Nachtrag N24H, die Dittmann Viper und Quo vadis VLN/N24H

Aufgrund des verspäteten Starts des 5. VLN Lauf ergab sich etwas Extrazeit um mal ein paar Meinungen zu den Unfällen des N24h einzuholen. Während eines Besuchs (wofür wird später gezeigt) bei Fahrerlager-Urgestein und Eifelkind Jürgen Romes. Jürgen ist bei jedem VLN Rennen mit seiner mobilen Stickmaschine vor Ort und kümmert sich um die Wünsche von Fahrern, Teamchefs, Offiziellen und Fans wenn etwas auf Textil oder Leder gestickt werden soll (Website).

Während Jürgen die Stickmaschine rattern ließ entwickelte sich eine lebhafte Diskussion bezüglich der Masse an Unfällen während des N24H, der VLN Rennabbrüche (Rote Flagge) und der aktuell zu überprüfenden Gelbverstöße beim 5. VLN Lauf.

Den Einwand eines VLN Verantwortlichen, die Unfälle wären auf die Teilnahme der mit Rennprofis besetzten und extrem schnellen  GT3 Fahrzeuge zurückzuführen, erwies sich als haltlos. Der Rennsport lebt von der Professionalität und dem Engagement der Werke. Die Teilnahme von Werksunterstützten Teams bei VLN und N24H ist demnach nur zu begrüßen und durch steigende  Zuschauerzahlen zu belegen. Mein Einwand die Teilnehmer der beiden Rennveranstaltungen besser zu qualifizieren traf den Geschmack der anwesenden eher.vln_2014_5-lauf-85-20140705

Die Veranstalter des 24h Rennen und der Langstreckenmeisterschaft VLN sollten in absehbarer Zeit eine Qualifizierungsrichtlinie für  die Fahrer entwickeln und diese umsetzen. Medizinische Checks der Körpervitalität und Beweglichkeit sollten dabei genauso ein Thema sein wie die verpflichtende Teilnahme an Qualifikationsrennen. Ich durfte beim N24H mit ansehen wie drei Teammitglieder einem etwas betagteren Piloten beim Einsteigen helfen mussten. Was passiert wenn dieser auf Strecke verunfallt und fluchtartig den Wagen verlassen muss? Warten bis die Streckenposten da sind? Nach allem Bauchgefühl hätte der gute Mann nicht hinter das Lenkrad gelassen werden dürfen, erst recht zu seiner eigenen als auch der Sicherheit anderer. Leider regiert auch hier das Geld, wer genug EUROs auf den Teamtresen legt klettert hinter das Lenkrad, Talent und Qualifikation hin oder her.
Paradebeispiel dieser lockeren Diskussionsrunde war der leidige Unfall der Dittmann Viper mit dem Besaplast MINI, wenige Runden nach Rennstart beim 24h Rennen. Meine Meinung dazu hatte ich bereits in diesem Artikel beschrieben.

Egal wie prominent ein Fahrzeug besetzt ist und egal wie viel Rennerfahrung vor Jahren gesammelt wurde, die Teilnahme an aktuellen Rennen sollte als Voraussetzung erfüllt sein. Einhellige Meinung hier zu der Vorbereitung des Dittmann Teams war, dass die Einstellfahrten in Hockenheim (dies wurde mir telefonisch von einem Teamfahrer bestätigt) nicht die Teilnahme an einem VLN-Rennen oder dem Qualifikationsrennen ersetzen kann.

VLN / N24H #502 Felix Baumgartner

Betrachtet man hier, was für ein Vorbereitungsprogramm Felix Baumgartner bei seinem N24h Debüt erfüllen musste, sollte eine Vorbereitungspflicht für alle Teilnehmer eine Selbstverständlichkeit werden. Momentan passieren leider zu viele Unfälle mit einer immer höheren Intensität der Energievernichtung, es bleibt zu hoffen das es hier nicht zu schweren Verletzungen oder Todesfällen kommt.

Ich hoffe die Organisatoren und Veranstalter finden in der nächsten Zeit einen Weg, die Rennen durch die Qualifikation der Fahrer  noch sicherer zu machen. Eventuell gehen dabei die Startzahlen etwas zurück, wenn jedoch weitere vermeidbare Unfälle dadurch ausbleiben profitieren alle Parteien davon. Die Teams, die Hersteller, Zuschauer sowie die Organisatoren und Veranstalter.

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