[Angetestet ]Audi R8 4.2 FSI quattro – was ein Gerät!

[box type=event]Fahrbericht Audi R8 Coupe 4.2 FSI quattro | Technische Daten | Blogschau | Fotostrecke[/box]

Eigentlich müsste ich mir den gestrigen Tag in all meinen Chroniken besonders markiert hervorheben. Das erlebte werde ich so schnell nicht wieder vergessen. Selbst jetzt, 24 h später, habe ich noch immer dieses wohlige Grummeln und Brüllen in den Ohren und meine Frau sagte, ich wäre mit einem Grinsen im Gesicht eingeschlafen.

Was war passiert?

Mein geschätzer Bloggerkollege Milos hatte von Audi einen Wagen zum Testen bekommen, einen Audi R8 4.2 FSI quattro. Um diesen Boliden verbloggen zu können, sollte er fotografiert werden. Dafür hatten wir uns den gestrigen Tag ausgesucht, nachdem der Wetterbericht den letzten sonnigen Tag ausgerufen hatte. Am Tag danach dann nur noch grau und dunkelherbstlich. Natürlich haben sich die Wetterfrösche wieder geirrt, unser Fototag war grau und verregnet. Aber egal, der R8 hat es raus gerissen. Noch nie, wirklich noch nie, durfte ich einen so tollen Wagen fahren und erleben. Ich bin immer noch geflashed. Einen Audi R8 sehen und einen R8 fahren, sind zwei absolut verschiedene Dinge.

Milos fuhr vor und ich hüpfte schnell auf den Beifahrersitz, nachdem das Kameraequipment im Kofferraum verschwunden ist. In guter Sportwagenmanier ist dieser natürlich vorne untergebracht und wider erwarten relativ groß. Aber ich will hier nicht mit schnöden Details und Zahlenwerken aufwarten. Kamera und Stativ rein, Jacke hinterher – klappe zu und hopp ins Auto!
Wow, wie chic ist das denn alles hier? Und die Sitze erst. Genial. Tolle Seitenführung, ohne unbequem zu werden. Perfekte Passform für meine auf 176 cm verteilten 84 kg. Etwas dunkel wirkt es im Innenraum, dafür hat der R8 einen mit weißen Steppnähten versehenen, Anthrazit farbenen, Lederhimmel. Die gleiche Designart zieht sich durch den ganzen Innenraum. Dunkle Lederflächen in perfekter Verarbeitung und mit weißen Nähten abgesetzt. Dazwischen viel poliertes Aluminium und Carbon. Das Klopfen und Fühlen offenbart, dass alles was nach Carbon aussieht, auch Carbon ist und nicht irgendwelches foliertes Fakezeug. Der komplette Innenraum vermittlet einen mehr als sportlich gediegenen Eindruck. Es ist zu sehen und zu fühlen, dass dieser – wie auch die anderen R8 – in Handarbeit entstanden ist. Erste Sahne!

Audi R8 Coupe Interieur

Wir sind dann zügig los, um vor den grauen Gewitterwolken die ersten trockenen Fotos im Kasten haben zu können. Zügig heißt, dass der 4.2 Liter große und 430 PS starke V8 in weniger als zwei Sekunden die maximale Ortsgeschwindigkeit erreicht und uns förmlich nach vorne geschleudert hat. Die erste rote Ampel offenbarte dann ein Konzert aus den beiden runden Endrohren, wie ich es noch nie gehört hatte. Das S tronic Automatikgetriebe schaltet beim Bremsen die Fahrstufen automatisch runter, nicht ohne dies per ordentlichen Zwischengasstößen auch akustisch zu quittieren. Oh Mann, was für eine Klangkulisse. Beim Anfahren dann wieder dieses tiefe Grummeln und Grollen des V8, der will nicht per vorsichtigem Gasfuß auf 50 km/h gehalten werden, der will Attacke / Knallgas fahren. Schnell noch zu einem Waschplatz um vor den Fotos den Wagen abzukärchern. Die Farbe „unseres“ (sorry Milos) R8 erscheint auf den ersten Blick als dunklerer Weisston, ist aber ein metallic Lack und nennt sich Suzukagrau Metallic. Dieser Farbton gibt dem R8 Coupé eine gewisse Leichtigkeit und Understatement.

Audi R8 Coupe 4.2 FSI quattro

Apropos Understatement. Der Audi R8 Coupe liefert zum Glück nicht diese pornöse Optik manch anderer Supersportwagen àla Ferrari, Lamborghini usw. Er wirkt unaufdringlich und adrett, irgendwie freundlich, ohne aber zu brav zu wirken. Ein absoluter Hingucker, ein Menschen-Magnet, eine kleine Anekdote dazu am Ende des Artikels!

Die Wahl des Fotospots fiel dann auf den Dortmunder Flughafen. Ein Hightech Geschoß wie der R8 darf nicht in Feld und Wiesen fotografiert werden, dachten wir und fanden dann in der Nähe des Towers einige nette Spots.

Das R8 Coupe ist einer der wenigen Wagen, der unverhohlen seine Details preis gibt ohne damit zu prahlen. Die dicken 100er Endrohre fügen sich harmonisch in das Gesamtbild des Hecks ein. Genauso die LED Rückleuchten, eines der Audi typischen Designmerkmale. Alle Lufthutzen und Blenden sind so unaufregend und selbstsicher plaziert, als wenn es das logischste der Welt wäre, dass diese genau so sind wie sie sind. Alles sieht flüssig und in Form aus. Keine unnötigen Kanten und Ecken zerstören das Gesamtbild des R8. Der ganze Wagen wirkte auf mich als wenn er wirklich eine schlüssige Einheit wäre.

Ungläubig starrten wir auch auf den im Heck verbauten V8 FSI Motor. Nicht nur, dass er mit seinen 430 PS (316 kw) ein Drehmoment von 430 Nm zwischen 4.500 und 6.000 U/min anbietet, nein, der Aluminium Motor sieht auch noch richtig schick aus. Das ist auch gut so, ist er doch omnipräsent unter einer Glasscheibe verbaut und wird nach dem Verschließen des Fahrzeugs auch noch sekundenlang beleuchtet so als wolle er sagen “ … komm bald wieder – ich bin hier“!

Audi R8 Coupe 4.2 FSI quattro

Und fährt der auch so wie er aussieht?

Dies war eine Frage, die uns am Flughafen von einem Vater mit zwei kleineren Kindern gestellt wurde. Um Gottes Willen, JA, er fährt und das wie eine eins. Nach der ganzen Bildermacherei (es ist ätzend wie schnell 130 Bilder auf einer Speicherkarte landen um anschließend gesichtet zu werden) hatten wir Hunger und fuhren wieder Richtung Unna zurück. Inzwischen hatte die Rush Hour begonnen und auch diese Disziplin meisterte der V8 fehlerlos. Die S tronic ließ uns gemütlich zwischen den anderen Autos mitfahren, natürlich nicht ohne in Sekundenbruchteilen Leistung zum Zufahren diverser Lücken anzubieten.

Audi R8 Coupe 4.2 FSI quattroNoch mehr Spaß macht es aber den Wagen mittels der hinter dem Lenkrad angebrachten Schaltwippen von Hand zu fahren. Voraussetzung dafür sind aber schnelle Finger an der rechten Hand, denn wenn dann unter Nutzung des Sport Programms auf den Pin getreten wird, gleichen die Handbewegungen denen eines Flipperspielers. *pang-pang-pang- 160 km/h*

Die letzte Station bevor die drei Stunden rum sind, war ein Fotostop am historischen Standesamt zu Unna. Ein toll restauriertes Fachwerkhaus sollte einen deutlichen Kontrast zu dem Autokunstwerk aus Ingolstadt setzen. Ich muß gestehen, hier quälte sich der R8 etwas. Nicht weil er den Spot uncool gefunden hätte – nein, aber den Wendehammer und das komplette einschlagen der Vorderräder fand er doch sehr uncool. Die 235/40 R 18 Gummies ächzten und quälten sich derart, dass ich das Gefühl hatte, jetzt wird Milimeterweise Gummi abgeschabt. Sorry Auto! Die Mühe lohnte sich aber, vor dem historischen Gebäude sind uns ein paar sehr hübsche und lustige Fotos gelungen.

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Mein Fazit

Auch wenn es nur knappe 3 Stunden waren, in denen ich Zugriff auf den Audi R8 4.2 FSI quattro hatte, haben diese meine Meinung zu diesem Sportwagen gefestigt. Super eleganter Wagen, keiner, der einen auf dicke Hose macht, krasse Fahrleistungen, top Verarbeitung! Der R8 bekommt bei mir 6 von 5 Sternen ;-)

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Hier die versprochene Anekdote

Wie das bei der Digital Fotografiererei so ist, die „Künstler“ stellen sich zusammen und checken auf die schnelle die geschossenen Motive. So auch wir, als uns zwei Damen mit einem kleinem Jungen ansprachen. Sie hatten unsere Fotosession beobachtet und fragten ob auch sie auf die schnelle ein paar Fotos vom R8 machen könnten. Das Ziel von Oma, Tochter und Enkelchen war es den daheim gebliebenen Männern die Fotos mit dem tollen Wagen zu zeigen um diese etwas aufziehen zu können :-)

Na klar waren wir damit einverstanden, und so saßen nach einander alle drei hinter dem Steuer des R8 und ließen sich jeweils mit einem fetten Grinsen im Gesicht fotografieren.

Audi R8 Coupe 4.2 FSI quattro Fotoshooting Standesamt Unna

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16 Kommentare

  1. Alex Hoffmann
    14. Oktober 2013 zu 14:57 Antworten

    Danke für den coolen Beitrag mit den tollen Fotos! Ja es gibt einige Dinge die ein Männerherz höher schlagen lassen. Der Audi R8 gehört auf jeden Fall im Moment dazu. Es sind die kleinen unscheinbaren Details, die so ein Auto zu was Besondern machen. Zum Beispiel blinken bei eingeschaltetem Warnblinker die LEDs nicht nur einfach langweilig vor sich hin, nein das Licht baut sich LED für LED auf. Mag sein, dass das sicher jetzt nicht das wichtigste Feature an dem Wagen ist, aber es zeigt mir, man wollte nicht nur einen deutschen Sportwagen bauen, nein, man wollte den deutschen Alltagstauglichen Sportwagen bauen, mit ganz viel Liebe zum Detail. Tja und auch wenn ich mir das Teil im Moment nicht leisten kann, muss ich neidlos anerkennen, Audi hat für mich dieses Ziel erreicht. Leider durfte ich bisher den R8 nur als Beifahrer genießen :-(

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  4. Reinhard Mann
    19. Oktober 2013 zu 00:27 Antworten

    Ein Traumwagen. Leider werde ich mir einen solchen Wagen in absehbarer Zeit nicht leisten können. Ihr habt wirklich Glück gehabt, ihn mal testen zu dürfen. Das einzige, möglicherweise vergleichbare Auto, dass ich einmal fahren durfte war ein, damals neuer, Porsche 911 Turbo.
    Der Audi R8 wird wie ein Lamborghini handgefertigt? Eine Grund, warum er wahrscheinlich unbezahlbar für mich bleibt. Werde mich dann eher an normale Autos halten müssen die in großen Maschinenhallen auf Fließbändern gefertigt werden. :D

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    1. Dezember 2013 zu 18:52 Antworten

    […] Just in dem Moment als ich auf den Stand von Abt Sportsline zu marschierte fing dieser an zu wackeln und zu vibrieren. Ein dumpfes Grollen und sonores Brüllen durchzog die Halle 3 und sorgte reihum für ein ruckhaftes drehen von Menschen und Köpfen um zu ermitteln wo diese V8-Musik herkommt. Es waren keine Chöre von Engeln die hier für Automobile Verzückung sorgten sondern das ausgestellte Audi RS5-R Coupe welches durch die Sportwagenschmiede von Abt gegangen war. Das Standpersonal ließ den Wagen nur wenige Sekunden laufen um, durch die beginnende Gemischanfettung im Kaltlauf, nicht den schönen hellgrauen Teppich mit dunklen Abgaswolken zu versauen. In diesen wenigen Sekunden offerierten die vor der Hinterachse austretenden Sidepipes die ganze Bandbreite der mit 470 PS (346 kw) besetzten V8 Kapelle. Dumpfes Wummern im Standgas und unterem Drehzahlbereich, kerniges Grollen und Brüllen wenn die Nade des Drehzahlmessers die Gasstöße aus dem mittleren Drehzahlbereich nach oben  begleitet. Schon wieder habe ich ein einschneidendes, diesmal nur akustisches, Erlebnis mit einem Audi V8, siehe mein Artikel zum Audi R8 Coupe. […]

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    24. April 2014 zu 17:12 Antworten

    […] ersten Kontakt zu einem Audi R8 Coupe hatte ich hier. Und nun eben durch Audi die Gelegenheit, den R8 V10 Plus artgerecht zu bewegen. In den oben […]

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    17. Juni 2014 zu 20:08 Antworten

    […] – da bist Du wieder, du herrlicher V8 Motor mit Hochdrehzahlkonzept, der du mich schon im Audi R8 Kurztest begeistern konntest. Heute beginnt unsere erneute Liebschaft; ich lass Dich in Ruhe warm werden und […]

  16. Rene
    30. Oktober 2015 zu 08:19 Antworten

    Sehr Schöner Beitrag hat mir sehr gut gefallen, auch Bilder sind sehr schön geworden.

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