Fahrbericht: SEAT Mii by Mango als Ecofuel Version

Ein lustiges, schickes und sehr außergewöhnliches Auto schließt die Testwagensaison 2014 für mich, unter Umständen, ab.
Back to the roots und sich wieder einmal selber erden, damit es nach solchen Krachern wie dem Audi RS 4 Avant, dem 265 PS starken Renault Mégane Coupe oder dem Familiensupercruiser Honda CR-V nicht zum Automobilen Exodus kommt.

Einfach mal was anderes. Und was eignet sich da besser als ein Vertreter des Microcar-Segmentes wie z.B. der kleine und putzige SEAT Mii by Mango der mir darüber hinaus noch als Ecofuel in Erdgasausführung zur Verfügung stand.
Btw. war der Mii in der Sonderedition „Mii by Mango“ das erste Auto, das mich mit Erdgas in Berührung brachte. Unvergeßlich mein erstes Mal! Also ich meine damit das erste mal Erdgastanken, denn wenn mit hörbar immensen Druck das Gas in den Wagen gepresst wird, können schon die Knie schon einmal weich werden ;-)

Das erste Mal eben ;-)

Schick und sehr speziell

Mit einem ungewohnt deutlich, aus dem nur knapp einen Meter entfernten Heck, hörbaren „ploing“ quittiert der kleine Erdgasrenner das Einschalten der Zündung. Dieses herrlich anzuhörende, weil in keinem anderen Auto jemals gehörte, „ploing“ wird wohl ein Sicherheitsventil in der Nähe des 11 kg großen Erdgastankes sein.

SEAT Mii by Mango

SEAT Mii by Mango

„ploing“ – „ploing“ – „ploing“ – herrlich :D

Auch das weiterdrehen des Zündschlüssels löst ein völlig neuartiges Geräusch aus und animiert den kleinen, nur 999 cm³ großen, Dreizylinder zu einer Ballade ungewohnter und leicht schnatternder Töne. Ein letztes sanftes schütteln und das kleine Motörchen ist zum Leben erweckt und einsatzbereit.

Das Einlegen des ersten der fünf von Hand zu schaltenden Gänge geht  schnell und reibungslos von statten und im Nu setzt sich der kleine 5-Türer in Bewegung. Die leicht tapsige Geräuschkulisse verebbt ab ca. 30 km/h und geht in einen etwas raueren Sound über. Das der kleine Dreizylinder nicht butterweich laufen kann, liegt an der Tücke des Designs. In wie weit hier der Gasantrieb noch mit verantwortlich ist, kann ich nicht mit Sicherheit sagen.

SEAT Mii by Mango

SEAT Mii by Mango

So skeptisch ich diesem kleinen Gasrenner auch gegenüber stand, er fährt sich für seine 68 PS ganz annehmbar, kann aber mit seinem maximalen Drehmoment von 90 Nm natürlich keine Bäume ausreißen. Aber um in der Stadt im Verkehr mitzurollen, völlig in Ordnung. Und gerade hier fühlt sich der nur 3,55 m kurze Mii am wohlsten.

Flott, flink, 1,64 m schmal und auf einem sprichwörtlichen Kanaldeckel zu wenden, so soll ein Stadtauto sein. Gepaart mit einem mehr als geringen Verbrauch, sowohl im Gas- als auch im Benzinbetrieb bietet sich der Mii by Mango für Shopping Touren in der City mehr als an. Auch wenn der fünftürige Mii ganze Horden kaufwütiger, wohl meist junger Frauen, in die Shoppingmeilen transportieren möchte, ein logischer Schluß wäre bei zwei Erwachsenen zu ziehen.

So gut die fünf Türen auch gemeint sind, auf den vorderen Sitzen untergebrachte normal große Mitteleuropäerinnen benötigen eine Sitzposition die im Fond kaum noch Beinfreiheit lässt. Dafür lassen sich die beiden hinteren Türen dann prima zur Unterbringung und Verwahrung von Shoppingtrophäen nutzen. Welches Auto hat schon drei Kofferraumtüren?

Und sonst?

Der SEAT Mii by Mango ist schon allein aufgrund seiner speziellen Lackierung ein Hingucker. Glam nennt sich die Farbe und wird wahrscheinlich volksläufig gerne als „creme“ bezeichnet. Vielleicht nicht Jederfraus Sache aber trotzdem angenehm – auffällig – unauffällig. Die Scheiben ab B-Säule sind abgedunkelt und sorgen für eine recht coole Optik und schützen weiterhin die auf der Rückbank platzierten Einkäufe vor neugierigen Blicken.

SEAT Mii by Mango

SEAT Mii by Mango

Im Innenraum geht es extravagant weiter. Beide vorderen Sitze verfügen über, mit Glattleder bespannte, Sitzwangen die die eigentliche Alcantara Sitzfläche umrahmen während die Rückbank „nur“ mit Alcantara, ohne die Ledereinsätze, auskommen muss – macht aber nix. Akzentuiert wird das ganze durch Zierkeder in Wagenfarbe.
Die in Wagenfarbe gesetzten Akzente wiederholen sich auch beim Armaturenbrett an diversen Instrumenten und sorgen so für einen extra vaganten Look.
Schick!!

SEAT Mii by Mango

SEAT Mii by Mango

Wie immer bin ich über das SEAT Portable System (SPS) positiv erstaunt. Perfekt zu erreichen thront es über dem Armaturenbrett um den Fahrer auf dem laufenden in Sachen Navigation, Fahrzeugdaten oder Musik zu halten. Nebenbei kümmert es sich noch als Telefonschnittstelle darum, das der Fahrer dank Freisprecheinrichtung und Sprachsteuerung die Hände am Lenkrad lassen kann. Sollte der Wagen in schummrigen Gegenden abgestellt werden müssen, kann das Display ruckzuck abgenommen und in der Tasche verstaut werden.

Auch die Bedienung des SPS geht gut von der Hand. Ist das Gadget einmal richtig eingestellt und nach seinen Wünschen konfiguriert, erinnert es zuverlässig an die Richtgeschwindigkeit und warnt vor, den an Gefahrenstellen aufgestellten, Blitzern. Erstklassig!

SEAT Mii by Mango

SEAT Mii by Mango

Ausstattungen

In Sachen Ausstattung muss sich der kleinste SEAT nicht verstecken, folgende Ausstattungsmerkmale sind in der Basis zum Preis von 15.050 € bereits enthalten:

  • Servolenkung
  • ZV mit Funkfernbedienung
  • elekt. Fensterheber vorne
  • ESP/ABS/Berganfahrassistent
  • Leder an Lenkrad und Schaltknauf
  • SEAT Sound System 1.1 MP3 Wiedergabe/AUX Klimaanlage

Der gut ausgestattete Testwagen legte noch einen drauf und brachte einiges an zusätzlichen Extras mit:

  • 4 Zusatzlautsprecher
  • Safety Assistant
  • SEAT Portable System (Navi & Entertainment)
  • Comfort-Drive Paket
  • Panorama-Schiebedach
  • Vordersitze beheizbar
  • getönte Scheiben (ab B-Säule)
  • DAB Radio

Hier durch stieg der Preis des Testwagen auf 18.175 €

SEAT Mii by Mango

SEAT Mii by Mango

Mit olé zur Erdgastanké

So toll und sparsam der Erdgasantrieb des Mii auch sein mag, er ist seiner Zeit noch etwas voraus denn das Netz von Erdgastankstellen ist noch zu lückenhaft. Schnell wird die Routenplanung so zum Krisenmanagement, wenn erhoffte Erdgasdepots leer oder defekt sind. Eine Testfahrt nach Mainz wurde so zu einem Suchspiel, wo an der Bundesautobahn (BAB) A45 und A3 Erdgas verfügbar wäre und wie lang der Benzintank noch befüllt ist. Alle 150 km diesen  wieder aufzufüllen weil der Gastank leer ist, wird schnell mühselig.

Dafür belohnt der Mii im Erdgasbetrieb mit einem Verbrauch von ca. 3,1 kg/100 km. Während meiner Testphase kostete das Kilo Erdgas etwas über einen Euro wodurch die Verbrauchskosten bei ca 3,3 € auf 100 km lagen. Ein SPITZENWERT!! So ergaben sich realistische Reichweiten (nur Erdgas) von ca. 280 km. Toll!

Mein Fazit

Für mich persönlich wäre ein Kleinwagen wie der Mii nichts. Ich kann mit diesem Auto weder meine Familie angemessen befördern noch meinem Freizeitbedarf nachkommen. Auch als Langstreckenfahrzeug scheidet der Kleine, wegen der Infrastukturellen Einschränkungen, aus.

Wer jedoch einen kleinen City-Hopper sucht, der ihn dank Gasantrieb spottbillig in die City und zurück fährt sollte einen Mii beim freundlichen SEAT Depot betrachten und prüfen. Wer weiß womit es beim nächsten Shoppen dann in die Stadt geht.

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Ein Kommentar

  1. Am 01. December 2014 gefunden … – wABss
    2. Dezember 2014 zu 06:07 Antworten

    […] Fahrbericht: SEAT Mii by Mango als Ecofuel Version, gefunden bei der-auto-blogger.de […]

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