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Volkswagen Car-Net – Ein Blick hinter die Kulissen – Teil 1

App Spielwiese

VW Car-Net

Komplettes App-Portfolio aus Wolfsburg

Da stehen sie nun, die drei Hauptprotagonisten des heutigen Tages. Zum einen ein silberner Golf GTE der mit seinen blau schimmernden Applikationen versucht der müden Dezembersonne etwas Glanz abzuringen. Daneben dann die beiden Mitarbeiter des VW Konzerns, bewaffnet mit einem Smartphone in der Hand. Nicht weil die beiden Smombies wären sondern weil sie mit dem VW Golf GTE und dem Smartphone ihre Brötchen verdienen.

Der Golf GTE ist ein Versuchsträger mit dem Marc Beckmann und Sebastian Schiebe, sowie ein weiteres Team von Entwicklern und Software Ingenieuren, die Vernetzung der Volkswagen Modellpalette perfektionieren. Infotainment- und Multimediasysteme sind die beiden Hauptbegriffe um die es hier und heute gehen soll.

VW Car-Net

Und so geht es dann auch schnell und zackig zur Sache beziehungsweise nach einem kurzen Gesamtüberblick ins Auto. Volkswagen bündelt unter dem Begriff Car-Net alles was in Sachen Apps und Vernetzung angeboten wird. Dabei wird Car-Net in drei Bereiche unterteilt.

e-Remote

VW Car-NetDies ist der Überbegriff für alles was mit der Fernsteuerung eines e-Modells von Volkswagen zu tun hat. Dabei kann mittels der Car-Net e-Remote App bequem vom Smartphone (fast) alles mögliche am Fahrzeug konfiguriert werden. Anwendungsbeispiele dafür sind unter anderem das Batterie Management (Starten bzw. Stoppen des Ladevorganges und Kontrolle des Ladestandes), die Programmierung der Abfahrtszeiten um  dann über den perfekten Ladestand zu verfügen.

Hängt das Fahrzeug am Stromnetz, kann mittels e-Remote auch die Klimatisierung des Fahrzeuges erfolgen. Im Sommer kann so der Wagen angenehm kühl sein, im Winter dagegen mittels der elektronischen Standheizung muckelig vorgewärmt werden.

Aber e-Remote offeriert noch viel mehr an Funktionen. Die Analyse der Fahrdaten liefert Informationen zum Verbrauch bzw. der Nutzung der elektronischen Kapazitäten, wogegen der Fahrzeugstatus Auskunft über Restreichweite und Kilometerstand gibt.

Eine tolle Anwendung ist auch die Speicherung der letzten Parkposition nebst der Abfrage ob der Wagen verschlossen und abgedunkelt ist.

Für die Nutzung von Car-Net ist Voraussetzung, eines der folgenden Infotainment-Systeme an Bord zu haben:

  • Discover Media
  • Discover Pro
  • maps + more

Guide & Inform

VW Car-NetGuide & Inform umsorgt den Fahrer bei zahlreichen Informationsthemen. Hierzu werden fertige Informationen von diversen Content-Lieferanten an ein im Fahrzeug verbautes GSM-Modul „gepushed“ um so dem Fahrer auf dem laufenden zu halten. Ganz viel kommt hier mittels Onkel Google ins Fahrzeug, bei so sensiblen Themen wie Online Verkehrsinformationen vertraut Volkswagen allerdings auf die Spezialisten von TomTom (siehe Artikel bezüglich TomTom HD Traffic).

Im Rahmen dieses Contentangebots werden natürlich auch Lokationsbedingte Informationen dem Nutzer zur Verfügung gestellt. Dies können zum einen diverse POI (Point of Interest) sein, freie und verfügbare Ladestationen für das e-Mobile oder aber auch die gute alte Tankstelle für den Wagen mit Verbrenner. Das für letzteren natürlich auch die aktuellen Kraftstoffpreise genannt werden versteht sich von selber.

Ganz nett die Vorstellung, beim Befahren einer Straße direkt Restaurants und freie Parkplätze angezeigt zu bekommen.

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Ein mehr als nützlicher Ansatz ist in diesem Zusammenhang, am Heim- oder Büro-PC erstellte Routenplanungen OTA (Over the Air) an die Car-Net Applikation zu senden. Wer möchte kann sich so mittels Google Street View oder Google Earth ein 1:1 Bild seines Reisezieles machen.

Nebenbei liefert Guide & Inform natürlich auch Nachrichten und Wetterinformationen direkt ans Fahrzeug.

Zur Nutzung der Guide & Inform Apps ist das Infotainment-System Discovery Media Paket Basic oder aber Discovery Pro Paket Plus Voraussetzung. Gerade letzteres liefert hier einen deutlich gesteigerten Funktionsumfang.

App-Connect

VW Car-NetSo, das war bis jetzt sozusagen die Pflicht. In der nun kommenden Kür wird es (hoffentlich) richtig Nerdig und hoffentlich nicht zu abgefahren. Unter dem Überbegriff App-Connect ist alles zu verstehen, was vom Smartphone in den Volkswagen geAPPed werden soll. Eine herrliche Spielwiese, nicht nur für die Entwickler.

VW Car-Net

Schnittstellen für alle

VW Car-NetApp-Connect bietet dazu drei verschiedene Technologien; die Intelligenz des Smartphones dem Auto anzudienen. Zu allererst wäre hier der freie Übertragungsstandard MirrorLink zu nennen. Dabei werden auf dem Smartphone etablierte Apps auf das im Fahrzeug verbaute Infotainment-System gespiegelt. Voraussetzung ist hier ein MirrorLink fähiges Device sowie ein USB-Kabel. Fast alle modernen Android- und Apple Smartphones sollten diesen Standard beherrschen, obwohl gerade hierzu natürlich eigene Lösungen offeriert werden.

Aber MirrorLink ist eben auch die Chance für Nutzer von, eher exotischeren Endgeräten wie z.B., Windows Mobile Phone oder Blackberrys.

Volkswagen selber bietet natürlich auch eigene MirrorLink zertifizierte Apps an um die Vernetzung zu Car-Net zu gewährleisten. Einige dieser Apps, wie z.B. Call & Remind – ein per Sprache geführtes Aufgaben- und ToDo-Tool, sind dabei sehr produktiv einzusetzen. Gerade dieses sollte Autobloggers Lieblingstool sein, lassen sich doch so die zahlreichen Eindrücke und Notizen prima archivieren.

Sehr schön hier der Ansatz der App Sound Journey. Einmal gestartet spielt Sound Journey eine, angepasst an ein Genre und der Fahrstrecke, individuelle Playlist ab. Diese kann natürlich auch aufgezeichnet werden.

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Eine weitere App durfte ich schon während der VW Touran Testfahrt rund um Amsterdam kennenlernen. Cam Connect. Hierbei werden die Bilder einer im Fahrzeug verbauten ActionCam direkt in das Infotainment-Display des VW übertragen. Ideal um die Kinder auf der Rückbank oder den Hund im Kofferraum überwachen zu können. Sinnvollerweise werden hier während der Fahrt nur Standbilder gezeigt bzw. werden Videos nur im Stand angeboten. Schade ist, dass hier nur der Einsatz von ActionCams des Marktführers GoPro vorgesehen ist. Die Übertragungsprotokolle der ActionCams anderer Hersteller, wie zum Beispiel die Bandit von TomTom, scheitern hier.

Bevor wir gleich zu unseren beiden Highlights der MirrorLink Apps kommen noch ein paar Worte zur App Shared Audio. Hier können die Insassen, unabhängig von ihrem Smartphone, per Bluetooth Songs zu einer gemeinsamen Playlist beisteuern die dann im Fahrzeug abgespielt werden kann. Klasse Idee.

Wenn <> Dann <3

Nun aber, wie angekündigt, zu unseren MirrorLink Highlights die auf die Namen Think Blue. Trainer und My Rules hören. My Rules kennt jeder der sich schon einmal mit dem Productivity Dienst IFTTT (if this than that) beschäftigt hat. Hier können Regeln bestimmt werden, die dann bestimmte Aktionen auslösen.

Dies ist Spielwiese pur, wobei neben allem Spaß auch Meganützliche erzeugt werden können.

Eine dieser Wenn <> Dann Regeln könnte sein, beim verlassen des Büros, während eines festgelegten Zeitfensters, eine Nachricht nach Hause zu schicken.

Während der Testfahrt mit den beiden App-Spezialisten von VW definierten wir eine Regel, die in Abhängigkeit der Richtung des Blinkers verschiedene Radiosender abspielte. Purer Quatsch, aber ein nettes Beispiel für mögliche Anwendungen.

Eine weitere, nur grob skizzierte, Anwendung wäre in Abhängigkeit der Fahrgeschwindigkeit, andere als die bevorzugten Musikgenres abzuspielen. Wenn so dem eingefleischten Rocker auf einmal Helene Fischers „Atemlos durch die Nacht“ entgegen trällert wird dieser schnellstens sein Tempo anpassen um nicht an Ohrenpest einzugehen.

Battle’n für die Umwelt

Das Umweltschutz  schon im kleinen anfangen und auch Spaß machen kann, zeigt die App Think Blue. Trainer! Hierbei stellt die App dem Fahrer, ohne diesen großartig abzulenken, diverse Aufgaben die dem Umweltschutz dienlich sind.

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Sei es mit einem aufgeräumten möglichst leeren Kofferraum unterwegs zu sein, um so Gewicht zu sparen, oder die letzten 100 Meter vor einer Ampel rekupierend auszurollen.

Die Bewältigung dieser Aufgaben werden von der App aufgezeichnet und ausgewertet. Erfüllt der Fahrer diese Missionen wird er mit grafischen Awards belohnt, welche er in seinem Car-Net Profil sammeln und auch anderen zeigen kann. Schnell wird hier der männliche Ehrgeiz nebst seinem kleinen Bruder, dem Spieltrieb, geweckt und die Battle mit Kollegen und Freunden kann beginnen.

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Hier geht es zum Teil zwei des Artikels mit den Schwerpunkten Apple CarPlay und Android Auto.

Animationen und Grafiken © VW AG

 

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