Flinker Franzose – Peugeot RCZ R

Peugeot hatte am letzten Wochenende verschiedene Kunden, Journalisten und Blogger an den Nürburgring eingeladen. Das Thema dabei sollte das Sportcoupe des französischen Herstellers, der Peugeot RCZ R, sein.

Bisher hatte ich den RCZ sporadisch hier und da einmal gesehen, ihn aber nicht wirklich als Sportcoupe wahrgenommen, saßen doch meist junge Damen in dem Fahrzeug und zogen die Blicke auf sich. Ich hielt ihn irgendwie für eine Coupe Version des 308 Cabrio. Faltdach raus – festes Dach rein. Wird sowieso vom Dermatologen empfohlen ;-)

Peugeot RCZ R

Nun hatte also Peugeot für den Sonntag an die Nordschleife eingeladen, um dort dem, nun mit einem roten R versehenen, RCZ auf den Zahn fühlen zu können. Die Aussicht, den 270 PS starken Fronttriebler sportlich über die Nordschleife zu bewegen, hat mich extrem gereizt. Leider wurde aufgrund der Witterungsbedingungen dieses Angebot gestrichen. Nun galt es also den Wagen auf den Landstraßen rund um die Rennstrecke zu erfahren, um anschließend hier im Blog darüber zu schreiben. Leider wurde auch hier die Fahrzeit extrem beschnitten und es kam nur zu einer etwa 5 km langen Runde.

Und nun?

Knackige Aufgabe: Wie kann ich ein Auto beschreiben, in welchem ich nur wenige Minuten verbracht habe. Es startete mit einer langweiligen Kolonnenfahrt hinter einer Fahranfängerin über Land *gähn*.

Es folgte eine Taxifahrt über die Nordschleife, mit Stephanè Caillet als Pilot, der u.a. 3 x Klassensieger beim 24h Rennen war. Beides hat jeweils ca 9 Minuten gedauert *boah*.

Made in Austria

Das, was Peugeot hier als zweisitziges Sportcoupe anbietet, ist allerdings ein echt starkes Stück. Eine gedrungene und elegante Form bietet der stärkste (Serien)Peugeot aller Zeiten. Ich kann es mir nicht verkneifen, hier den optischen Vergleich mit einem Audi TT zu machen. Im Gegensatz zu diesem, ist die Silhouette des RCZ R nicht so durchgängig geschwungen. Kurz hinter der Heckscheibe gibt es noch einmal einen ordentlichen Winkel in der Silhouette, bevor diese leicht geschwungen und von einem kleinen Bürzelspoiler unterbrochen zum Heck hin ausläuft. Dort, auf der rechten Seite, trägt der flinke Franzose auch das berühmt berüchtigte rote R. Allerdings kennzeichnet ihn das dann auch als ein Fahrzeug aus, welches bei Magna (Österreich) gefertigt wurde.

Peugeot RCZ R

Der RCZ R macht optisch auf jedenfalls einen sehr sportlichen Eindruck. Tiefer als der einfache RCZ, Heckspoiler hatte ich bereits erwähnt, einen angedeuteten Diffusor und 19″ Völlige Leichtmetallfelgen, an denen ebenfalls das R zu sehen ist. Das Interieur wirkt sehr wertig, graues Leder mit roten Ziernähten an den Sportsitzen und anderen prominenten Stellen macht schon ordentlich was her. Die Sitze möchte ich als gelungenen Kompromiss bezeichnen. Klasse Seitenhalt auch im Bereich der Lehne und auf Anhieb bequem. Wohlfühlstimmung! Super gefallen hat mir das 3-Speichen Sportlenkrad. Um hier die optimale Griffpostion (09 & 03 Uhr) erreichen zu können, sind die beiden waagrechten Speichen ordentlich versetzt und der Daumen rastet förmlich ein. Ehrlich gesagt, kann ich aufgrund der wirklich sehr kurzen Fahrzeiten nicht wirklich etwas zum Thema Ergonomie der Bedienelemente und Aussagefähigkeit der Instrumente sagen.

Flotter Franzose mit Lederhose

Knackige 270 PS haben die Ingenieure aus einem 1.6 Liter Turbomotor gekitzelt. Mitgekitzelt haben da allerdings auch Ingenieure von BMW, stammt doch dieser Motor aus der beiderseitigen Motorenkooperation. Im Inneren der Vierzylinder mühen sich die guten Kolben von Mahle ab, um die Zwangsbeatmung des Turbos ordentlich umzusetzen. Dieser pustet, wie mir unser französischer Guide verriet, mit „onepointesix“ bar Luft in die Brennräume. Nicht wenig für einen Serienmotor, aber wohl nötig um die Leistung erzielen zu können. Die Beschleunigung des Coupés ist mehr als ordentlich, die 330 Nm machen ordentlich Druck und der Sprint auf 100 km/h ist nach ca 6,1 sec erledigt. Ohne das befürchtete Turboloch marschiert der Wagen vehement nach vorne, dabei nimmt er alle Kommandos des Gaspedals schnell an und erleichtert so eine flotte Fahrt. Die Geräuschkulisse, die er dabei aus seinen beiden armdicken Endrohren abgibt, klingt wohlig sonor. Nicht besonders heiser, nicht extrem grollig – irgendwie dazwischen. Leider konnte ich wegen der oben erwähnten Fahranfängerin den Vortrieb nicht voll ausreizen. Stattdessen kam ich aber öfter in den Genuss dem RCZ R in Sachen Bremsleistung auf den Zahn fühlen zu müssen, stand Blondie doch öfters fast still, um ungläubig auf diverse Kurvenkombinationen zu schauen. Jedoch das, was die, ich sage immer noch Franzosen, da verbaut haben, ist schon ganz was feines. Die vordere geschlitzte Bremsscheibe füllt die 19″ Zoll Felge fast komplett aus. Zwischen Felge und Scheibe passt so gerade noch ein kleiner Finger, mehr aber auch nicht! Darauf pressen rot lackierte, ich denke es waren Brembo, Vierkolben-Bremssättel die üppig dimensionnierten Bremsbeläge.

Peugeot RCZ R

Was mir nicht gefallen hat, war die Hakeligkeit des 6-Gang Getriebes. Ist der Antriebsstrang beim Beschleunigen auf Zug, lassen sich die Gänge sauber und schnell durchschalten. Fehlt diese Vorspannung, ließen sich die Gänge nur sehr hakelig einlegen.

Auch in Sachen Fahrwerk konnte ich mir kein richtiges Bild machen. Der Peugeot RCZ R fühlte sich straff genug an, um auch eine sportliche Fahrweise zu ermöglichen, dabei aber nicht zu hart um umkomfortabel zu wirken. So wie der RCZ R sich anfühlte, sollte er auf engen und steilen Strassen eine Menge Spaß bereiten. Den sportlichen Charakter nehme ich ihm voll ab und daß Peugeot Ahnung von Sportwagen besitzt, zeigen zahlreiche Erfolge in Le Mans und beim 24h-Rennen in der Eifel auf. Sehr gerne würde ich den Wagen intensiver auf den verwinkelten Straßen im Sauerland und dem bergischen Land fahren und austesten. Spaß machen tut er auf jedenfall.

Peugeot RCZ R

Teures Vergnügen das Spaß macht

Der Peugeot RCZ R muss sich so wie er ist nicht verstecken. Er macht optisch ordentlich was her und besitzt eine angenehme Eigenständigkeit. Die Fahrleistungen machten ebenfalls einen vielversprechenden Eindruck. Allerdings kostet der RCZ R auch ordentlich Geld. Der freundliche Peugeot Händler erwartet hier ein Minimum von ca. 41.000 €. Okay, jetzt wieder der Vergleich zum Audi TT. Dieser ist zwar noch teurer, allerdings sieht die Sache im Wiederverkauf dann wieder ganz anders aus. Hier wird der Audi seinem Erstbesitzer prozentual besser stehen als der Peugeot. Aber warum soll in Sachen Spaß nicht mal etwas Geld auf der Strecke bleiben dürfen.

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2 Kommentare

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