Wave Trophy – Elektrisch angetrieben durch die Schweiz – Teil 2

Nach dem aufregenden gestrigen Tag und Teil 1 meiner Wave Trophy, sollte es heute dann aus dem flacheren Teil der Schweiz in die Berge gehen. Und so startete der Tag mit einer ersten Bewertung des von Heiko Fleck aufgebauten OSRAM E-Porsche durch Bülach’er Schüler, die mitten im Ortskern des kleinen Städtchens ihre Punkte vergaben.

Wave Trophy

Stop zwei war dann die nächste Schule, wo auf einem kleinen Parkplatz die Grundschüler aufgereiht wie die Orgelpfeifen, neugierig den Hals nach dem geräuschlosen Sportwagen reckten. Weiter ging es nun, endlich über ansehnliche und Industriebefreite Landschaft, Richtung Sennwald. Eine Vignette war noch immer nicht am Porsche und so verpassten wir auch einen Zwischenstop in Schmerlikon, bevor es am Rande des Zürichsee über Rapperswil nach Sennwald im Kanton St. Gallen gehen sollte.

Knackige Berge verlangten nun dem E-Porsche und seinen Energiespeichern alles ab und jeder noch so kleine Meter Bergabfahrt wurde zur Rekuperation der Akkus genutzt, bevor Heiko ungeplant einen Not-Stop auf dem Parkplatz der Fa. Bursa einschlug. Hier wäre eigentlich der Mittagsstop einer anderen Teilnehmergruppe gewesen aber mit fast leeren Akkus kommt ein E-Mobil eben nicht weiter.
Da auch hier die effizienteren Autobahnkilometer ausgelassen wurden und der Weg eben über heftige Bergstraßen führte hatten sich die Akkus des OSRAM Porsche innerhalb kürzester Zeit ziemlich entleert. Standzeit zum Teilladen waren dann wieder drei knackige Stunden die aber durch ein von der Fa. Brusa gesponsertes Mittagessen entschärft wurden. Die Frage nach dem WLAN erspare ich mir, obwohl mir von einem Mitarbeiter der mitreisenden T-Com Truppe versichert wurde, man arbeite mit Hochdruck daran ;-)

Von Sennwald und der Fa. Bursa ging es dann weiter Richtung Landquart/CH wo der OSRAM Porsche wieder Teil einer weiteren Expo sein sollte. Aber was passiert, wenn man eh schon spät dran ist und die schnelleren Autobahnetappen auslassend mit 55 km/h durch die Schweiz tuckert äh gleitet? Richtig, man verspätet sich. Im Fall der Expo Landquart dermaßen, dass dort inzwischen der Abbau in vollem Umfang begonnen hatte.
Auch das, für die Ladeinfrastruktur der Wave verantwortliche, Technikteam war im Abbau und ließ sich nur mit etwas “Bittebitte” zu einer 45 minütigen Nachladeoption erweichen.

Wave Trophy

Während der E-Porsche nun also am Netz hing und seine Akkus befüllte konnte ich die Gelegenheit nutzen und mir den regen Zugverkehr am Bahnhof Landquart ansehen. Wer sich für Eisenbahnen nur etwas interessiert wird dort auf seine Kosten kommen. Moderne Triebzüge der SBB wechseln sich mit den roten Bahnen der Rätschen Eisenbahn ab, während spezialisierte “kleines Krokodil” genannte Lokomotiven den berühmten Bernina Express bewegen.
Notiz an mich: Mit der Familie den Glacier oder Bernina Express buchen.

Inzwischen hatte der weiße Porsche wieder soviel Saft das es zum nächsten Ladepunkt gehen konnte. Die Fahrt dorthin führte über tolle Nebenstraßen durch Landschaften die den Namen Heidiland wirklich verdienten. Irgendwann fragte ich dann Heiko wo denn der nächste Stop sein sollte. “In Davos” lautete die knappe Antwort von Heiko der schon wieder auf die Ladestandsanzeige schielte.

Wave Trophy
Auf meinen Hinweis wie schön Davos doch wäre und durch seine Lage in 1.500 m über NN auch toll zum Skifahren geeignet ist kam die Gegenfrage:
“Wie 1.500 m?”
“In den Bergen oben?”
“Ja in den Bergen, oben!”
Schweigen …!
Und so ging es dann sehr still über den Wolfgangpass weiter Richtung Davos während sich mit jeder Fahrminute der Himmel verdunkelte und die Temperaturen sanken. Bergwetter eben.
Doof wenn man in einem Auto ohne Heizung sitzt :-(

25% zeigte die Ladestandsanzeige als wir den Ladepool im komplett grauen und verregneten Davos erreichten. Wieder hatte das Technikteam dort, auf einem Busparkplatz, eine Ladeinfrastruktur aufgebaut und forderte die Teilnehmer zum Aufladen der Akkus ein. Auch der OSRAM Porsche erhielt hier die noch nicht letzte Ladung des Tages und quittierte den einsetzenden Regen, wie sich erst viel später herausstellte, mit einer durchgeschossenen Sicherung.
Wieder gingen 1,5 h einher und die Frage nach dem WLAN erübrigte sich aufgrund der trostlosen Kulisse von alleine.

Irgendwann, wir hatten inzwischen die 20:00 Uhr Grenze überschritten, ging es dann weiter zum finalen Etappenziel nach Savognin. Auch hier galt es wieder, angesichts der happigen Bergauffahrt und dem sinkenden Füllstand der Akkus, die Ruhe zu bewahren und das letzte Quentchen gute Laune nicht zu verlieren.
Punkt 21:30 Uhr stand dann auch der OSRAM Porsche in Savognin um dort, an der Halle eines Technikzentrums, die letzte Ladung des Tages zu erhalten. Letzteres sollte dann aber nicht ohne Komplikationen über die Bühne gehen.
Trotz einer passenden Ladeinfrastruktur wollte der weisse E-Sportwagen keinen Saft in die Akkus fliessen lassen. Richtig – die Sicherung war ja durch was hier aber erst noch erörtert werden mußte. Erst durch umfangreiche Wechselei verschiedener Ladekabel und Stecker wurde das K.O. der Sicherung festgestellt, welche Mangels mitgeführter Ersatzsicherung in der Überbrückung selbiger anhand eines Drahtes endete.

Wave Trophy

Egal, ich war am Ziel meiner Wave Trophy angelangt und erreichte durch ein Shuttle, ein elektrifizierter VW T2 Bus, um 23:30 Uhr mein Hotel im schönen Savognin.

Fazit

E-Mobility kann als Lösung für den nahenden Ausgang der fossilen Brennstoffe herhalten. Stand von heute ist E-Mobility allerdings, sofern es um Fahrten außerhalb der gewohnten Strecken geht, eine Frickellösung für Freaks und Liebhaber. Selbst wenn eine passende Ladeinfrastruktur zur Verfügung steht verlangt das zeitaufwendige Aufladen der Fahrzeuge dem Fahrer einiges an Geduld ab. Hersteller aller Komponenten und Fahrzeuge sollten sich schleunigst auf einen festen Standard einigen um das gewisse Quentchen Komfort und Planungssicherheit für zahlende Kunden bieten zu können.

Für Ortsgebundene Dienstleister wie Handwerksbetriebe, Pflegedienste und ähnliche ist E-Mobility schon heute einsetzbar. Nach Statistiken fahren diese im Schnitt weniger als 50 km pro Tag, eine Range die problemlos, im E-Betrieb genutzt werden kann. Stehen Abends die Autos dann wieder an der Ladesäule ist ein problemloser Betrieb möglich und erfreut den Buchhalter/Kontroller mit günstigen Betriebskosten.

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