Cadillac CTS-V toppt AMG E63 S, Audi RS 5 und BMW M5?

CTS-V Superlative am fließenden Band

Da ist er also. Ob bewußt oder nicht, dass Cadillac den CTS-V an diesem berühmten 21. Oktober 2015 präsentierte, hatte schon etwas. Nicht nur das dieser Tag als Synonym für den Blockbuster Zurück in die Zukunft II gilt, hat er doch auch eine gewisse Tragweite für Cadillacs neuesten Sprössling.

Forward to the future

Auch wenn der CTS-V optisch nicht an den DeLorean aus dem Film herankommt, kann er doch so einiges, was 1985 prophezeit und vorgemacht wurde.

Eine Zeitmaschine?

Irgendwie schon, lässt der CTS-V doch alles hinter sich was Cadillac bisher entweder auf amerikanische oder andere Straßen der Welt losgelassen hat. Nebenbei glänzt er mit den typischen, zeitlosen, Designelementen eines Cadillacs. Kein anderes Auto kann so herrlich mit seinem Scheunentor grossen Kühlergrill und den senkrechten Rückleuchten, im Stil einer Apollo Rakete, protzen.

Brennende Reifen?

Nichts leichter als das. 649 PS (477 kW) produzieren hier 855 Nm. Reifen werden zum Brennmaterial degradiert.

Fliegen?

Nichts leichter als das. 320 km/h und in 3,7 sec von 0 – 100 km/h sprechen da wohl eine deutliche Sprache.

Technisches 5 Sterne Menü

Bei genauer Betrachtung des  Autos welches Audi’s RS 5, den BMW M5 sowie den AMG E63 schlagen soll lesen sich die Tech-Specs wie eine Menükarte aus einem Fünf-Sterne Tuningshop.

  • 6,2 Hubraum aus einem V8-Kompressor
  • Achtgang-Automatikgetriebe mit adaptiven Schaltprogrammen
  • Kohlefaser Motorhaube
  • Brembo® Hochleistungsbremsanlage
  • Magnetic Ride (3. Generation)
  • Intelligente Fahrwerkssteuerung mit renntauglichem Traktion Management
  • Gegenüber dem Standard CTS eine um 25% steifere Fahrzeugstruktur
  • Fahrmodi Langstrecke, Sport, Race und Schnee
  • Interieur mit Velours und Kohlfaser-Elementen und wahlweisen Recaro-Sportsitzen
  • Umfangreiches Assistenzpaket mit verschiedenen Parkhilfe-Systemen ua kann der CTS-V alleine in enge Parklücken fahren, Spurhalteassistent, Torwinkel-Assistenten, Frontkamera,…
  • Performance Data Recorder. Hier wird mittels der Frontkamera ein HD-Video der gewünschten Fahrtstrecke aufgezeichnet, mit Fahrdaten versehen um dieses entweder auszuwerten oder über soziale Netzwerke zu teilen.

Ausbalancierter Performance Sportwagen

Großes Augenmerk haben die Ingenieure darauf gelegt, den CTS-V trotz allem Biss als ausgewogenen Sportwagen zu entwickeln. Nicht umsonst war das Entwicklungsteam quasi Dauergast wenn die Nordschleife für Industriefahrten reserviert war. Dabei verliessen sich die Techniker auf den Radstand des Standard CTS von 2,910 m, veränderten dafür aber die Spurbreite um so ein Plus an Straßenlage zu erzielen. Den Kontakt zur Straße stellen geschmiedete Leichtmetallfelgen in der Größe 9,5 x 19 (vorne) und 10 x 19 (hinten) her. Darauf speziell entwickelte Michelin Pilot Super-Sport Pneus die laut Cadillac Kurvenkräfte bis zu knapp 1 g ermöglichen. Ziel dieser Rad/Reifenkombination ist, die ungefederten Massen klein zu halten und ein agiles Einlenkverhalten zu generieren.

Das sich Cadillac mit dem CTS-V quasi neu erfinden möchte zeigt die Konsequenz, mit der die Ingenieure an das Thema Fahrwerksdesign herangegangen sind. Fahrbarkeit soll hier das erklärte Ziel sein. Was nutzt der beste Antrieb wenn der ganze Kasten nicht auf der Piste zu halten ist. Das die Amerikaner hier ihre Lektion gelernt haben, zeigt der Aufwand der betrieben wurde.

  • Überarbeitete Mehrlenker VA-Aufhängung (Doppelgelenk mit McPherson-Federbeinen).
  • Anstatt die üblichen und witterungsanfälligen Elastomerbuchsen für Traggelenke zu verwenden, besitzt der CTS-V Hydro-Buchsen
  • High-Performance Federpaket
  • Verstärkte Querstabilisatoren
  • Servotonic II Lenkgetriebe von ZF
  • Fünf-Lenker HA-Aufhängung vermindert Rollbewegungen um die Längsachse
  • Komplett neues Setup aller Anlenkpunkte der VA- und HA-Konstruktion
  • Elektronisches Sperrdifferential
  • Speziell angepasste Antriebswellen (Fahrerseitig steifer) und Diabalancen beim Beschleunigen zu vermeiden.
  • Brembo Bremsanlage hatte ich schon erwähnt. Nicht aber das hier Bremsscheibenbiester von 390 mm (VA) und 365 mm (HA) Scheiben verwendet werden, welche vorne mittels 6-Kolben und hinten mit 4-Kolben Bremszangen zupacken.

Das ganze kann der Pilot mittels Magnetic Ride Control anhand von 4 Fahrmodi (Tour, Sport, Rennstrecke und Schnee) steuern. Allerdings möchte ich den sehen, der mit diesem Geschoß bei Schnee unterwegs ist. Wird der CTS-V artgerecht im Rennstreckenmodus bewegt, lassen sich Drehmoment und Bremseingriff zusätzlich in 5 Stufen fein justieren.

Racetech an Bord

Ist die eine oder andere Lufthutze an manchen Autos reine Zier und dient nur dem Prollfaktor, ist selbige beim schnellsten Cadillac aller Zeiten ein hochfunktionales Bauteil. Stilecht in einer Kohlefaser Motorhaube verbaut, gilt es hiermit nicht nur heiße Luft aus dem Kühler abzuführen sondern auch um Abtrieb zu erzeugen.

Großflächige Luftkanäle gewährleisten die korrekte Beatmung des Kompressors nebst Wärmetauscher.

Ein Frontsplitter der den Namen wirklich verdient ;-)

Schickes Interieur

Aber der CTS-V will nicht nur kompromisslose Fahrmaschine sondern auch eine elegante Limousine sein. Hierfür bringt er eine als sportlich zu beziffernde Innenausstattung mit wobei das sportlich nicht mit spartanisch verwechselt werden soll.

Der CTS-V ist serienmäßig mit 20-fach verstellbaren, beheizbaren und belüfteten Sport-Vordersitzen ausgestattet, die mit Semianilinleder bezogen und mit Einsätzen und Sitzlehnen aus Mikrofaser-Velours versehen sind. Die auf Wunsch erhältlichen Recaro-Sportsitze sind mit einstellbaren Sitzpolstern ausgestattet, die Fahrer und Beifahrer auch in schnell durchfahrenen Kurven sicheren Halt bieten. Neben ihrer Sportlichkeit zeichnen sie sich dank ihrer Bezüge aus Mulan-Leder sowie den Einsätzen und Sitzlehnen aus Mikrofaser-Velours durch eine hochwertige Anmutung aus.

Im CTS-V wurde eine spezielle Version der 12,3-Zoll-Instrumentenanzeige mit der für die V-Serien typischen Darstellung und markanten Rundinstrumenten sowie ein passend dazu abgestimmtes und individuell anpassbares Head-up-Farbdisplay integriert. Darüber hinaus verfügt das Fahrzeug über die neuesten Kommunikations-technologien von Cadillac:

  • CUE mit Bluetooth und Spracherkennung
  • Apple CarPlay, das Fahrern mit einem iPhone erlaubt, über den berührungsempfindlichen Bildschirm oder mittels Spracheingabe via Siri Anrufe zu tätigen, Mitteilungen zu erhalten oder Musik zu hören
  • Siri Eyes Free und Vorlesefunktion, die eingehende SMS in Sprache umwandelt und sie über die Lautsprecher des Audiosystems ausgibt
  • Navigations-Paket mit Bose Surround-Sound
  • Induktives (kabelloses) Laden von Mobilgeräten

Der Performance Data Recorder wird über den Farbtouchscreen des CUE bedient, und die aufgezeichneten Videos lassen sich bei  abgestelltem Fahrzeug auf dem Bildschirm wiedergeben.

Herausforderung gesucht

Das was Cadillac hier liefert ist schon ein recht krasses Auto. 649 PS und 855 Nm sind eine echte Ansage an die arrivierten Platzhirsche. Wie weit der US-Amerikaner hier den Spezialisten von AMG, Audi, BMW und Porsche das Wasser reichen kann wird sich zeigen. Ich bin gespannt!

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Ein Kommentar

  1. Am 25. Oktober 2015 gefunden … | wABss
    26. Oktober 2015 zu 03:58 Antworten

    […] Cadillac CTS-V toppt AMG E63 S, Audi RS 5 und BMW M5?, gefunden bei der-auto-blogger.de (0.4 Buzz-Faktor) […]

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