. Dank der Gewichtseinsparungen geht er erstaunlich flott ums Eck. Viel flotter als man es von einem SUV dieses Kaliber erwarten würde. Die Leistung des Turbobenziner ist mehr als ausreichend, genauso die Elastizität. Unterstützt durch das tadellos arbeitende 8-Gang Automatikgetriebe marschiert der Q7 die engen Straßen wacker hoch. In den zahlreichen engen Kurven der Serpentinen macht sich dann recht schnell die mitlenkende Hinterachse bemerkbar die im Testwagen verbaut war. Neben einer erhöhten Agilität verbessert diese Allradlenkung auch den Wendekreis, sprich verringert diesen.

Audi Q7

Zusammenfassung

Audi ist es gelungen mit dem neuen Q7 einen Meilenstein zu setzen. Je nach Budget des Käufers kann der Wagen mit elektronischen Helferlein gespickt werden, das einem Hören und Sehen vergeht. Hightech pur. Der Antriebsstrang ist über jeden Makel erhaben, wobei es gar nicht immer ein V6 sein müßte. China/Fernost und USA werden sogar auf einen 2.0 L Vierzylinder zurückgreifen können welcher auch uns Europäern nicht schlecht stehen würde.

Was mir persönlich allerdings fehlt ist die individuelle Klasse, die besonderen Design Highlights.
Der neue Q7 ist, aufgrund der hohen Audi Standards, halt so ein Audi wie er im Jahr 2015 sein muß. Nicht mehr und nicht weniger. Im Gegensatz zum FC Bayern München fehlt hier der Pep.

Audi Q7

Blogschau – Andere Blogger über den Audi Q7

Das ist der neue Audi Q7

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