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Mitsubishi Pajero – Eleganter Geländespezialist

Cooler Offroader mit viel Punch

Mitsubishi Pajero Offroad

Nach einer ganzen Reihe von zu testenden SUV’s hier im Blog galt es nun einen wirklichen, echten, Geländewagen zu fahren und zu erleben. So schick die viel gelobten Sport Utility Vehicles auch aussehen mögen, im Gelände fühlen sie sich nicht wirklich zu Hause und glänzen daher wohl eher mit hervorragenden Fahreigenschaften im Straßenverkehr.

Ganz anders dagegen der Mitsubishi Pajero 3,2 DI-D. Schon optisch aus einem ganz anderem Holz geschnitzt offeriert er Geländetauglichkeit der ersten Kategorie. Bullig, hochbeinig, lang und an den exponierten Stellen mit einigen Kunststoffbeplankungen versehen schreit er gerade nach Offroad Einsätzen. Als Testversion sollte es der 5-Türige, 147 kW (200 PS) starke 3,2 DI-D mit 5-Gang Automatikgetriebe sein.

Weitere Infos, Fakten und Preise zum Mitsubishi Pajero sind in diesem Artikel, hier im Blog, zu finden!

Auch beim Einsteigen, oder sollte es besser Aufsteigen heissen, fallen die Eigenschaften des Pajero deutlich auf. Hoch klettern, müssen Fahrer und Passagiere um auf den einladenden Ledersitzen Platz zunehmen. So wuchtig die Dimensionen des 5-Türigen Geländegängers auch sind, Fahrer und Beifahrer wundern sich über etwas beengte Verhältnisse während sie über allem thronen. Thronen ist genau die richtige Bezeichnung für das Sitzgefühl im Pajero. In keinem anderen PKW konnte ich jemals so hoch Platz nehmen und eine Aussicht auf Straßenverkehr und Umgebung bekommen. Hecken und Sträucher verlieren ihren Zweck des Sichtschutzes und offenbaren, das Nachbar A den Rasen verwuchert hat während Nachbar B ein Problem mit Maulwürfen hat ;-)

In der Ruhe liegt die Kraft

Diese Aussichten gewährt der Pajero während er mit einer Engelsruhe seine Fahrt aufnimmt. Sanft und unaufgeregt schalten die Fahrstufen der 5-Gang Automatik hoch während der 2,3 Tonnen schwere Wagen, dank einem Drehmoment von 441 Nm, auf Tempo kommt. Hektik und Stress sind nicht die unbedingten Stärken des knapp 5 m langen Pajero 5-Türer, gilt es doch diesen mit Ruhe und Augenmaß durch den Straßenverkehr zu manövrieren. Dafür sollten die Durchfahrten mindestens 1,90 m breit sein und am besten noch zusätzlichen Platz für die ausladenden Seitenspiegel des Boliden bieten. Cruisen ist sein Metier. Flotter kann er zwar auch, aber dies macht merklich weder Fahrzeug noch Fahrer richtig Laune.

Mitsubishi Pajero

Die sehr leichtgängige Lenkung unterstreicht den Wunsch nach ruhiger Fahrt, ist sie doch etwas zu indirekt und verlangt nach etwas mehr Kurbelei als erwartet. Aber nach einigen Kilometern sollte sich jeder auf diese Eigenart eingestellt haben und frühzeitige Lenkbefehle über das Holz-Lederlenkrad ans Fahrzeug geben. Ebenfalls dauert es ein wenig sich an die leichten Kippbewegungen des Pajero zu gewöhnen. Diese sind zwar marginal aber eben doch, gerade bei den ersten Kurven, etwas ungewohnt.

Beim Blick unter die ausladenden Radhäuser fallen neben den mächtigen 265/60 R18 Rädern auch die Fahrwerkselemente der Einzelradaufhängung auf. Aha, hier kommt also das Sänftenartige Fahrgefühl her von dem sich manche Mitbewerber mehr als eine Scheibe abschneiden sollten. Die Zeiten von Blattfederbewährten Achsen sind beim Mitsubishi Pajero vorbei – gut so!

Mitsubishi Pajero Interieur Check
Interieur Check

Was fällt im Innenraum noch so auf? So wenig weichgespült sich der Pajero von außen gibt, so wenig ist er auch im Innenraum ein Softie. Geradlinig baut sich das Armaturenbrett vor Fahrer und Beifahrer auf, in dem neben den Kombiinstrumenten auch das Mitsubishi Multi Communication System untergebracht ist. Touchdisplay, Farben sowie eindeutige Symbole & Icons lassen hier keine Fragen ob der gewünschten Funktionen aufkommen und schnell ist das iPhone connected und übernimmt via Bluetooth die Telefonie bzw. das Bereitstellen der eigenen Musikstücke.
In Sachen Musikleistung muss sich der Mitsubishi Pajero nichts vormachen lassen, sowohl der im Kofferraum platzierte Rockford Subwoofer als auch die Premium Lautsprecher lassen es richtig krachen und machen ordentlich Kapelle. Dazu lässt sich natürlich über das 6,1″ große Display die Musikausgabe penibel einrichten und justieren, damit der auf der Rückbank sitzende Junior keinen Hörschaden bekommt.

Über dem MMC befindet sich das Display nebst Bedieneinheit für den Bordcomputers. Beim Blick auf diesen werden Erinnerungen an die guten alten 90er Jahre wach, leuchten einem doch pixelige und bei Sonnenlicht nicht wirklich gut ablesbare Zahlen und Ziffern entgegen. Auch hier hat sich Mitsubishi für die Funktion und gegen Schickimicki entschieden. Warum nicht!

Mitsubishi Pajero

Noch ein Satz zu Rückbank und Kinder. Hier hat anscheinend ein Kinderloser Ingenieur versucht die Isofix Halterungen nebst Gurtschlössern zu platzieren. Das Ergebnis ist leider wenig berauschend, denn die jeweiligen Isofix Halterungen blockieren bei Belegung die Gutschlösser der äußeren Sitze :(
Merkwürdig!

Iosfix Halterung im Mitsubishi Pajero

Aber lasst uns noch bei den Vordersitzen bleiben. Elektrisch verstellbar und mit guten Komfortmerkmalen versehen, lassen sich hiermit Kilometer abspulen, was den Charakter des Reisewagens unterstreicht. Allerdings, da sind wir auch schnell wieder beim Thema Cruisen, lassen doch die Leder bespannten Sitze einiges an Seitenhalt missen wodurch flottere Kurvenfahrten nicht wirklich Spaß machen. Ein weiteres Offroad Attribut sind die an der A-Säule platzierten Haltegriffe die es Fahrer und Beifahrer, neben der Festhalterei in ruppigen Geländepassagen, ermöglichen zackig den Pajero zu entern bzw. zu verlassen.

Das der Mitsubishi Pajero ein Geländespezialist ist zeigt der Blick auf die Mittelkonsole. Hier sind nicht nur zwei voluminöse Getränkehalter sondern auch zwei Wahlhebel platziert. Der eine schaltet die 5-Gang Automatik wogegen der zweite, kleinere, die verschiedenen Antriebsmodi schaltet. Vier verschiedene Antriebsszenerien stehen zur Auswahl welche ich natürlich während einer vom Förster genehmigten Offroad Tour im Sauerland ausgiebig testen konnte.

Mitsubishi Pajero

Die vier Antriebsmodi des Mitsubishi Pajero:
2H – Hierbei handelt es sich um einen klassischen Antriebs der beiden Hinterräder. Diese Antriebsart zeigte sich als sehr spritsparende Option die sich auf einer längeren Autobahnetappe wirklich bemerkbar machte.

4H – Dies ist der normale Straßenallradantrieb, der bei widrigen Straßenverhältnissen eine gute Wahl darstellt. Allerdings liegt so der Verbrauch direkt etwas über einen Liter höher als im 2H Modus.

4HLC – Bei dieser Allradvariante wird das mittlere Differential gesperrt und ist eine der Fahrmodi wenn es durch Busch und Steppe geht.

4LLC – Auch dies ist natürlich eine Allradvariante bei der allerdings noch zusätzlich eine Getriebeuntersetzung nebst Bergabfahrhilfe zum Einsatz kommt.

Die drei erstgenannten Modi lassen sich bis zu einer Geschwindigkeit von 100 km/h während der Fahrt umschalten. Aufgrund der Änderungen der Getriebeuntersetzungen kann 4LLC dagegen nur im Stand umgeschaltet werden. Empfehlenswert wäre hierbei das Automatikgetriebe auf die Neutralstellung zu setzen um den Antriebsstrang zu entlasten.

Der Mitsubishi Pajero im Gelände

Anders als einige Bloggerkollegen, die den Pajero während einer vom Hersteller unterstützten Fahrveranstaltung im Gelände fahren konnten, stand während der Sauerland Offroad Tour kein Schlepper als Backup zur Verfügung. Demzufolge sollte die Tour nicht bis an die Schmerzgrenze der Geländetauglichkeit führen, obwohl hier wohl eher die montierten 265/60 R18 Michelin Latitude Reifen das Ende der Fahnenstange aufzeigen würden. Da der Boden jedoch fest gefroren war, ging es auch mit diesen Straßenreifen gut über Stock und Stein inkl. einer kleinen Wasserdurchfahrt.
Stressfaktor bei Antriebsmodi 4H – unaufgeregt!
Antrieb mit gesperrten Differentialen – nicht nötig

Mitsubishi Pajero Offroad

Wie sinnvoll es sein kann, die Bergabfahrunterstützung zu nutzen zeigte sich während einer, kurzen aber steilen, Abfahrt. Auf dem vereisten Boden war es nicht möglich, das langsame rutschen des Wagen zu verhindern. Allein der Blick auf das Bremspedal reichte schon um die Räder zum blockieren zu bringen und den schmalen Waldweg runter zu rutschen. Bei Nutzung des Antriebsmodi 4LLC dagegen fuhr der Pajero im kleinsten Gang, quasi kriechend, ohne die Bremse betätigen zu müssen. Rollreibung vs Haftreibung! So soll das sein!

Mitsubishi Pajero Offroad

Und sonst?

Ein Check fehlt noch! Genau, passt der Kinderwagen in den Kofferraum? Hier die Bezeichnung Kofferraum zu verwenden ist schon Frevel genug. Laderaum träfe es schon eher. Ist die, warum auch immer, rechts angeschlagene Hecktür einmal aufgezogen erstreckt sich ein gigantisches Ladeabteil. Hier passt unser Referenzladegut, der Teutonia Cosmo Kinderwagen, mindestens dreimal rein!! Mitsubishi spendiert hier dem Pajero sogar noch eine weitere Sitzbank, wodurch der Geländewagen zum 7-Sitzer wird. Wow!

Mitsubishi Pajero Offroad

Tip!

Die Hecktür besitzt eine Verriegelung, welche die offene Tür festhält. Benutzt die! Und erst recht wenn ihr mit der Front Bergab steht und mal eben schnell hinten an den Kofferraum wollt. Ich habe durch Schmerzen gelernt und werde den waagrechten blauen Fleck Strich auf beiden Oberschenkeln als Erinnerung nutzen ;-)

Fazit

Der Mitsubishi Pajero ist kein Auto für Menschen die ohne Lenkradheizung, Fahrassistenten für dieses und jenes oder anderen Automobilen schnick-schnack nicht klarkommen. Der Pajero ist ein, mächtiges und ehrliches, Auto welches keine Zweifel ob seiner angestammten Verwendung aufkommen lässt. Wer in Feld und Wald arbeitet oder seinem Hobby nachgeht sollte sich den Pajero genau anschauen. Genauso Menschen die irgendwas bis zu einem Gesamtgewicht von 3,5 to in Form eines gebremsten Anhängers mit sich rumschleppen möchten. Auch hier ist der Mitsubishi Pajero in der engeren Wahl. Nicht zu vergessen die Fraktion der Outdoor Fanatiker. Packt euch den Pajero ordentlich voll und verkrümelt euch für Wochen und Monate in die Wildnis. Das Auto wird es überleben ;-)

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1 Kommentar zu Mitsubishi Pajero – Eleganter Geländespezialist

  1. Hallo Oli,
    kann Deine Darstellung über den sog. Test des Pajero in kaum einem Punkt bestätigen.
    – Der Pajero ist KEIN Geländewagen, dagegen spricht schon seine Einzelradaufhängung.
    – Sitzposition ist auch nicht höher als bei anderen SUVs
    – Spritverbrauch zu hoch
    – Vollbremsung mit voller Anhängerlast bei zul. Geschwindigkeit möchte ich ehrlich gesagt nicht – Bremsen sind unterdimensioniert
    – steile Abfahrt ist ein Problem, besonders wenn Gefälle in Gerade übergeht sitzt Unterboden mit Trittbrett auf.
    – Innenraum zu eng
    – Motorgeräusche zu laut
    würde mir noch mehr einfallen. Moderne Technik ist in den letzten Jahren am Pajero leider vorbei gegeangen. Ausser etwas Facelifting nichts neues.
    Schade

    Gruss Tom

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