N24h – Protokoll von Triumph und stillem Leiden

Zweimal rund um die Uhr über die Nordschleife zu fahren war die Aufgabe der sich am Samstag gegen 16 Uhr knapp 160 Teilnehmer im Rahmen des 43. ADAC Zurich 24h-Rennen stellten. Bei gewohntem Eifelgrauen Himmel startete Rennleiter Walter Hornung das Teilnehmerfeld, an der Spitze eine Schar von Werksunterstützten GT3 Fahrzeugen.

Ähnlich wie schon beim Top30 Qualifying, siehe Artikel, waren es wieder die wendigen BMW Z4 GT3 die der ersten Rennstunde ihren Stempel aufdrückten. Im Formationsflug pflügten die Fahrzeuge mit der #19, #20 sowie #26 über die Strecke und durchs Feld. Erst durch die anstehenden Boxenstopps wurde die Armada, bestehend aus Fahrzeugen vom Team Schubert und Marc VDS, gesprengt.

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Nach Ablauf der ersten Stunde notierten die Zeitnehmer den Schubert BMW #19, gefahren von Müller, Sims, Werner und Wittmann, auf P1. Direkt, dahinter mein Geheimfavorit, der bärenstarke Bentley Continental #84, mit den Herren Bleekemolen, Arnold, Menzel und Brück am Steuer. Schon hier zeigte der auf P3 notierte WRT Audi R8 #28 auf, das mit ihm zu rechnen sein. Die Piloten Mies , Sandström , Müller und Vanthoor gingen souverän mit Strecke, Feld und Wagen um. Auf P4 zeigte sich der erste Mercedes AMG SLS mit den Fahrern Graf, Hohenadel, Bastian und Jäger vom Einsatzteam ROWE.

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So sehr die Fahrer in Stunde eins die Ruhe bewahrten, so sehr hatten es die Stunden zwei und drei in sich. Zahlreiche Führungswechsel sowie einsetzender Regen breiteten den Fahrern und Teams Kopfzerbrechen und sorgten durch Ausfälle für die Unterhaltung der Zuschauer. Hiervon betroffen der weiße Mercedes AMG SLS #27 vom Team Zakspeed der in der Hohenrain Schikane aufs Gras kam und irreparabel verunfallte. Feierabend für die Pilotencrew um WTCC Ass Tom Coronel.

Weitere Führungswechsel begeisterten Publikum und Medienvertreter. Nach gut 3 Stunden zeigte sich der Mercedes AMG SLS #5 vom Team Black-Falcon als Führungsfahrzeug. Im Rückspiegel, Formatfüllend, der Z4 GT3 #26 von Marc VDS, nur Sekundenbruchteile trennten diese beide Kontrahenten. Auf Platz drei die schnellste Frikadelle der Welt (Porsche 911 GT3 R von Frikadelli Racing #30) als bester Porsche im Feld.

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Der Einbruch der Nacht tat dem glänzenden Motorsport keinen Abbruch. Allerdings sorgte einsetzender Regen für neuerliche Spannung. Waren weite Teile der Strecke jedoch trocken, galt es die perfekte Reifenwahl zu treffen. Bei diesem Reifenpoker konnten die Teams eher verlieren als gewinnen.
Gewinner in dieser Phase waren die Lokalmatadoren vom Team Phoenix. Nach fünf Rennstunden erkämpften sich die Vorjahressieger mit dem Audi R8 LMS #1 die Führung, dicht gefolgt vom Frikadelli Porsche. Platz drei und vier bekleideten die Fahrzeuge #28 (WRT Audi R8 LMS) und #8 (Mercedes AMG SLS Haribo Racing). Dieser startete aufgrund eines verzockten Top30 Qualifying nur von Platz 17 konnte jedoch deutlich nach vorne fahren. Ebenfalls verzockt hatte sich der führende BMW Z4 GT3 des Team Marc VDS. Durch einen verspäteten Reifenstop wurde er bis auf P5 durchgereicht und vererbte die Führung an das Team Frikadelli.

Wirklich lange hielt diese Führung jedoch nicht. Bedingt durch einen Kontakt des Car-Collection SLS verunfallte der Porsche 911 GT3 R so stark das dies das Rennende bedeutete. Fahrer Patrick Pillet blieb, durch Untersuchung im Medical Center bestätigt, zum Glück unverletzt. Die Positionen hiernach bezogen Audi R8 LMS #1 (Phoenix) vor #19 (Z4 GT3 Schubert Motorsport) und dem Audi #28 (WRT) dicht gefolgt vom Falken Porsche #44. Zur gleichen Zeit ungefähr nisteten sich die beiden Britischen Sportwagen von AstonMartin (Vantage GT3) #6 sowie der bildhübsche Bentley Continental GT3 #11 ebenfalls in den Top 10 ein und bezogen Position.

Neuer Tag, neues Glück?

Nee, nicht wirklich da es ja immer noch das gleiche Rennen ist. Zum Beginn des Sonntag bestimmten die Botenstoffs die Reihenfolge an der Spitze. Quasi abwechselnd lag mal der Marc VDS BMW Z4 GT3 #25 oder dann wieder der WRT Audi R8 #28 auf P1. Dahinter, auf Fehler der Kontrahenten lauernd, als schnellster Porsche im Feld der grün-blaue Falken Porsche mit der #44 vor dem Black-Falcon AMG SLS #5. So zog die Karawane der GT3 Rennwagen Runde um Runde.

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Zur Mittagszeit, es sollten noch vier Ereignisreiche Rennstunden folgen, zeigte sich die Eifel von ihrer besten Seite. Knalliger Sonnenschein sorgte für tolle Bedingungen und Fans und Fotografen ergötzten sich am Top Motorsport des 43. ADAC Zurich 24h-Rennen. Zu dieser Zeit komprimierte sich die Gruppe der Top 5 Fahrzeuge. Alle waren in der gleichen Runde und bereit, beim kleinsten Fehler, die Position des Mitbewerbers zu übernehmen. Inzwischen hatten alle teilnehmenden GT3 Hersteller das Kunststück vollbracht ein Fahrzeug in den Top 15 zu platzieren.

Falken Porsche

Um 13 Uhr kam dann noch etwas Bewegung in die Top 3. Aufgrund der längeren Stints fuhr der WRT Audi #28 eine Runde Vorsprung auf den schnellsten der Werks Z4 GT3 von Marc VDS heraus. Mit Minutenabstand dahinter auf P3 der Falken Porsche. Alles sah nach dem ersten Podium für die Truppe von Falken Motorsport aus. Gegen P2 allerdings wehrte sich das Team von Marc VDS nach Leibeskräften und knallte zum Teil Rundenzeiten in den Asphalt die ca 10 Sekunden schneller als die des Audi R8 waren.

Genutzt hat es allerdings wenig. Nach exakt 24h lief der belgische Audi vor dem BMW Z4 GT und dem Porsche 997 GT3 R von Falken Motorsport ins Ziel.

Für lange Gesichter im Nismo Racecamp sorgte der Ausfall des privaten GT-R vom Autohaus Schulze. Eingang Bergwerk mußte der Bolide mit Getriebeproblemen abgestellt werden. Schade denn bis dahin lieferte er sich mit dem Werksunterstützten GT-R des RJN Team einen spannenden Kampf um den Einzug in die Top 10.

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