Die Technik des Nissan GT-R LM Nismo

Im Mai 2014 angekündigt, hier geht es zum Artikel, soll es nun im Juni 2015 endlich soweit sein. Nissan tritt sein Comeback beim 24h Rennen von Le Mans an. Dabei soll der von Andy Palmer, damals Nissan Chief Planning Officer, angekündigte LMP1 Bolide alle bekannten Designgrenzen sprengen und mit einem völlig anderen Layout antreten als beispielsweise die Konkurrenten von Audi, Porsche und Toyota.

Bereits in der letzten Woche sickerten hierzu einige der technischen Details durch und rundeten das Bild eines spektakulären Rennwagens ab. Rein optisch könnte der Wagen aus einem Batman Film kommen, verbirgt er doch unter dem roten Carbonkleid ebenfalls spektakuläre Technik. Genauso spektakulär wurde dann beim gestrigen Super-Bowl die Katze bzw Godzilla aus dem Sack gelassen. Der dort gezeigte 60 Sekunden dauernde Clip soll dabei ein Budget von 10 Mio. US-Dollar verschlungen haben.

Mit Frontantrieb über die Sarthe

Richtig gelesen, Nissan schmeißt mit dem GT-R LM Nismo bekannte und erfolgreiche Designkonzepte über den Haufen und verfrachtet den Fahrer hinter den Motor. Dieses, eigentlich gängige Konzept für Straßenfahrzeuge, wurde bereits in Le Mans von anderen Rennställen eingesetzt. Mehr oder weniger erfolgreich, wie die Geschichtsbücher zu den Namen Panoz LMP1 und LMP07 vermelden.
Das Reglement erlaubt natürlich auch diese Anordnung beim Aufbau eines Rennwagens, aber jeder der schon einmal mit einem Mittelmotor Sportwagen unterwegs war wird die Vorzüge der zentralen Gewichtsansammlung schätzen.

Nissan GT-R LM Nismo

Das von Nissan verwendete Layout dagegen heimst einige nicht absprechbare Nachteile ein. Der Schwerpunkt des Wagens wird deutlich weiter vorne liegen als es der Fahrbarkeit eines Langstrecken Renners gut tun würde. Das Einbaukonzept bringt Abstriche bei der Nutzung der Aerodynamik mit sich, der Platz für Diffusor und Flügel wird geringer sein, folglich muß Abtrieb anders generiert werden. Dabei wird auch wenig Platz für seitliche Durchströmungen vorhanden sein.

Der Arbeitsplatz des Piloten wird ebenfalls gewisse Einschränkungen mit sich bringen. Schon im Panoz klagten die Fahrer über starke Hitzeentwicklung, und das bei einem offenen Rennwagen! Im Nissan GT-R LM Pismo sitzen die Fahrer in einem geschlossenen Cockpit hinter Motor, Kühler und Getriebe. Die Versorgung der Fahrer mit Frischluft und Flüssigkeit wird dadurch zu einer elementaren Notwendigkeit um über 24h am Limit fahren zu können.

Der Antrieb des Rennwagens wird nun also über die Vorderachse erfolgen und mittels Hybridpower die Hinterachse hinzuschalten. Kein anderes Werksteam nutzt dieses Konzept. Besonders auffällig hier die verschiedenen Breiten der Achsen. War der skurrile Delta-Wing/ZEOD vorne schmaler als am Heck wird es beim GT-R LM Pismo genau anders sein. Die Hauptantriebsachse/Vorderachse wird breiter sein als die Hinterachse was auch spezielle Reifengrößen bedingen wird. Michelin wird es richten, wenn anstelle der üblichen 18″ Räder auf 14″ gefahren werden soll.

Motorleistung satt

Aus Insiderkreisen werden auch Details zum Antriebsaggregat genannt. Das von Cosworth stammende F1 Aggregat soll dabei roundabout 600 PS liefern, wobei diese durch die Hinzuschaltung der Hybridantriebe natürlich erhöht wird. Wenn es so kommt wie es prophezeit wird und Nissan in der 8-MJ-Hybridklasse antritt, sollten es unter dem Strich gute 1.000 PS werden die dem Fahrer kurzzeitig zur Verfügung stehen werden.

Wieso – weshalb – warum

… dieses Konzept zum Einsatz kommt kann nur Nissan beantworten. Sollte der Wagen die 24h überstehen und auf einem ansehnlichen Platz einlaufen wäre dies eine nette Zusprache für den Nissan GT-R. Wenn nicht, reiht sich der Wagen in die lange Liste der erfolglosen Le Mans Designkonzepte ein. Wie es ausgehen wird erleben wir am zweiten Juni Wochenende.

Ähnliche Artikel

Hinterlasse ein Kommentar