Kia Sorento 2.2 CRDI – Big Boy aus Korea

Aufbruch ins Premium Segment

Da ist er also endlich auch in unserem Testwagenkalender angekommen. Der Sorento, Kia’s grösster Auftritt in Sachen SUV und zwischenzeitlich schon in der 3. Generation angekommen. Was es mit dem Big Boy aus Korea auf sich hat, wollen wir hier aufzeigen.

Über alle drei Generation des Sorento ist es Kia gelungen, weltweit mehr als 2 Millionen Fahrzeuge zu verkaufen. Alleine nach Deutschland wurden dazu mehr als 60.000 Fahrzeuge importiert. Der uns zur Verfügung stehende Kia Sorento stammt aus dem Modelljahr 2015 und wird von dem 2.2 CRDI Motor nebst 6-Gang Automatik und permanentem Allrad angetrieben. An Neuerungen bringt der neueste Kia Sorento, neben einer tollen und frischen Optik, ein ordentliches Plus an Länge mit. Stattliche 4,78 m sind es nun, und damit 9,5 cm mehr als noch beim Vorgänger. Länge läuft eben – auch bei großen SUVs <3

Kia Sorento

Leider hat der neue SUV aber nicht in allen Belangen zugelegt. Gerade bei einem derart mächtigen Wagen wie dem Kia Sorento verblüfft die maximale Anhängelast von nur 2,0 Tonnen (Automatikgetriebe) bzw. 2,5 Tonnen (manuelles Schaltgetriebe). Okay, einen Wohnwagen damit zu ziehen ist kein Thema, wer aber ein Boot oder einen Pferdeanhänger ziehen möchte, wird möglicherweise vor Probleme stoßen. Wirklich schade, da doch der mächtige 2.2 CRDI Motor gerade dafür prädestiniert ist, solche Lasten easypeasy wegzuschaufeln.
Bemerkenswert, dass sich Kia damit nicht dem Downsizing-Trend komplett verschreibt, sondern einen mächtigen Selbstzünder im Programm hält.
Aber genug der Worte, wie hat sich denn der Dicke so bei uns geschlagen?

Exterieur

Wie immer beginnt ein Test bei uns mit dem Gang um das Auto. Der Kia Sorento wirkt hier groß und mächtig, ohne dabei an Eleganz zu verlieren. Geradezu fließend laufen rechts und links die leicht schräg gestellten Scheinwerfer aus dem mächtigen Kühlergrill. Viel Chrom setzt diesen senkrecht stehenden Grill in Szene und lassen die ganze Fort sehr wertig aussehen.

Kia Sorento

Die bereits eben erwähnten Scheinwerfer leiten unterdes den Schwung der Front in die leicht ansteigende Motorhaube bzw. A-Säule weiter, bevor sich ein fast waagrechtes Dach anschließt. Bei der Betrachtung der Seiten wirkt der Sorento leicht gedrungen und nicht mehr so hoch wie noch sein Vorgänger. Beim Blick in die technischen Daten wird der Eindruck verstärkt, hat er doch gegenüber dem vorherigen Sorento an Bodenfreiheit verloren, macht dies aber durch ein Plus an Länge (9,5 cm) und Radstand (7,5 cm) wieder wett. Ein Geländegänger soll und kann er eben nicht sein.

Kia Sorento

Auch hier fallen wieder die mächtigen Chromleisten auf, die sowohl die Beltline markieren als auch die Fenster einrahmen. Schick sieht er aus!

Interieur

Wie schon in unserem zuletzt getesteten Kia, dem cee’d GT pro, ist auch beim Sorento das Interieur angenehm aufgeräumt und bietet ein freundliches Ambiente. Nach dem Motto weniger ist mehr, hält sich der Einsatz von Gimmicks und Schnickschnack sehr in Grenzen. Als Fahrer profitiert man so von intuitiv und logisch angebrachten Schaltern und Bedienelementen.

Kia Sorento

Neben den gut ablesbaren Instrumenten wird das Cockpit von dem Infotainment-Multimediadisplay dominiert, welches in einer edel anmutenden Aluminium-Spange thront. Auch hier hält sich Kia an die „weniger ist mehr Regel“ und bietet neben der Touch-Bedienung nur wenige, wohl platzierte Knöpfe an.

Kia Sorento

Unmittelbar darunter befindet sich eine großflächige Bedieneinheit zur Regelung und Einstellung von Lüftung, Heizung und der Zwei-Zonen Klimaanlage. Auch dieses Modul lässt sich intuitiv bedienen und gefällt durch sein aufgeräumtes Design.

Zum Interieur gehört natürlich auch die Sitzanlage. Hier bietet der von uns getestete Sorento leider nur mit Stoff bespannte Sitze, die allerdings einen extrem guten Eindruck machten. Die vorderen Sitze bieten einen erstklassigen Seitenhalt und unerwartet guten Komfort, was natürlich auch der angenehm aufrechten Sitzposition geschuldet ist. Eine Sitzheizung rundet das angenehme Sitzerlebnis ab.

Auch im Fond fühlten sich die Passagiere ausgesprochen wohl. Dank ISOfix war hier der Sitz vom Junior schnell verbaut und das Gejauchze konnte beginnen. Dank der hohen Sitzposition kam hier nie Langeweile auf und der kleine Autofreak konnte jeden LKW und Traktor ansagen ;-)

Daneben befindet sich ausreichend Platz für den Animateur und das ganze Gerödel, was zum Reisen mit Kleinkindern so benötigt wird. Durch das großzügige Platzangebot hinter den vorderen Sitzen, hier macht sich der lange Radstand positiv bemerkbar, konnten auch größere Erwachsene angenehm sitzen. Die Rückbank selber ist zwei geteilt (60:40) und lässt sich dabei sogar noch in Längsrichtung verschieben. Das Ergebnis davon ist ein gigantischer Kofferraum, in dem sich zwei Kinderwagen geradezu verlieren. Werden alle Sitze im Fond umgeklappt, bietet der Kia Sorento satte 1.732 Liter Kofferraumvolumen und einen komplett ebenen Kofferraumboden. Verschlossen wird das Gepäckfach durch die elektrisch zufahrende Heckklappe.

Kia Sorento

Kräftig anschiebender Cruiser

Nach der ganzen Beschauung von Ex- und Interieur muß der mächtige SUV nun beweisen wie er sich fährt. Dabei zeigt sich der Kia Sorento als entspannter Kollege, der zum ruhigen Cruise einlädt, aber bei Bedarf recht ordentlich nach vorne geht. Die ihm entlockten 200 PS schaffen es dabei den Wagen in ca. 9,9 Sekunden (Allrad mit 6-Gang Automatik) auf Tempo 100 km/h zu wuchten.

Kia Sorento

Drei Fahrprogramme erlauben es die Kraftentfaltung zu moderieren. Im Sportmodus verändert sich bis auf die etwas direktere Kennlinie des elektronischen Gaspedals und ein strafferes Lenkrad nicht viel und so fahren wir den Sorento fast immer im Normalmodus. Hier lässt er sich angenehm lenken und glänzt mit seiner direkten Lenkung, die erstaunlich viel Feedback liefert.

Kia Sorento

Wird so auf der Autobahn der Tempomat hinzugeschaltet, zeigt sich der Sorento als Kilometerfresser. Allerdings ein Kilometerfresser, der sich auch gerne den einen oder anderen Schluck aus der Pulle des freundlichen Tankwarts gönnt. Auf der Website von Kia.de sind zu unserem Fahrzeug (Allrad mit 6-Gang Automatik) 6,6 L auf 100 km (kombiniert) angegeben. Ein Wert, den wir nicht im leichtesten Ansatz auch nur irgendwie bestätigen können, es sei denn, man dreht diese Zahl um 180° im Uhrzeigersinn. Spaß beiseite, als realistischer Wert kann von uns ein Wert zwischen 9 und 10 Litern auf 100 km genannt werden.

Ausstattungen und wie wir den Kia Sorento konfigurieren würden

Den Schmerz eines Importeurs kann man nur zu gut verstehen. Er muß einen Spagat bilden zwischen Import, Lagerhaltung und schnellem Abverkauf. Dabei müssen die Fahrzeuge so optimal ausgestattet sein, dass am besten jeder Käufer möglichst nahe bei seinem Wunschauto landet.

Kia bietet dazu vier aufeinander aufbauende Ausstattungslinien an. Beginnend bei der Basis Edition 7, geht es über die Vision Ausstattung (siehe Testwagen) via Spirit Ausstattung zur Platinum Edition.

Wie die einzelnen Ausstattungen aufeinander aufbauen

Basisversion Edition 7

– Klimaanlage

– Audiosystem

– Bluetooth-Freisprecheinrichtung

– Tempomat

– Parksensoren hinten

– einstellbare und elektrisch anklappbare Außenspiegel

– 17-Zoll-Leichtmetallfelgen

– Nebelscheinwerfer, Abbiegelicht, LED-Tagfahrlicht

– Dachreling

Vision zusätzlich:

– Zwei-Zonen-Klimaautomatik

– Sitzheizung vorn und hinten (äußere Sitze der zweiten Sitzreihe)

– 7-Zoll-Kartennavigation

– Rückfahrkamera, Parksensoren vorn

– Regensensor

– beheizbares Lenkrad und beheizbare Außenspiegel

Spirit zusätzlich:

– 18-Zoll-Leichtmetallfelgen

– schwarze Teil-Ledersitze

– elektrisch einstellbarer Fahrersitz

– “Aktiv-Matrix-Display”

– Smart-Key für elektrische Heckklappe

– Xenon-Scheinwerfer und LED-Rückleuchten

Platinum Edition zusätzlich:

– 8-Zoll-Kartennavigation

– Infinity Premium-Soundsystem

– Rundumsichtkamera

– adaptive Geschwindigkeitsregelanlage

– Intelligentes Parksystem zum Parallel- und Quereinparken sowie Parallelausparken

– 10-fach elektrisch einstellbarer Fahrersitz und Memory-Funktion (nur bei Automatik)

– elektrisch einstellbarer Beifahrersitz

– Sitzventilation vorn

– Panoramadach

– 19-Zoll-Leichtmetallfelgen

– adaptives Kurvenlicht

Das wäre unser Kia Sorento

Ehrlich gesagt, die Vision Ausstattung des Testwagens konnte uns nicht wirklich überzeugen. Weder Fisch noch Fleisch. Soll bedeuten, der Vision ausgestattete Sorento bietet vielerlei gute Ansätze und macht Appetit auf mehr. Allerdings kann er diesen dann nicht wirklich befriedigen. Alles was er bietet ist gut und nett, die für ein Fahrzeug seiner Größe gewünschten Assistenten bietet er aber nicht.

Kia Sorento

Angefangen beim Wunsch nach Ledersitzen (der kleckernden Kinder wegen), über eine Memoryfunktion des elektronischen Fahrersitzes, bis hin zu einer Keyless-Entry Funktion ist unsere Wunschliste noch lange nicht am Ende.

Als kritisches Sicherheitsmanko ist die erst ab der Ausstattung Spirit erhältliche Xenon-Beleuchtung anzusehen. Auch warum die Rundumsichtkamera nicht zum Standard gehört erschließt sich uns nicht. Weiterhin gehören in einen Wagen dieser Klasse ein Panoramadach sowie ein Assistent für den rückwärtigen Querverkehr sowie eine adaptive Cruise Control.

Kia Sorento

Und so hadern wir zwischen einer aufgewerteten, und nicht erhältlichen,  Spirit Ausstattung und der Platinum Edition. Ehrlich gesagt, erst letztere scheint zu einem Fahrzeug dieser Größe zu passen. Farblich würden wir uns für einen weißen Kia Sorento entscheiden, der auf den üppigeren 19″ Zoll Rädern rollen würde. Als Investition in die Zukunft würde noch die optionale 7-Sitzer Ausstattung (900 €) dabei sein. Summa Summarum stehen dann 53.900 € an, die der Wagen kosten würde.

Kia Sorento

Unser Fazit

Der Kia Sorento ist vom günstigen Massen-SUV zu einem Premium-SUV geworden. Wie zu sehen ist, liegt der Preis eines bis an die Zähne bewaffneten Sorento bei guten 54.000 €.

Von seiner Ausstattung und dem Finish her, hat er dabei einige weitere asiatische SUV Anbieter bereits hinter sich gelassen. Einzig Honda hat hier noch den etwas feineren SUV im Repertoire, der auch noch günstiger ist. Apropos Kosten. Bei solchen Summen muss sich der Koreanische SUV bereits mit europäischen SUV vergleichen lassen. Hier punktet er in Sachen Ausstattung, wobei sich die schwindende Wertigkeit gegenüber den Europäern negativ bemerkbar machen wird.

Ein Pluspunkt für diesen und alle anderen Kia Modelle ist natürlich die 7 Jahre gültige Herstellergarantie, die noch immer als Alleinstellungsmerkmal zu sehen ist.

Andere Blogger und der Kia Sorento

Neben mir hat auch YouTube Profi Thomas von Autogefühl dem Kia Sorento auf den Zahn gefühlt und gefilmt. Sein Artikel ist hier zu finden.
Auch bei Der Auto Tester war der Kia Sorento bereits Thema eines Artikels.

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3 Kommentare

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