[Interview] mit Jean-Pierre Kraemer – Inhaber von JP Performance und die eine Hälfte der PS Profis – Baaam

Es gibt Aufträge, die gibt es eigentlich nicht! So oder ähnlich wird wohl Jean-Pierre Kraemer alias JP (bekannt aus der TV Auto-Doku PS Profis) gedacht haben, als ich vor zwei-drei Wochen mit meiner Anfrage bei ihm in Dortmund-Wickede aufgeschlagen bin. Thema war eine Veränderung an unserem MINI Clubman und die Frage nach einem Interview mit ihm. Gestern war es dann soweit, der MINI wurde bei JP-Performance gemacht und JP nahm sich Zeit für ein ausgiebiges Interview in seinem Büro. Naja, Interview ist übertrieben – angenehmer Smalltalk passt viel besser und sein Büro sollte eigentlich eher als Schaltzentrale bezeichnet werden. Schönes Männerbüro, ordentlicher Schreibtisch mit nem fetten iMac on Top, viel Motorsport an den Wänden und perfekt überwacht von einer mächtigen IronMan Büste. Wie schon geschrieben haben wir kein klassisches, durchgeplantes und aufgezeichnetes Interview gemacht, sondern einfach locker zusammen gesessen und gequatscht, wobei mir eines ganz klar geworden ist. JP ist genauso wie er in den TV-Produktionen rüberkommt, super nett, gerade raus und in seinem Thema absolut kompetent. „Dortmunder Jung“ eben! In unserem Gespräch konnte er auch nicht verbergen, wie sehr er für seine Projekte lebt und wie viel Bock er auf den ganzen heißen Scheiss hat :-) PS-Profi Jean-Pierre Kraemer Wie sich die ganze Tuninggeschichte bei JP eingespielt hat war natürlich eine Frage, die gefallen ist. Ganz früh, war die spontane Antwort vom PS-Profi. Familiären Erzählungen nach hat er schon in ganz jungen Jahren intensive LEGO-Konstrukte erbaut. Schon hierbei war sein Interesse geweckt, den Motor aus Modell x in das Chassis von Modell y zu verpflanzen. Technisch anspruchsvoller war es später als es darum ging, den Elektromotor seines Kassettenrecorders in ein Auto der Carrerabahn zu verfrachten. Irgendwann standen dann die obligatorischen Mofas vor der Tür und das zu erwartende Suchen nach Leistungssteigernden Maßnahmen nahm seinen Lauf. Beruflich ging es dann mit einer kaufmännischen Ausbildung in einem Porsche Autohaus los. Vermutlich hat diese frühe Infizierung mit Sportwagen auch dafür gesorgt, dass JP seine Dienste als Verkaufsleiter beim Dortmunder Porschetuner 9ff unter Beweis stellte. Irgendwann im Jahr 2007 erfolgte der nächste Schritt zu Jean-Pierres Mutation :-) zum Autotuner. Ein NISSAN 350Z gelangte in seinen Fuhrpark und war irgendwie einfach zu „usual“ für ihn; die logische Konsequenz lautete: Komplettumbau des V-6 Aggregates.

Geschäftsinteressen

Jean-Pierre Kraemer und JP-Performance sind nach eigener Einschätzung zu 95% mit Turbo-Technik beschäftigt. Klar kommen auch immer wieder Tuningkunden mit anderen Themen zu ihm und werden erstklassig bedient, aber bei dem Wort Turbo schleicht sich bei JP ein listiges Grinsen ins Gesicht. Und Turbo-Technik soll jetzt nicht bedeuten, schwarze LLK-Schläuche vom Hersteller gegen blaue Schläuche dickeren Durchmessers zu tauschen. Jean-Pierre ist ein Tüftler und Entwickler. Sein Ansatz ist es nicht einfach Bauteile auszutauschen, sondern mit Eigenentwicklungen seine Kunden und sich glücklich zu machen. [box type=success]Ich hatte das Glück einige Komponenten seines nächsten (NISSAN) GT-R Projektes bestaunen zu dürfen, allerdings: … staunen – ja, Details beschreiben und Fotos machen – NEIN. Hierzu möchte ich aber weiterhin am Ball bleiben und über das anstehende Projekt zukünftig berichten.[/box]

Ein weiteres Steckenpferd und Kompetenzthema von JP-Performance soll der VW Golf 7 sein und werden. JP konnte dazu erstklassige Kontakte zu Volkswagen knüpfen und sich in gewissen – hier nicht näher zu benennenden – Bereichen  als kompetenter Berater beweisen. Im Rahmen dieser Kooperation zwischen VW und JP-Performance kam es auch zu einem Besuch des Werks, bei dem JP quasi seinen eigenen, von ihm bestellten,  Golf 7 bauen durfte! Jou richtig gelesen, JP war in den heiligsten Hallen des europäischen Automobilbau und legte dort die Bleche für seinen VW Golf 7 Performance selber in die Karosseriepressen. Okay, alles weitere wurde zwar weiterhin von Robotern bzw den kundigen Händen der Belegschaft gemacht, aber JP konnte den kompletten Bau seines Wagens miterleben – sehr coole Aktion! Die Zusammenarbeit mit VW ist, neben dem Engagement von NISSAN, auch die einzige Herstellerkooperation für Jean-Pierre und seine Firma. Schade eigentlich, denn bei ihm in Dortmund-Wickede wird soviel positives Image generiert – hier schlummern ungenutzte Potentiale.

Persönliches

Ich finde es immer klasse, wenn Menschen wie JP nicht abheben und, klar als Hobbyrennfahrer erst recht, nie die Bodenhaftung verlieren. Witzig in diesem Zusammenhang waren die ausführlichen Beschreibungen, wie sehr JP die Fahrten in seinem VW up genießt. Ihr lest richtig, da hat der Bursche einen fetten GT-R neben anderen hochkarätigen Sportwagen im Zugriff und findet es entspannend – easypeasy – mit einem 75 PS Microkleinwagen zu fahren. Und mit fahren ist fahren und nicht um die Ecken hauen gemeint. Und auch wenn der GT-R an der Reihe ist, versucht JP nach eigenen Worten immer ruhig und entspannt von A nach B zu kommen, im Gegensatz zu seinen Auftritten beim 24-h Rennen. Als Hobbyrennfahrer und Freund der artgerechten Rennwagenbewegung sind diese Einsätze immer wieder etwas ganz besonderes in seinem Terminkalender. Das gewisse Talent bringt er mit und hat damit auch das Interesse diverser Rennställe geweckt, die ihn für 2014 gerne als Piloten einsetzen würden. Aber Achtung Rennstall-Chefs, kommt nicht mit Anfragen unter SP8 oder SP9, denn in 2014 will es der Dortmunder Jung wissen und in den Topklassen  echte Langstreckenboliden fliegen lassen. [box type=warning]… fliegen lassen bitte nicht wörtlich nehmen, Jean-Pierre ;-)[/box] PS-Profi Jean-Pierre Kraemer Was gibt es sonst noch von meinem Besuch bei Jean-Pierre zu berichten? Der regelmäßige Betrachter des TV-Formates „PS-Profis“ hat es bestimmt schon mitbekommen. Passend zur Location hat JP auch die richtige Fußballgesinnung, falsch Verdrahtete (auch aus seinem Team) werden zwar akzeptiert, aber fußballerisch eben nicht für ernst genommen ;-) – sorry Fabian :-) Dies hat sich auch bis zum Ballspielverein unseres Herzens rumgesprochen und nicht selten kommen Kloppos Jungs vom nahe gelegenen Trainingsgelände vorbeigefahren um diverses an den Autos machen zu lassen. So ähnlich auch gestern, als es darum ging am MINI Cooper des im Trainingslager arbeitenden Neven Subotic die letzten Handgriffe zu machen bevor ein BVB-Kollege den Wagen mitnimmt. Korrekt, Neven fährt einen super schicken MINI Cooper S mit diversen GP-Umbauten. Sehr schicker Wagen! Neven Subotic's MINI Cooper So gegen 17 Uhr wurde es dann noch einmal gut voll bei JP-Performance. Zahlreiche Kunden, in Begleitung ihrer Buddys, kamen um die Fahrzeuge nach erfolgreichen Veränderungen abzuholen, nette 8er BMWs, Toyota Celica’s, NISSAN 350Z und ein geheimnisvoller MINI Clubman waren nur einige der Highlights, die ich an dem Tag bei JP-Performance erleben durfte. [box type=normal]Zu guter letzt, möchte ich mich ganz herzlich für die offenen Worte von JP und seinem Team bedanken. Es war spannend bei Euch. Viele Grüße auch von Steffi[/box]

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6 Kommentare

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  5. D. Blumberg
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    Ein netter fachlicher Bericht der das ganze in ein besseres Licht rückt, entgegen den Schrauberbubies die Seitenweise über das ganze her ziehen.

  6. Hans Meier
    2. November 2015 zu 14:10 Antworten

    JP ist einfach der Beste :)

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