Audi R8 V10 Plus – Heisse Runden in der Eifel

Jetzt ist es schon eine Woche her und ich hab noch immer keine Gelegenheit gefunden, meine Eindrücke zu meinen Fahrerlebnissen mit dem Audi R8 V10 Plus auf dem Nürburgring wegzuschreiben. Bisher sind dazu zwar schon zwei Texte erschienen, einmal dieser hier bei mir, parallel hatte mich Audi gebeten einen Artikel im offiziellen Audi Blog zu schreiben. Dieser ist dann hier zu finden.
Aber jetzt mal der Versuch meine Eindrücke, rein vom fahrerischen, zu beschreiben. Vorweg der Hinweis, das ich ein absoluter Fan des Audi R8 bin. Der Wagen begeistert mich unter anderem durch seine moderate Sportwagensilhouette, ist Top verarbeitet, klasse zu fahren und einfach ein tolles Auto.
Wieso „moderat“? ich bin nicht so sehr der Fan der knallharten Sportwagenoptik a`la Ferrari, Lamborghini, Mc Laren usw.
Der R8 sieht nicht so … prollig aus wie andere Sportwagen, eben moderat. Trotzdem hat er es faustdick hinter den Ohren, im wahrsten Sinne des Mittelmotorkonzeptes!

Audi R8 V10 Plus Audi race experience

Den ersten Kontakt zu einem Audi R8 Coupe hatte ich hier. Und nun eben durch Audi die Gelegenheit, den R8 V10 Plus artgerecht zu bewegen. In den oben verlinkten Artikeln steht einiges zur Audi race experience die das Erlebnis ermöglicht hat.
Ort des Geschehens war die Grand-Prix Strecke des Nürburgring, die uns mit lausigen 4°C und leichtem Schneeriesel wenig herzlich empfing.

Lausig kalt mit Feuer im Nacken

Arschkalt war es am Nürburgring und das kurze Briefing in der warmen Audi Lounge eine willkommene Gelegenheit die klammen Finger wieder warm zu bekommen. Kaffee brauchte ich nicht, so aufgeregt und voller Vorfreude wie ich war. Die Instruktoren der Audi race experience, alles ehemalige Lizenz-Rennfahrer, bildeten schnell zwei kleine Gruppen und ab ging es zum Empfang des obligatorischen Helm. Gut das ich aus meiner aktiven Rennzeit noch meine Helmgröße wußte. Als ich schon in „meinem roten R8“ saß, wurschtelten manche noch immer mit dem Kopfschutz und benötigten Hilfe beim schließen des Helmgurtes.
Kurz darauf quäkte über Funk die Stimme des Instruktors durch den Wagen. Nach einer Einführungsrunde sollten jeweils Runden nahe am Limit folgen; meinte er unser persönliches Limit oder das des Wagens? Dabei sollte jeweils auf der Start-Zielgeraden ein Wechsel erfolgen. Der Wagen hinter dem Instruktor fuhr rechts raus, der nächste setzte sich hinter den Instruktor und der abgewechselt markierte das Schlusslicht.

Audi R8 V10 Plus Audi race experience

Hütchenspiel

Die Rennstrecke war schon für uns vorbereitet worden. Nicht länger oder breiter gemacht, dafür aber an den jeweiligen Einlenkpunkten, dem Kurvenscheitelpunkt und dem Kurvenausgang mit Pylonen versehen worden. Diese optischen Hilfsmittel sollten es uns erleichtern, trotz hoher Geschwindigkeiten, gleichmäßig durch alle Kurven zu kommen. Die Einführungsrunde sollte dann auch dem Warm-up des Wagens und natürlich uns dienen. Schön ruhig wedelte der Instruktor mit seinem in Samoaorange-Metallic lackiertem Audi R8 GT vor uns her. Das ganze so flüssig, irgendwie kam ein Gefühl auf als wenn es mit Carvingski über ein Schneefeld gehen würde. Herrlich.
Über Funk sprach der Instruktor die jeweiligen Kurven an, gab Tipps und fuhr uns die optimale Linie vor. Unsere R8 folgten wie an einer Perlenschnur gezogen dem Führungsfahrzeug. Ohne Änderung ging es über Start-Ziel, erst in der zweiten fliegenden Runde sollte gewechselt werden. Nun wurde es etwas heftiger und im nach hinein stellte ich fest nicht einmal auf den Tacho geschaut zu haben.

Audi R8 V10 Plus Audi race experience

Highspeed Lap

Mit voll durchgetretenem Gaspedal ging es über Start-Ziel auf das Yokohama S zu. Der Bremspunkt war etwas zu früh gewählt aber dafür der Scheitelpunkt sauber getroffen. Sitzt man in so einem tiefen Sportwagen erscheint der Höhenversatz der Rechtskurve hier als wenn es einen Meter abwärts gehen würde. Der R8 ächzte leicht aber zog mit stoischer Ruhe Richtung Kurvenausgang. Wieder Vollgas gebend ging es weiter Richtung Mercedes Arena. Die erste längere Links Kurve hängt hier etwas nach rechts. In Gedanken rechnete ich mit einem auskeilenden Heck wenn es nach dem Scheitelpunkt mit viel Zug Richtung Kurvenausgang gehen würde. Nix da! Dank des quattro Antriebes zieht auch hier der R8 wie auf Schienen aus der Kurve. Nun heißt es den Wagen gerade ausrichten und schön rechts bleiben die vorletzte Kurve der Mercedes Arena anpeilen um nach dieser mit ordentlich Schwung die folgende Rechtskurve passieren zu können.

Audi R8 V10 Plus Audi race experience

Vorbei an der Kurzspange die die VLN Strecke bildet geht es durch die nächste Links-Rechts Kombination runter zur Dunlop-Kehre. Der Instruktor zeigt uns einen sehr späten Bremspunkt auf. Phänomenal mit welcher Kurvengeschwindigkeit der R8 hier zum Kurvenausgang fliegt. Die G-Kräfte sind mehr als deutlich zu spüren. Wieder mit Vollgas, das Gebrüll des V10 Motors im Nacken ist unbeschreiblich, geht es auf das Michael-Schumacher-S zu. Der Guide weisst uns an, nach der Links Kurve den Wagen erst gerade auszurichten bevor wir die folgende Rechts kurve beginnen. Runden später gelingt diese Bergauf-Passage ohne Betätigung der Bremse, kurz das Gaspedal lupfen – einlenken – mit Schleppgas gerade machen – rechts einlenken – Vollgas. Hört sich einfach an ist es allerdings, wie der Blick in den Rückspiegel zeigt, nicht für alle.

Audi R8 V10 Plus Audi race experience

Die nun folgende Kurvenkombination gilt es flüssig und mit viel Schwung zu nehmen, denn die Bergabpassage zum Advan-Bogen geht auch wieder voll. Über Funk kommt die Anweisung „… der Advan-Bogen geht im fünften voll!“ Stimmt, nach dem Kurvenscheitelpunkt zieht der R8 an den linken Streckenrand – einmal mit den linken Rädern über die Curbs. „Einen Tacken zu spät eingelenkt!“ höre ich als Feedback über Funk! Na klasse, ich fahr hier auf der quasi letzten Rille und unser Streckenguide schaut im Rückspiegel zu :D

Nach dem Ausritt über die Curbs ist meine Konzentration für einen Moment dahin. Die NGK-Schikane auch, zwar sauber durch aber fernab von Schwung und Tempo. Einmal schütteln – weiter! Die Zielkurve passt wieder und nun geht es volles Rohr über Start-Ziel, wäre da nicht der Wechsel um den mir folgenden R8 hinter den Instruktor zu lassen. Also rechts rüber, kurz lupfen um sofort wieder Vollgas zu geben. Im Augenwinkel jagen drei weitere R8 an mir vorbei und ich klinke mich am Ende wieder ein. Wie die Küken einer Entenmutter folgen wir so Runde um Runde dem Führungsfahrzeug. Bremspunkte verlagern sich mehr zur Kurve, Fliehkräfte erhöhen sich.Läuft!

Leider viel zu früh ertönt das Signal über Funk: „Slow Down Lap“. Die strapazierten Sportwagen bekommen eine volle Runde im gemäßigten Tempo um so langsam die Spitzentemperaturen von Motor, Getriebe und Bremsen runterkühlen zu können. Mit 60 km/h geht es in die Boxengasse um Sekunden später die Motoren abzustellen. altobelli – was für ein Erlebnis. Noch einige Momente bleibe ich angeschnallt sitzen und genieße den Moment. SUPERGEIL. Auch die Kollegen sitzen noch im Auto und versuchen die Eindrücke zu verarbeiten. Irgendwann stehen dann doch alle zwischen den Wagen und tauschen sich laut plappernd untereinander aus. Wäre Adrenalin sichtbar – wir würden in einer Wolke davon stehen. Die letzten Instruktionen und Tipps des Fahrtrainers werden im Geiste umgesetzt – ach wenn ich doch jetzt noch einmal hinter das Steuer dürfte!

Audi R8 V10 Plus Audi race experience

Das was Audi uns hier ermöglichte war der Knaller! Immer wieder werde ich dafür zu haben sein :D
Halte ich das gerade erlebte noch für nicht zu toppen, überrascht uns Audi nach der Mittagspause umso mehr. Was hier passierte findet ihr in einem folgenden Artikel.

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Ein Kommentar

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