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Mit 400 Porsche Pferden und dem Dunlop Sport MAXX RT auf der Nordschleife

Der Ringgott war gnädig

Porsche Carrera 911 S Training Nordschleife

Vor wenigen Stunden erst hatte ich die Gelegenheit einem lang gehegten Wunsch zu frönen. Ein Fahrertraining auf der Nordschleife unter Anleitung eines erfahrenen Instruktors. Ein Reset der selbst zusammengefahrenen Versuche die Ideallinien aller  73 Kurven der Nordschleife aneinander zu setzen.

Und nun sitze ich hier in einem Raum mit solchen Speedmaschinen wie Hans Joachim “Strietzel” Stuck, Le Mans Starter Pierre Kaffer und dem Eifel-Kind und Nürburgring 24 Stunden Gewinner Christian Menzel und weiteren 20 Nordschleifen Spezialisten.

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Über „Strietzel“ Stuck muss ich nicht viel sagen, aber nur soviel das er einen nicht unwesentlichen Impuls zu meiner Speedsucht gesetzt hat. 1979 hatte ich, als damals 13 jähriger, die Gelegenheit eine Renntaxi Runde mit „Strietzel“ im BMW M1 Procar zu drehen. Team Schnitzer fuhr damals im roten BASF Trim um die Meisterschaft mit. Phantastisch.

BASF BMW M1
Foto © www.motorsportretro.com

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Dunlop Intensiv Training Nordschleife

Anhand einer Präsentation von einzelnen Streckenabschnitten werden diverse Knackpunkte, ist die Nordschleife nicht ein einziger Knackpunkt *Fragezeichen*, referiert und abschließend anhand einer aus dem ROWE SLS gefilmten Runde von Nico Bastian zusammengefasst. Bei aller Vorfreude auf das Fahrertraining, der Appell an Respekt und Demut gegenüber der schönsten Rennstrecke der Welt ist deutlich angekommen. Der Abend findet seinen Abschluß bei einem gemütlichen Abendessen im Lindner Congress & Motorsporthotel unweit der Rennstrecke.

Punkt acht Uhr morgens geht es weiter. Die Instruktoren präparieren die zur Verfügung gestellten Wagen inklusive der Funkgeräte und machen sich mit den Teilnehmern der  kleinen Gruppe bekannt. Ich kann es kaum fassen, ein Porsche 911 Carrera S, mit nagelneuen Dunlop Sport MAXX RT bereift, wird für diesen Tag mein Übungsgerät sein. Muß ich über einen Carrera S noch etwas sagen?

Nordschleifen Intensiv Training mit Porsche carrera 911 S

  • 3,8 Liter Aluminium 6-Zylinder Boxermotor
  • 400 PS
  • ein Drehzahlband bis 7.400 U/min
  • 440 Nm bei 5.600 U/min
  • mit PDK (Porsche Doppelkupplungsgetriebe) braucht der Hobel 4,3 Sek für die 100 km/h
  • 302 km/h vMax – altobelli!!

Möge der Ringgott und das Wetter mit mir sein.

Auf gehts

Bevor es endlich auf die Strecke geht gilt es für alle Teilnehmer mit Fahrzeug auf der Start-Zielgeraden für das obligatorische Gruppenfoto zu posieren. Und hier stehe ich nun und komme mir vor wie beim Porsche Cup. 150 Sportwagen stehen in Reih und Glied neben- und voreinander. Würden dabei nicht zwei Mc Laren MP4 650 S,  ein Jaguar F-Type Convertible, ein Ferrari 458 GT und ein Quoten BMW M3 das Bild stören könnte man von „Porsche only“ sprechen.

Nordschleifen Intensiv Training mit Porsche carrera 911 S

Schnell löste sich das Gewühle auf und die Porsche GT3 Gruppen jagten als erste los gefolgt von etwas schwächer motorisierten Wagen. Zum warm werden führte unser Instruktor, Tom Schwister, die Gruppe über den GP-Kurs den wir natürlich einschließlich Dunlop-Kehre befahren konnten. Der Reifenhersteller hatte sich nicht lumpen und die komplette Grand Prix Strecke plus Nordschleife, 30 Streckenposten und der e-Unit für den Event gebucht. Gerade die letzteren sollten eine nicht unwesentliche Rolle am heutigen Tag spielen.

Passend zur Einfahrt in die Nordschleife zeigten die Reifenluftdruckmesser das erreichen einer guten Reifentemperatur an und wir konnten mit ordentlich Speed die Hatzenbach Passage durchfahren. Die Ansagen von Instruktor Tom per Funk auf den Ohren liess sich die erste Runden in dem ungewohnten Auto gut absolvieren. Kurve an Kurve folgte und obwohl die Strecke noch tau-feucht war fegten wir flüssig durch die grünen Wälder rund um die Nürburg.
Vorbei an den bekannten View-Points die ich sonst, durch den Kamera-Sucher blickend, aus einer anderen Perspektive kenne. Am Ende des Schwalbenschwanz hiess es Tempo aufnehmen und die Döttinger Höhe mit Vollgas runter. Da wo sonst die Touristenfahrer Tempo für den Cool down rausnehmen, genehmigte sich das PDK Getriebe des 911er den letzten Gang und wir flogen jenseits der 250 km/h Marke der Hohenrain-Schikane entgegen – einfach geil!

Layout Nordschleife
© Audi AG

Ölspuckender Panamera

Runde zwei sollte dann für etwas Adrenalin sorgen. Im Bereich Schwedenkreuz / Arenberg brüllte der Instruktor nur noch „Ölspur“ ins Funk und schon spürten auch die folgenden Gruppenteilnehmer was Sache war, ein Carrera 4S rutsche quer hinter mir. Was passiert war?  Ein Porsche Panamera erlitt einen Motordefekt und hatte sein Schmiermittel auf der Strecke verteilt. Sinnigerweise hielt aber der Streckenposten hinter der Ölspur die gelb-rot gestreifte Flagge heraus, der Kollege vor der Gefahrenstelle blätterte in seinem mitgebrachten Roman.

wow – Puls hoch ging es nun hellwach über die Nordschleife weiter und eine Runde folgte der nächsten. Schnelleren Gruppen wurde korrekt Platz gelassen um diesen von langsameren Gruppen ebenfalls zu bekommen.
Immens wichtig auch hier immer der Blick in den Rückspiegel, schließlich waren einige Gruppen mit Hobby-Sportfahrern und ihren RCN Einsatzgeräten unterwegs und wenn diese Gruppen vorbei waren galt es nach einem weißen Porsche 911 Turbo S Ausschau zu halten. Hier am Steuer „Strietzel“ Stuck auf seinen Renn-Taxi Runden. Mit diabolischer Freude knallte er an diesem Tag 19 x den Turbo S um die Strecke und stellte hinterher verwundert fest, der Dunlop Reifen war noch immer nicht am Ende ;-)

Nordschleifen Intensiv Training mit Porsche carrera 911 S

Nach einigen Runden waren die Tanks leer und es ging zur Mittagspause. Diese nutzten einige, „fremd“ bereifte Fahrer, um sich einen Satz Testreifen von einem Dunlop Technik Team montieren zu lassen. Auch hier war der Dunlop Sport MAXX RT wieder das Mittel zum Zweck.

Nach dem guten Essen und den Benzingesprächen galt es schnell wieder in den Flow zu kommen, mir persönlich ist dies erst einmal nicht gelungen und die Asphalt Flächen hinter der RTL-Kurve tragen nun eine Reifenspur mehr. Anderen erging es ähnlich und zwei Sportwagen schleppten eine Ladung Kies mit ins Fahrerlager.

Nordschleifen Intensiv Training mit Porsche carrera 911 S

Punkt 16.30 Uhr war dann Schluß mit lustig, Fahrzeuge parken und Motoren abstellen hiess es und schweren Herzens kletterte ich aus „meinem“ schwarzen Freund. Zum Abschluß nannte der für Dunlop organisierende European Speed Club (ESC muss nicht immer mit Singen zu tun haben) einige Details zu dem Tag:

– 150 Fahrzeuge waren auf der Strecke
– 205 Teilnehmer griffen in die Lenkräder
– 60.000 km wurden über den Tag zurück gelegt
– null Unfälle
– ein Porsche Panamera mit Motordefekt
– der Tagesdurchschnitt lag bei über 150 km/h!!

Resümierend bleibt zu sagen, der Dunlop Sport MAXX zeigte sich als hoch performanter Reifen mit einer tollen Haftung und Haltbarkeit. An keinem der mit diesen Reifen bestückten Wagen kam es zu verschleißbedingten Ausfällen, wohlgemerkt bei etwas über 400 km Nordschleife. Rechnet man jetzt noch den Nordschleifenfaktor von 15 hinzu haben diese Reifen mehr als genug geleistet.
Zur Nasshaftung kann ich nichts sagen.

Wir hatten einen perfekten Tag in der Eifel und der Ringgott spendierte allerbestes Sonnenwetter.

Einen weiterer Text von mir zu diesem Event ist auf www.autogefuehl.de erschienen.

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Über Oli 708 Artikel
Auto verstrahlt seit Kindesbeinen!  Zahlreiche Besuche der Nordschleife mit Eltern, Verwandten und Freunden zu Tourenwagenrennen anno späte sechziger/frühe siebziger Jahre sorgten dafür der Virus Automobil & Motorsport tief in mir verwurzelt wurde und es gab seit Kindesalter nicht einen Sportwagen, dem ich nicht neugierig hinterher schaute. Ich hab Bock auf Autos und teste und bewerte Autos nach meinen eigenen Kriterien. Gerade, raus ohne rumzusäuseln! Dieses ist dann hier im Blog nach zu lesen. Kommentare zu meinen Artikeln sind immer gerne gesehen und wer Fragen hat soll sich einfach per Kontaktformular an mich wenden. Viel Spaß hier wünscht Oli Walther

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