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Nachtrag N24H – Nissan – Unfälle verhinderten Top-Ten Platzierung

Zuverlässigkeit und Pace vorhanden

Nissan GT-R Nismo GT3

Mensch was hat es Nissan beim 24 Stunden am Nürburgring gebeutelt. Die beiden vom Werk eingesetzten Nissan GT-R Nismo GT3 ereilte das Unfallpech und der vom Autohaus Schulze eingesetzte GT-R blieb ebenfalls nicht frei von Verformungen und hielt mit Platz 14 die Nissan Fahne hoch.

Aber der Reihe nach. Bereits in der Qualifikation verließ den dunkelblauen Schulze GT-R das Glück und er verunfallte recht heftig. Durch eine, über die Nacht andauernde, tolle Reperaturleistung des Teams konnte der Wagen noch in letzter Minute zum Top-30 Qualifying am Freitag antreten. Im Rahmen der Reparatur musste die Crew fast 70% des Fahrzeuges erneuern. Teile des Vorderwagen, die linke Fahrzeugseite und Teile vom Heck mussten erneuert werden. Zum Top-30 Qualifying trat der GT-R dann auch mit einem fast reinem Carbon Kleid an. Für das anbringen der Sponsorenaufkleber fehlte einfach  die Zeit ;-)
Dummerweise blieb der Wagen dann im Qualifying prompt stehen und stellte das Team vor das Rätsel, welches elektronische Bauteil die Funktion eingestellt hat.

N24H Nissan GT-R Schulze Motorsport

Hinweis

Gegenüber anderen Nissan GT-R Nismo verfügt der Schulze GT-R über eine deutliche Ansammlung von zusätzlichen Sensoren und Kamerasteckverbindungen. Mit diesem Wagen wurden die für das Konsolenspiel Gran Tourismo notwendigen Streckendaten gesammelt und aufgezeichnet.
Quelle: W. Drabiniok (Streckensprecher N24H im Nissan Racecamp)

Im Endeffekt stellte das Team fest, dass sich nur eine Steckverbindung im Kabelbaum gelöst hatte. Damit konnte der dunkelblaue Gran Tourismo GT-R von Startplatz 30 ins Rennen gehen.

Besser Start für den Nismo GT-R #80

Dieser Wagen, pilotiert von Ex-Formel-1 Pilot Nick Heidfeld und den GT Academy Fahrern Alex Buncombee, Florian Strauß und Lucas Ordonez, kam deutlich besser in Schwung und qualifizierte sich für Startplatz zehn. Den zweiten Werks GT-R stellte Nissan Markenbotschafter Michael Krumm auf Startplatz 15 ab. Keine schlechten Aussichten für das ausgelobte Ziel, eine Platzierung unter den besten zehn zu erreichen.

Unmittelbar nach Rennstart jedoch rutschte  Startfahrer Alex Buncombee in die Leitplanke. Der vorausfahrende Frikadelli-Porsche hatte Flüssigkeit auf der Rennstrecke verteilt (ich recherchiere noch ob es sich um Kühlflüssigkeit oder Gerstensaft des Sponsors Früh Kölsch gehandelt hat) wodurch Alex die Kontrolle über den GT-R #80 verlor. Die Reparatur kostete das Team fast eine komplette Runde. Im Anschluss konnte das Team die Performance des Nismo GT-R durch stabile Rundenzeiten, auf dem Niveau der Spitzengruppe, aufzeigen und wieder Boden gutmachen.

Nissan GT-R Nismo GT3

Unfallschicksale in der Nacht

Beide Werks GT-R sollten nicht unfallfrei durch die Nacht kommen. Zuerst rutschte Nick Heidfeld am Ausgang der Fuchsröhre mit hohem Tempo in zwei verunfallte Konkurrenten! Im Interview sagte er mir später: „… entweder über den Grünstreifen ausweichen – mit der Unsicherheit das dort ein Streckenposten stehen könnte oder ein Fahrzeug treffen!“
Die Entscheidung fiel natürlich pro Streckenposten aus mit dem Ergebnis das der Nissan durch den Kollisionsschaden über die Dauer von einer Stunde an der Box stehen musste. Auch wenn im Anschluß Godzilla wie ein Uhrwerk schnurrte konnte der Rückstand nicht mehr herausgefahren werden.

Hinweis

Im Team des GT-R #80 fehlte der an einer Grippe erkrankte Lucas Ordonez über die gesamte Renndistanz. Schlußfolgernd absolvierten die verbliebenen Piloten Heidfeld, Buncombee und Strauß anstrengende Doppelstints über die kompletten 24 Stunden.

Als wenn es der Ringgott so gewollt hätte verunfallte an fast der gleichen Stelle wenig später der Nismo GT-R #30. Mit hoher Geschwindigkeit knallte hier der Japanische Pilot Kazuki Hishino mit dem zweiten Werks GT-R in die Leitplanke. Genau wie zuvor Nick Heidfeld blieb er unverletzt und schaffte es, den waidwunden GT3 Renner an die Box zu schleppen wo das Rennen jedoch für Godzilla endete. Nach einer umfangreichen Inspektion nahm das Team RJN Motorsport die #30 aus dem Rennen.

Und sonst?

Als Rheinländer geht mir hier spontan der Satz „So richtig sch… war es nicht!“ durch den Kopf.
Warum? Das Wochenende zeigt auf, dass die Nissan GT-R Nismo GT3 zuverlässige und sauschnelle Tourenrennwagen sind. Auf der Döttinger Höhe machten sie die Pace und überholten so ziemlich jeden Konkurrenten. Auch mit den Streckenverhältnissen in der Eifel kam der GT-R gut zurecht, den unzähligen Einstellrunden von Michael Krumm sei Dank.

Nissan GT-R Nismo GT3 #N24H

Mehr als Positiv auch der Eindruck von Florian Strauß. Vor 9 Monaten noch Angestellter einer Berliner Autovermietung saß der deutsche Gewinner der GT Academy mehr als ein Drittel des Rennens hinter dem Lenkrad und blieb Fehlerfrei. Alles in allem stimmt das Paket der Nismo GT-R und lässt für nächstes Jahr weiter hoffen. Ohne das Unfallpech wären die anvisierten Top-Zehn Platzierungen absolut machbar gewesen. Ob dies gelingt und die Werks GT-R vom Pech verschont bleiben können wir vom 14. – 17.05.2015 erleben. Dies ist der fixierte Termin für das nächste 24 Stunden Rennen am Nürburgring.

Btw ist von der FIA auch der Termin des 24 Stunden Rennen von Le Mans abgesegnet worden. Dort werden sich die Langstreckenteams vom 13. – 14.06.2015 die Cockpits in die Hand geben! Erstmalig wird dort auch der neue Nissan LMP1 Prototyp an der Sarthe debütieren.

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