SEAT Leon Cupra ST 280 – das doppelte Lottchen

Vom Einkaufswagen zum Racekombi

Ein knappes Jahr ist es nun her, dass SEAT den Leon Cupra mit zwei Motorvarianten auf uns losließ. Damit meine ich nicht jeweils eine Diesel und eine Benzin Version. Nein, SEAT stellt zwei verschieden starke Benziner auf die Füße bzw Räder. Einmal mit 265 PS und den erstarkten Leon Cupra mit 280 PS. Neben dem 3-Türer auch als Kombi!

[box type=normal]Ab hier hat der Vati dann ein Dauergrinsen im Gesicht, denn beim Schreiben dieser Zeilen kommt wieder das Fahrgefühl des flotten Spaniers in Erinnerung. Herrlich![/box]

Aber der Reihe nach, beginnend mit dem Exterieur.

Schick – schick

Das was SEAT hier liefert kann sich wirklich sehen lassen. Dynamisch, flott und sehr schnittig wirkt der StationWaggon der spanischen VW Tochter und schlägt die Konzernbrüder, aus Deutschland und Tschechien, optisch um Längen. Selbst in der Basisversion, zum Preis von 16.640 EUR, profitiert der Leon ST von seinen markanten Linien und wirkt ausgesprochen sportlich.

SEAT Leon ST Cupra

Ursprünglich wurde ein in Nevada Weiß lackierter Testwagen angeliefert, bei dem alle verchromten Anbauteile durch mattschwarze Bauteile ersetzt waren. Ein absoluter Hingucker, welcher leider aufgrund eines Wildunfalles schnell gegen einen Midnight  Schwarzen Ersatzwagen ausgetauscht werden mußte. Beide Farben werden als Sonderlackierung mit 585 EUR abgerechnet. Ohne Aufpreis würde der Wagen im leuchtenden Emocion Rot vor der Haustüre stehen.

Prall gefüllter Maschinenraum

Unter der dezent abfallenden Motorhaube werkelt ein aus dem VW-Motorenregal bekannter 2.0 Liter Turbobenziner. Im Fall des Testwagens die Version mit 280 PS bei dem es preislich bei 33.860 EUR losgehen würde. Fiele die Entscheidung auf den 265 PS starken Leon ST Cupra wäre der Einsteigspreis bei 32.560 EUR zu finden.

SEAT Leon ST Cupra

Preislich liegt er so zwischen dem VW Golf R Variant (42.925 EUR) und dem Ŝkoda Octavia RS welcher mit 30.790 EUR zu Buche schlägt. Ein gutes Stück günstiger dagegen der Focus ST von Ford. Die Kölner rufen hier 28.850 EUR auf.

Warum der Golf soviel teurer ist? Neben dem stärkeren Motor, welcher 300 PS leistet, besitzt der Wolfsburger Kompaktkombi Allrad und ein deutliches Ausstattungsplus. Der Preisunterschied zwischen den beiden Spaniern dagegen, findet die Ursache in einer Reihe optischer und technischer Details.  Zum einen wäre da das adaptive Fahrwerk (DCC) sowie die größeren 19″ Zoll Felgen zu nennen. Und natürlich die zusätzlichen 15 Pferdchen.

Interieur, fast wie schöner wohnen

Auch im Innenraum besitzt der SEAT Leon ST Cupra einiges was deutlich ansprechender gelöst wurde als beim Konzernbruder aus Tschechien. Angefangen bei den serienmäßigen Alcantara Sportsitzen, die einen gelungenen Kompromiss zwischen Komfort und Sportlichkeit liefern. Dabei fällt der Materialmix positiv auf. Die Außenwangen der Sitze sind aus Kunstleder während das Popometer auf dem erwähnten Alcantara thront. Eine ideale Lösung für den Sommer und nicht zu vergleichen mit Komplettledersitzen.

Das Lenkrad ist ein aus dem VW Konzern relativ bekanntes Bauteil. Unten etwas abgeflacht bietet es eine Erleichterung beim Einsteigen und durch seine angenehme Stärke guten Griff wenn es etwas sportlicher zur Sache gehen soll. Daneben fällt das 5,8″ Zoll große und serienmäßige Multifunktionsdisplay auf. Einfach und intuitiv bedienbar, unterstützt es den Fahrer sowohl beim Navigieren als beim abspielen von Multimediadateien. Legt der Fahrer ein Ziel fest, bietet die Navigation meistens drei verschiedene Routen an. Von Ökonomisch bis Ultraschnell.

Aber wir reden ja die ganze Zeit von einem Kombi. Was kann er den eigentlich alles verpacken? Lademeister oder nur eine große Klappe. Im Segment der Kompaktkombis ganz klar ein Lademeister. Ohne Veränderungen an der Rücklehne der zweiten Sitzreihe schluckt der Leon ST ordentliche 587 Liter und wird die Rücklehne geklappt erhöht sich das Ladevolumen auf stattliche 1.470 Liter.  Das umklappen der Rücklehne geschieht komfortabel mittels zwei Bedienhebel.

SEAT Leon ST Cupra

Hinter den beiden vorderen Sitzen dürfen allerdings keine Riesen Platz nehmen. Nach eigenen Erfahrungen, sollten hier Personen bis maximal 1,8 Meter noch komfortabel sitzen können. Größere Menschen sollten dann besser auf den vorderen Sitzen die Fahrt beginnen. Besonders angenehm fiel bei dem Testungen das gigantische Panoramadach auf. Quasi von der A-Säule bis hin zur C-Säule reicht hier das Glasdach und verschafft dem Innenraum so ein warmes Ambiente mit jeder Menge Tageslicht. Natürlich kann das Dach als Schiebedach zu 50% geöffnet werden und mittels Sonnenrollo auch verdunkelt werden. Aber viel schöner ist es mit dem offenen Dach zu fahren wobei unser kleines Baby, aus der Babyschale heraus, den besten Blick nach oben draußen genießen konnte.

Dem Fahrer eröffnen sich alle Bedienelemente in der gewohnt guten Ergonomischen Ausrichtung. Die Erfahrungen der Konzernmutter lassen grüßen.

Ab auf die Piste

Wie Eingangs beschrieben, schlummern im SEAT Leon ST Cupra 280 zwei Autos. Welches Auto zur Verwendung kommen soll, entscheidet der Fahrer mittels einem Tastendruck. Ist das DCC auf Komfort gestellt gibt er sich butterweich und lädt entweder zur sanften Einkaufsfahrt mit Kind und Kegel oder einer entspannten Autobahnfahrt ein.

Wird dieselbe Taste aber noch zweimal gedrückt, schüttelt der ST Cupra alle Vernunft von sich und stellt sich als bissig und aggressiv dar. Das Fahrwerk ist deutlich härter und straffer, die Lenkung direkter und das Kennfeld des elektronischen Gaspedals viel energischer. Nebenbei erzeugt ein Soundgenerator die gewünschte Schallkulisse. Besonders gut gelungen ist hier die progressive Lenkung. Diese ermöglicht dank ihrer kurzen Übersetzung den vollen Einschlag der Räder mittels einer Lenkradumdrehung. So macht das Kurvenfressen richtig Laune.

Gut, dass SEAT dem Cupra eine mechanische Differentialsperre spendiert hat. Soll der Wagen an der Ampel lospreschen kämpfen die Räder um jedes Quentchen Grip und danken der Hilfestellung des Differentials. Apropos Ampelsprint. Von null auf 100 km/h benötigt der Sportkombi lediglich 6,0 Sekunden und muß sich vor anderen, sportlichen, Vertretern der Kompaktklasse nicht fürchten. Sportfahrern bzw. generell jedem wäre das Doppelkupplungsgetriebe DSG zu empfehlen. Damit lässt es sich zum einen komfortabler „Cruisen“ aber auch sportlicher fahren, können so doch beide Hände am Volant bleiben. Leider fehlte dieses dem Testwagen.

[box type=normal]Blogger Kollege Matthias hatte das besondere Vergnügen, den SEAT in seinem spanischen Heimatland fahren zu dürfen. Schöner Artikel, tolle Bilder![/box]

Fazit

Wieder ist es SEAT gelungen uns einen Testwagen vor die Tür zu stellen der es in sich hat. Zum einen bildet der Wagen einen erstklassigen Kombi ab, der jede Aufgabe eines Familienwagens erstklassig absolviert. Sei es zum Einkaufen, die Kinder durch die Gegend fahren oder dem Kurztrip nach Belgien. Der ST Cupra zeigte keine blößen. Wird er zum Beispiel auf der Autobahn moderat gefahren ist ein Verbrauch von unter 8 Liter auf 100 km durchaus möglich.

Soll es dann flotter werden zeigt der SEAT Leon ST Cupra was er noch in sich trägt. das temperamentvolle Herz eines Sportlers der ohne Mühen weit über 250 km/h auf der Autobahn geht und bei der Kurvenhatz durch die belgischen Ardennen viel Spaßpotential beweist. Wird der Wagen so bewegt, pendelt sich der Verbrauch im knappen zweistelligen Bereich ein.

Dem ST Cupra Markterfolge zuzusprechen bedarf keiner Glaskugel. Die Nachfrage nach sportlichen Kompaktkombis ist da und der Konzernbruder Octavia RS beweist was geht und was die Kunden möchten. Im Feld dieser Nische glänzt der SEAT durch mutiges und frisches Design, tolles Interieur, einer guten Verarbeitungsqualität und viel Fahrspaß. Top!!

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4 Kommentare

  1. Seat Leon ST Cupra 280 Testbericht | Autogefühl
    19. August 2015 zu 23:50 Antworten

    […] hier noch die Perspektive von Oli Walther auf das […]

  2. Am 19. August 2015 gefunden … | wABss
    20. August 2015 zu 03:11 Antworten

    […] SEAT Leon Cupra ST 280 ? das doppelte Lottchen, gefunden bei der-auto-blogger.de (0 Buzz-Faktor) […]

  3. MIKE
    19. September 2015 zu 16:42 Antworten

    Schöner Bericht und wirklich ein geniales Auto was SEAT da gebaut hat. Durfte die Kompaktversion bereits fahren: Einfach wow! Dezent, aber sehr sportlich.

  4. Mit dem Seat Leon ST Cupra 280 durch Katalonien › Motoreport
    28. Oktober 2015 zu 13:41 Antworten

    […] Alpen gefahren haben. Wie praktisch ein Leon Cupra als Kombi im Alltag ist, liest man am besten bei der-auto-blogger.de nach oder lässt sich die Platzverhältnisse im Video zeigen. Eine Beratung, ob es nun der ST, SC […]

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