N24H – der Titus Viper geht es ans Leder

Jeder Motorsportfan wird einen ähnlichen Aufschrei getan haben wie ich. Kurz nach Start des 24 Stunden Rennen am Nürburgring torpedierte die grüne Dodge Viper des Dittmann Racing Teams, unter Doppelgelb, den im vorgeschriebenen Tempo fahrenden MINI Cooper des Besaplast Teams. Daraufhin schloss der Veranstalter die Viper sofort vom Rennen aus und die gebeutelte MINI Mannschaft packte ihren erlegten John Cooper Works auf den Hänger.

Dieser Unfall entfacht die Diskussion wieder aufs neue. Talentbefreite, aber monetär potente, Unternehmer gehören nicht in eine Rennveranstaltung wenn das Team als ganzes nicht über genügend Erfahrung besitzt. Genau dieses trifft auch 100% auf das Rennteam rund um den Münsteraner Skateboard-Dealer zu. Mindestens in der laufenden Saison blieb das Team, Titus Dittmann allen VLN und RCN Rennen fern. Beide Serien sind mehr als geeignete Veranstaltungen Rennerfahrung zu sammeln und an den eigenen, fahrerischen, Defiziten zu arbeiten sowie die eventuell eingeschlafenen Racing-Gene wiederzubeleben. Wie es richtig gehen kann demonstriert z.B. die Audi race experience. Egal mit wieviel Geld ein Kunde winkt, bescheinigt ihm der Leiter der race experience, Sepp Haider, nicht das nötige Talent kann er sein Geld wieder einpacken und weiterziehen.

Titus Dittmann Viper

Titus Dittmann Viper © Foto Credit Michaela Staab

Wohl um hier ein Exempel zu statuieren wurde der Vorfall auch dem DMSB (Deutscher Motorsport Bund) gemeldet. Die Vorfälle rund um das Dittmann Team wurden bereits im letzten Jahr muniert. Erschwerend kamen Beschwerden der Top-Teams hinzu die sich durch die Viper Piloten beim Überrunden behindert fühlten. Es bleibt abzuwarten wie die Entscheidung des DMSB Gerichtes ausfällt. Wahrscheinlich wird es rund um das Dittmann Team zu keinem weiteren 24 Stunden Rennen kommen, sofern sich das Team nicht professioneller vorbereitet.

via www.sportscar-info.de

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2 Kommentare

  1. thorsten
    27. Juni 2014 zu 15:09 Antworten

    Guten Tag Oli!
    Recht bestürzt bin ich über deinen Blog. Presse- und Meinungsfreiheit hast du voll ausgenutzt, kein Vorwurf deswegen.
    Es ist für dich wahrscheinlich sehr schwer, die Sache zu beurteilen. Ich gebe dir deshalb ein paar Gedanken mit auf den Weg. Zum ersten hat es mit dem Team zu tun. Wie du weißt, kaufen sich Fahrer ein auf vorhandene Fahrerplätze. Das finanziert zum einen den Aufbau des Wagens, zum anderen manifestiert sich damit im Idealfall zu einem ernst zu nehmenden Konkurrenten von anderen Teams. Dieses Pilotenteam solltest du dir mal durch den Kopf gehen lassen. Dank Google oder sonstigen Hilfsmitteln dürfte dir aufgefallen, dass es hier keinesfalls mit mangelnder Erfahrung zu tun hat. Diese eingesetzten Fahrer haben im Gegenteil das Starterfeld um ein vielfaches bereichert. Fahrfehler, auch das ist mir bewusst, können passieren aufgrund von Fehleinschätzungen. Zum anderen hängt es sicherlich noch mit zahlreichen anderen Faktoren zusammen, dass es zu diesem Unfall kam, oder sollte man ein Intervention Car auf die Ideallinie stellen, und das gleich nach einer Kuppe?
    Bedenke bitte auch, dass das Onboard-Video vom MINI (leider nur einen Tag sichtbar) eine Beschleunigung innerhalb der doppelgelb- geschwenkten Phase anzeigt!
    Dies alles schreibt dir jemand, der sich sowohl sehr gut mit dem Team auskennt, der Viper an sich und ebenfalls den Fahrern. Die Viper, und das dürfte deine Frage nach einem Fernbleiben Bei VLN/RCN beantworten, würde umfangreich vorbereitet und bei aufgebaut für diesen Einsatz.
    Ich wünsche ein schönes Wochenende

    • Oli
      27. Juni 2014 zu 15:47 Antworten

      Hallo Thorsten, vielen Dank für Deinen Einwand. Egal wie wir es bezeichnen, der auf allen Ring-TV Kanälen gut sichtbare Unfall wäre mehr als vermeidbar gewesen. Erst recht wenn man von dem Potential der angetretenen Fahrer ausgeht. Gerade solche erfahrenen Sportkollegen sollten die Ruhe mitbringen und nicht den Versuch starten, ein N24H schon in der ersten Stunde gewinnen zu wollen. Ich hätte natürlich noch einen Satz über das unglücklich abgestellte Interventioncar fallen lassen können.
      Mein Hinweis auf das Fernbleiben von VLN & RCN Rennen ist auch nicht in Bezug auf den technischen Zustand der Viper zu verstehen. Es geht mir darum wieder ein Feeling für Rennsituationen und das Einschätzen von Situationen zu bekommen. Wenn ich die Interviews und Reportagen über Reinhard Schall richtig verstanden habe, ist sein letzter Einsatz im Rennwagen gute 3 Jahre her (Quelle: http://www.swp.de/metzingen/sport/sonstige/regional/Nordschleife-Motorsport-Cockpit-Rennsport;art387053,2654323 ). Ich gehe davon aus, dass Du mir nicht weismachen möchtest das ein Vorbereitungstag in Hockenheim mit einem VLN Rennen zu vergleichen wäre!
      Was ich nicht okay von Dir finde, ist jetzt den Besaplast MINI mit in die Schuldfrage zu nehmen. Verkehr hin >> Rennen her – wer auffährt hat nicht aufgepasst. Und ob der MINI nun beschleunigt oder nicht sollte nicht von einer zappeligen OnBoard Kamera abgeleitet werden.

      In diesem Zusammenhang bitte ich Dich auch einmal den Artikel der Kollegen von http://www.sportscar-info.de zu lesen. Wahrscheinlich liegen auch sie mit ihren Eindrücken daneben (http://www.sportscar-info.de/portal/index.php/adac-zurich-24-stunden-rennen/3589-nuerburgring-sportkommissare-sprechen-ausschluesse-aus )

      Sei mir nicht böse wenn ich mich jetzt hier kurz halte, das Wochenende steht vor der Tür. Gerne können wir uns bei einem Kaffee beim nächsten VLN Rennen treffen und weiter diskutieren! In diesem Sinne – Keep racing!

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