VW T6 – Verfechter der Generation Kultbus

Kultstatus auch in der 6. Generation – der VW Bus T6

Ob VW vor 65 Jahren ahnte, welchen Erfolg der schlichte Kastenwagen auf Basis des VW Käfer haben würde? Über die Jahre hat er zwar seine Verwandtschaft zum luftgekühlten Ur-Volkswagen immer mehr abgelegt, ohne jedoch seinen Kultstatus zu verlieren.

In diesen 65 Jahren sind, laut VW, mehr als 12 Millionen T-Modelle vom Typ 1 bis zum Typ 5 abgesetzt worden. Seit wenigen Wochen ist nun die 6. Generation da, welche die kultigen Kohlen aus dem Feuer holen fahren soll. Auch der neueste Wurf von Volkswagen Nutzfahrzeuge kann dabei mit der gewohnten Typenvielfalt aufwarten. Diese teilt sich in 3 Bereiche auf. Als Nutzfahrzeug ist es der Pritschenwagen, die Doppelkabine und der bekannte Kastenwagen.

Als Großraumlimousine nennt er sich Multivan oder Caravelle und als Freizeitmobil California. Egal, um welchen Vertreter es hier gehen soll, alle können mit zwei unterschiedlichen Radständen und Dachhöhen geordert werden. Damit nicht genug der Typendifferenzierung, stehen doch noch diverse Motorisierungen unterschiedlichster Auslegung zur Verfügung.

VW T6 Generation Six

Preise

Bevor es in die Tiefe geht, gilt es einen Blick in die Preislisten des neuen VW T6 zu werfen. Den günstigsten Multivan gibt es mit der Ausstattungslinie Conceptline bereits ab 29.952 €, womit der Kunde schon eine reichhaltige Fahrzeugausstattung erwarten kann. Entscheidet sich ein Kunde für die Ausstattungslinie Highline, sollten damit alle Wünsche erfüllt werden, zeigt sich die Liste der Zusatzausstattungen doch ausgesprochen kurz.

Die Details machen den Unterschied

Groß war das Unken, als vor einigen Wochen der neue T6 in Amsterdam der Presse vorgestellt wurde. Nicht neu, sondern nur ein Facelift hieß es. Stimmt nicht, wie meine Probefahrt in Schweden an den Tag brachte. Aber genau hinsehen muss man doch, um nicht den Überblick zwischen T5 und T6 zu verlieren. Die Details machen den Unterschied aus.

Am deutlichsten sticht die Front des Neuen hervor. Gemäß der aktuellen Designsprache aus Wolfsburg verkörpern gerade Kanten und Linien, neben den markigen Scheinwerfern das neue Gesicht der aktuellen VW Modelle. Neben dem hier gefahrenen VW Caddy und dem VW Touran, nun eben auch der T6.

VW T6 Generation Six

Als ersten Testwagen schnappte ich mir am Stockholmer Flughafen dann auch einen propper motorisierten Vertreter. Der blaue Multivan, dessen Farbe auf den Namen Acapulcoblau hört, verfügte über den 2.0 BlueMotion TDI und das Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe. Mit seinen 150 PS (110 kW) die perfekte Motorisierung, um über die schwedischen Autobahnen zu cruisen. Die knapp einstündige Fahrt zur Relaisstation verging so fast wie im Flug und ließ nur knapp Gelegenheit, die zahlreichen Features und Besonderheiten des T6 Multivan zu inspizieren.

VW T6 Generation Six

Neben dem erhabenen Fahrersitz, der für tollen Weitblick sorgt, fällt das im Grunde PKW typische Armaturenbrett schnell auf. Unverkennbar ein Modell aus Wolfsburg; das aber eben absolut keinen Nutzfahrzeugcharakter mehr besitzt. Das komplette Fahrercockpit inklusive der beiden vorderen Sitze vermittelt reines PKW-Feeling. Schnell verbindet sich das iPhone mit dem Infotainmentsystem und erinnert daran, dass hier noch im Konzern nachgearbeitet werden kann. Der zuletzt gefahrene VW Touran offeriert schon Apple Car Play, wogegen der T6 leider etwas Old School mäßig daher kommt.

Auf dem Stand der Zeit sind aber die angebotenen Fahrassistenten, allen voran die Adaptive Geschwindigkeitskontrolle ACC. Blitzschnell auf die in Schweden erlaubte Höchstgeschwindigkeit eingestellt, huscht der T6 über die Autobahn und regelt seinen Abstand zum Vorausfahrenden eigenständig. Kilometerfressers Darling ;-)

Beim Testwagentausch daneben gegriffen

Schnell war die angepeilte Relaisstation erreicht, wo es neben leckeren und typisch schwedischem Essen auch viel frische Luft und einen hübschen Yacht Hafen zu beobachten gab. Leider trennten sich hier meine Wege und die des 150 PS starken Multivan und ich musste mit einem deutlich schwächer motorisierten Vertreter die Fotofahrt aufnehmen. Zwar immer noch ein Multivan und 2.0 TDI, dafür aber nur noch 102 PS (74 kW) und ein von Hand zu schaltendes 5-Gang Getriebe.

Eigentlich hatte ich vor, hier auf einen der schicken zweifarbigen Multivan umzusteigen, was jedoch leider nicht geklappt hatte. Alle vor Ort verbliebenen Sondermodelle der „Generation Six“ waren von TV- und Kamera-Teams belegt. Schade.

VW T6 Generation Six

So ging es dann, einem am Wasser gelegenen Fotospot entgegen, leider aber auch in einen schlimmen Regenguss. Dieser und die verdreckten schwedischen Landstraßen sorgten schnell dafür, dass der ebenfalls Acapulcoblaue Multivan schnell Schlamm-Beige aussah, und ich wieder umkehren musste, um den Wagen wieder reinigen zu lassen.
Auch wenn dieser T6 Multivan mit nur 250 Nm deutlich zäher zu fahren war als der 350 Nm starke erste T6, überzeugten beide durch ein mehr als entspanntes Fahrverhalten. Trotz des „kurzen“ Radstandes lief der T6 erstklassig geradeaus und lenkte gut und agil ein, wenn es um die Kurve gehen sollte. Mitverantwortlich hierfür auch die Adaptive Fahrwerksregelung DCC.

Laut Volkswagen sind die neuen 2.0 TDI komplett EURO6 zertifiziert und gegenüber den Vorläufern um ca. 15% sparsamer. Ein netter Nebeneffekt der serienmäßigen BlueMotion Technology.

An der Relaisstation tauschte ich dann den Wagenschlüssel gegen eine Tasse Kaffee, um mir einen Überblick über die weiteren, teils sehr speziellen, Vertreter der T6 Baureihe zu machen. VW hatte hier einige Branchenspezialisten wie einen Einsatzleihwagen der Feuerwehr, eine DoKa der Straßeninspektion sowie klassische Pritschenwagen aufgefahren. Schnell wird die Botschaft klar, wie universell der T6 geordert werden kann.

VW T6 Generation Six

Der Kunde kann sowohl beim Interieur als auch beim Exterieur eigentlich alles bekommen. Auf so ziemlich jeden Individualisierungswunsch kann VW mit einem breit gefächerten Angebot reagieren. Angefangen bei den neuen und Äffin optimierten Motoren, hier stehen zwei TSI und vier TDI Aggregate zur Auswahl, gibt es ein 5-Gang, ein 6-Gang und das erwähnte 7-Gang DSG Getriebe. Wer will, kann seinen Antriebsstrang noch mittels 4-Motion als Allradler perfektionieren.

Perfektionieren lässt sich auch der komplette Innenraum. Hier stehen wieder mehrere Varianten der Armaturenträger sowie der Sitzlandschaft zur Verfügung. Neben den vielen sichtbaren Goodies, hat der neue T6 aber auch unter der Haube einiges zu bieten. Umfangreiche Airbag-Ausstattungen haben Einzug gehalten, genau wie zahlreiche elektronische Helferlein, die in Sachen Sicherheit den VW T6 auf ein neues Level heben.
Käufer des Multivan Business freuen sich über den serienmäßigen „Front Assist“, der quasi als Multifunktionales Umfeldbeobachtungssystem seinen Dienst versieht; ein Radar erkennt, wenn der Abstand zum Vordermann kritisch wird, und leitet Anstrengungen ein den Bremsweg zu verkürzen. Weiterhin beinhaltet das System den City-Notbrems Assistenten, welcher bei bis zu einer Geschwindigkeit von 30 km/h zusätzliche Sicherheit liefert. Übersieht der Fahrer ein Hindernis, bremst der so ausgestattete T6 automatisch ab um die Aufprallgeschwindigkeit zu minimieren. Je nach Situation kann der Assistent sogar einen Auffahrunfall gänzlich verhindern. Weitere Assistenten wären die Müdigkeitserkennung, die Fahrmanöver analysiert und den Fahrer auf die Notwendigkeit eines Pausenbreaks hinweist.


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Hinweis zu den Fotos

Leider musste ich während des vorausgehenden Events feststellen, dass meine DSLR die Behandlung unseres zweitjüngsten Redaktionsmitglieds (20M+) nicht heil überstanden hat.  Ersatzweise sind deshalb auch die Fotos des T6 mittels iPhone gemacht worden.
Sorry
Von VW gelieferte Fotos sind entsprechend gekennzeichnet.

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Noch ein Satz zu der neuen Generation von Radio- und Navigationsgeräten, welche VW im T6 erstmals einsetzt. Neben einem 6,3 Zoll Display besitzen alle Geräte eine serienmäßige Bluetoothfreisprecheinrichtung, eine weitere Investition in die Sicherheit von Fahrer und Passagieren.
Der Clou an den neuen Radio-Navilösungen ist die Annäherungssensorik. Nähert sich die eine Hand von Fahrer oder Beifahrer dem Display, wechselt dieses vom Anzeige- in den Bedienmodus. Passend dazu, die unter Umständen optionale Mobiltelefon-Schnittstelle „Comfort“. Wird hier das Smartphone in die Mittelkonsole oder in die über dem Handschuhfach platzierte Ablage gelegt, sorgt eine induktive Antennenkopplung für eine Minimierung der GSM-Strahlen im Innenraum und erhöht gleichzeitig die Außensendeleistung.

[box type=normal]Auch Blogger Kollege Thomas hat sich den VW T6 genauer angeschaut und hat natürlich mit der Videokamera draufgehalten. Hier ein weiterer Artikel zum T6.
Der Artikel zum T6 von Matthias Luft (Motorsport.de) ist hier zu finden.
Den nächsten Artikel zum VW T6 liefert der Blog Automatik.de[/box]

Mein Fazit

Gerne wäre ich länger in dem stärkeren TDI oder der schicken Generation Six Multivan durch Schweden gefahren. Die kurze Zeit, die ich mit den Wagen hatte, macht es schwierig finale Aussagen zu treffen. Aber. VW wäre nicht VW, wenn sie nicht viele neue Features, die einen unmittelbaren Kundenvorteil liefern, offerieren würden. Gerade die überarbeiteten Motoren sprechen eine deutliche Sprache und arbeiten effizienter als beim Vorgänger. Dazu die vielfältigen Möglichkeiten, den Traum „Bullie“ so individuell wie möglich zu gestalten. Klasse. Es sollte keine grosse Leistung sein, dem T6 großartige Verkaufserfolge zu attestieren.

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4 Kommentare

  1. Am 18. Juli 2015 gefunden … | wABss
    19. Juli 2015 zu 03:16 Antworten

    […] VW T6 ? Verfechter der Generation Kultbus, gefunden bei der-auto-blogger.de (0.1 Buzz-Faktor) […]

  2. Der neue Bulli Volkswagen Transporter T6 im Fahrbericht | Autogefühl
    29. Oktober 2015 zu 23:30 Antworten

    […] Eine weitere Perspektive auf den neuen T6 gibt es bei der-auto-blogger. […]

  3. VW T6 Multivan: Bulli Nummer sechs erlebt Retro-Comeback. @ AUTOmativ.de ||| Online-Magazin für Autos, Neuheiten, Expeditions- und Fernreisemobile, Quad & ATV
    30. Oktober 2015 zu 13:27 Antworten

    […] Wert), liegt bei 200 Km/h. Für eine fahrende Scheunenwand ist das schon ziemlich beeindruckend. Der-Auto-Blogger testete unter anderem den 2,0 Liter Diesel mit nur 104 PS. Ebenfalls interessant: Autogefühl hatte […]

  4. Erste Eindrücke: Neuer Volkswagen T6 Multivan › Motoreport
    2. November 2015 zu 16:25 Antworten

    […] Ein ausführliches Video-Review zum neuen T6 gibts wie immer bei Autogefühl, weitere Fahrberichte bei Mein-Auto-Blog, Automativ und der-auto-blogger.de. […]

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