Mit SUBARU durch dick und dünn

Vor einigen Tagen hatte SUBARU einige Pressevertreter und Blogger eingeladen, um diesen die Gelegenheit zu geben die aktuellen und neuen Fahrzeuge des Modelljahres 2014 zu betrachten und unter die Lupe zu nehmen. Das ganze fand im Eiskalten Taunus statt und hat mich im doppelten Sinn umgehauen. Zu allererst hab ich mir eine Grippe wie seit Jahren nicht mehr gegönnt welche mich umgehauen hat und zweitens hat mich die Geländefähigkeit der SUBARU’s umgehauen. Dazu jetzt mehr.

Größter Allradhersteller der Welt

Diese Bezeichnung ist nicht auf meinem Mist gewachsen sondern die Titulierung welche SUBARU, mit Stolz, tragen darf. Das Fahrzeug-Portfolio des japanischen Herstellers umfasst einzig und allein PKWs mit Allradantrieb und auch wenn in Deutschland relativ überschaubare Stückzahlen abgesetzt werden ist es in der globalen Masse doch deutlich mehr. Im Rahmen der oben genannten Presseveranstaltung sprach der Geschäftsführer, von SUBARU Deutschland, Herr Volker Dannath über Stückzahlen. Danach setzte SUBARU im Geschäftsjahr 2013 ca. 7.500 Einheiten ab was leider ein rückläufiges Ergebnis gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Im Detail waren von den verkauften Fahrzeugen 44% SUBARU Forester (später mehr zu dem Modell) und 32% SUBARU XV (auch hierzu später mehr). Die restlichen Prozente verteilen sich auf den SUBARU Outback, Legacy, Impreza, Trezia und die sportlichen Vertreter SUBARU WRX STi und BRZ. Aber keine Bange, ich werde jetzt hier nicht zum Stückzahlen Blogger. Das Hauptthema bleiben weiterhin die Autos und den Spaß den man damit haben kann. Und Spaß hatte ich bei der Veranstaltung nicht zu knapp, auch wenn es arg kalt war und ne fette Grippe mit sich brachte.

Geländegänger

Als Wintersportler der viel in der Schweiz zum Ski fahren war, ist mir SUBARU schon immer ein Begriff als solide Allradfahrzeuge gewesen. In der Schweiz werdet ihr in den Bergen an jeder Ecke jemanden finden der einen SUBARU fährt und auf die Geräte schwört. Mich haben die Fahrzeuge mit ihrer Geländegängigkeit und der Coolness mit der sie durch Dick und Dünn gefahren sind überrascht. Ort des Geschehens sprich der Fahrveranstaltung war ein im Wald verstecktes Bergwerksgelände in der Nähe von Wächtersbach im Taunus. Tage vorher hatte es ordentlich geschneit allerdings fehlten die tiefen Bodentemperaturen um den Schnee richtig festzufrieren. Dann kroch morgens nach dem Frühnebel noch die Sonne hervor und tat ihr bestes den Schnee aufzutauen und den Boden damit zu einer echten Matschpiste zu machen.

Schnell waren die Waldwege schneefrei und so tief ausgefahren das der Unterboden einiger Fahrzeuge kurz vor dem aufsetzen war. Nach einer Einweisungsrunde durch einen Instruktor ging es dann schnell selber ans Lenkrad um mit den Allrad SUBARUs selber durchs Gelände zu pflügen. Dabei wurden ausschließlich Wald und tiefe Forstwege sowie Strecken auf dem Bergwerksgelände unter die Räder genommen.

Das Gematsche war wirklich nicht von schlechten Eltern und verhinderte, um die Autos von innen nicht völlig einzudrecken, das muntere mal eben aussteigen und schnell ein paar Fotos von unterwegs machen. So gestaltete sich der vormittag zu einem herlichen Rumgesaue und Austoben.

Nachmittags ging es dann mit den Fahrzeugen auf die Straße, leider waren auch hier die Straßenverhältnisse derart das die frisch gewaschenen Fahrzeuge schnell wieder eingesaut waren und eigentlich nicht für Fotos herhalten könnten. Ich bitte deshalb die eigenwilligen Fotos zu entschuldigen. Jetzt aber zu den Fahreindrücken!

SUBARU Outback

SUBARU Outback

„Wat ne fette Karre“ ging mir als erstes durch den Sinn als mich der Instruktor einlud eine Runde mit dem klassischen Kombi von Subaru zu drehen. Wie soll denn bitte ein hochgebockter, mit knapp 4,8 m recht langer Kombi, hier klar kommen? Aber egal, sind ja genug andere Autos da um den Wagen wieder frei zu schleppen. Auf den ersten Metern zeigt es sich aber schnell das auch der etwas dröge wirkende Outback es im Wald und Forstbetrieb richtig kann. Bestückt war der SUBARU Outback mit dem 2,0 Liter Turbodiesel in SUBARU typischer Boxer Bauweise und dem 7-Gang CVT Automatikgetriebe. Dieses ist eine richtig gelungene Kombination, der Boxer-diesel entwickelt zwischen 1.600 – 2.400 U/min sein maximales Drehmoment von 350 Nm und dieses wird über die stufenlose Fliehkraftautomatik übergangslos bereit gestellt. Klasse, den durch die stufenlose Automatik entfallen die sonst bei Automatikgetrieben öfter spürbaren Lastwechsel die fast immer eine gewisse Unruhe in den Fahrzustand bringen.

In den Runden die ich mit dem Outback rund um die Bergwerksgrube wühlte sich der Allradler mit einer echten Gemütsruhe durch die dickste Pampe und erweckte zu keinem Zeitpunkt ein Gefühl *huuups Pech gehabt, da kommste nicht weiter* obwohl er nur mit einfachen Winterreifen bestückt war. Üble Auffahrten habe ich ihm erspart weil dort unweigerlich die Reifen den Vortrieb einstellen müssten. Alles andere, kniffelige Kurven mit Lastwechseln ums die Längsachse, eine mächtige 38% Abfahrt (dank iPhone nachgemessen) oder eine 50 cm tiefe Riesenpfütze brachten den Riesen nicht aus der Ruhe. Krass!

SUBARU Boxer Diesel

[box type=normal]Das im SUBARU Jargon benannte CVT (Continuously Variable Transmission) Automatikgetriebe ist in weiter Ferne mit der Fliehkraftautomatik aus den legendären DAF 343 verwandt. Natürlich konsequent weiter entwickelt und mit aktuellster Technologie versehen. Dabei wird kein schwerer, mit Hydrauliköl gefüllter, Wandler zur Vermittlung und Anpassung der jeweiligen Drehzahl der Getriebeeingangswelle benutzt sondern eine schlanke Fliehkraftvariante. Dabei werden zwei, variabel aufgehängte, konische Räderpaare über eine Gliederlamellenkette verbunden. Durch Fliehkräfte verändern diese Räderpaare ihren Abstand zueinander wodurch die Lamellenkette näher oder weiter zu axialen Mitte wandern kann. Das Ergebnis sind unterschiedliche Drehzahlen der jeweiligen Räderpaare. Weiter ausholen möchte ich fast nicht, schaut einfach mal bei Wikipedia rein, dort ist ein stufenloses Getriebe sehr schön illustriert! [/box]

Im Ergebnis steht dem Fahrer mit dieser Antriebsvariante eine mehr als komfortable Lösung für die Geländefahrt zur Verfügung. Er kann den Wagen im Gelände nicht abwürgen, die Gangwechsel müssen nicht speziell geplant werden und zu guter letzt gibt es keine Kupplung die verschleißen kann.

Interieur

Vom Innenraum her hat mich der Outback irgendwie nicht so richtig angemacht, ist doch alles sehr auf den praktischen Einsatz ausgelegt. Der Fahrersitz erschien mir sehr bequem ließ aber jede Art der Seitenführung vermissen wodurch je nach Geländeabschnitt der Pilot zum beweglichen Element werden kann. Dafür besitzt der Outback brutal viel Platz für alle Passagiere. Die hinten sitzenden Insassen können wenn vorne ein großer Fahrer (1,85 m) Platz genommen hat locker die Beine übereinander schlagen und mit den Füßen wippen. Das wird den Fahrer in keinsterweise stören, besitzen doch die Vordersitze Kunststoffplatten auf der Rückseite der Sitzlehne. Das in Verbindung mit einem schaufeligen Kunstleder ließ ein bisschen Taxi-Flair aufkommen steigert aber die Langlebigkeit des Interieurs um längen.

Das Armaturenbrett inklusive der Instrumente und Bedienelemente ist auch kein Designerisches Meisterstück denn auch hier legt der Hersteller sein Augenmerk auf die praktische Sicht. Alle Hebel und Schalter sind ausgesprochen gut erreichbar und eindeutig in den Funktionen. Das kapazitive Display der Multimediaeinheit lässt sich nach etwas Eingewöhnung intuitiv bedienen. Schön das auch SUBARU an ein in 3-Achsen verstellbares Lenkrad und den Einklemmschutz an den elektrischen Fensterhebern gedacht hat (mein Zeigefinger ist noch immer blau und trotzdem verrate den Wagentyp nicht). Unzählige Stau- und Ablagefächer ermöglichen es den ganzen Schnickschnack den ein Autofahrer gerne dabei hat gut unterzubringen.

Der Kracher ist aber das was SUBARU dem Outback als Kofferraum spendiert hat. Das ganze ist so riesig, dass es locker zum Wohnungsausbau genutzt werden kann. Als ich mir den Kofferraum die Gepäckablegehalle so betrachtete gingen mir alle Situationen durch den Kopf in denen ich jemals Ladung in Kombis stopfen musste. Ich behaupte mal ein dreiwöchiger Roadtrip durch Skandinavien mit Mama, Papa, Baby, Kinderwagen und dem ganzen Outdoor Gelumpe wird seinen Lademeister im SUBARU Outback finden. Krass!

Straßentauglich

Ist der der SUBARU Outback ebenfalls. Die Testrunde mit wechselnden Straßenbelägen, engen und langsamen als auch schnelleren Kurven gab keinen Grund zu murren. Das Fahrverhalten des großen Kombis mit permanentem Allrad empfand ich dabei als ausgesprochen neutral und agil. Manche werden eventuell über mangelndes Feedback des Fahrwerks klagen, für einen derart geländegängigen Wagen fand ich dies jedoch völlig in Ordnung. Der Boxer-Diesel Motor machte dabei ebenfalls einen ausgesprochen munteren Eindruck. Zackige Gasannahme, ordentliche Beschleunigung (so wie sich ein 1,6 Tonnen schwerer Wagen mit 150 PS eben beschleunigen lässt) und die oben beschriebenen Vorzüge des CVT-Automatikgetriebes. Okay, Parklücken finden wird durch die Größe des Outback etwas aufwendiger dafür könnte ihr den Wagen auch mal auf dem Acker abstellen ;-)

Zielgruppe und Fazit

Ich denke mal jeder der beruflich oder privat viel auf unwegsamen Straßen und Waldwegen unterwegs ist, sollte sich den Outback genauer anschauen. Genauso Bewohner von Schneereichen Regionen die einen zuverlässigen und großen Kombi suchen. Für uns als Kajaker wäre der Outback ebenfalls ein tolles Auto, nimmt man die Länge von 4,8 m plus den nach StVo zulässigen einen Meter Überstand dürften wir 5,8 m lange Kajaks auf dem Dach transportieren – wow. Als Zugabe dann noch den Allradantrieb um aus sumpfigen Uferbereichen wegzufahren und der Riesenkofferraum.

Leider schreckt der Große Allradkombi von SUBARU in Sachen Preisen etwas auf. Entscheidet man sich für das Maximum an Motor und Ausstattung stehen ganz schnell ca 45.000  auf dem Deckel. Dafür bekommt man zwar Technik vom Feinsten, leider bleiben die Finessen in Sachen Ausstattung und Wohlfühlfaktor etwas auf der Straße. Würde SUBARU den doch etwas in die Jahre gekommenen Geländekombi hier moderner und pfiffiger gestalten wäre der Outback fit für die nächsten Absatzjahre.

 Fotos

In weiteren Artikeln geht es noch um den kompakten Crossover, den SUBARU XV und den klassischen Geländewagen mit den treffenden Namen SUBARU Forester

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3 Kommentare

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