Weltpremiere – WEC am Nürburgring

LeMans Feeling in der Eifel

Am kommenden Wochenende ist die gute alte Lady Nürburgring Schauplatz einer Weltpremiere. Zwar nicht die Großmutter selber – das meine ich absolut Respektvoll – sondern die kleine aufgehübschte Enkeltochter namens Grand Prix Strecke. So gerade noch von der schiefen Bahn der Insolvenz abgekommen darf sie sich nun von ihrer besseren Seite zeigen. Und das, was sich da anbahnt ist vom allerfeinsten.

Audi, Porsche und Toyota bekriegen sich am Nürburgring

Die Rede ist natürlich nicht von einem Krieg oder leichten Mädchen, sondern von einer der faszinierendsten Rennserien der Welt. Der World Endourance Championship, kurz WEC genannt. Vor vier Jahren ins Leben gerufen ist die Rennserie der Inbegriff des 24h Rennen von LeMans. Dabei ist das Rennen in Frankreich allerdings nur das Tüpfelchen auf dem i. Eine ganze Saison sind die Rennen zur Langstreckenweltmeisterschaft präsent und ziehen dabei fast über den gesamten Globus.

Illustre Rennstrecken wie Silverstone (GB), Spa Francorchamps (BE) oder Austin (USA) sind dabei nur einige Austragungsstätten. Weiter geht es über Japan, Shanghai und Bahrain wo die Saison 2015 ihren Abschluss finden wird.

Genauso prominent wie die Rennstrecken sind die teilnehmenden Werke und Piloten.

Allen voraus die Protagonisten der LMP1 Klasse. Hier sind es die oben genannten Werke von Audi, Porsche und Toyota. In LeMans galt es noch einen weiteren Namen zu notieren, leider ist das Engagement von Nissan jedoch nur als kurzes belustigendes Gastspiel zu bewerten.

Audi hat noch eine Rechnung offen

Nach der in LeMans gezeigten Dominanz des Porsche 919, am Steuer Nick Tandy/Earl Bamber/Nico Hülkenberg, wird Audi alles daran setzen den Konzernbrüdern gehörig in die Suppe zu spucken. Beim französischen Klassiker mussten sich Fässler/Lotterer/Tréleuyer erstmals der Konkurrenz beugen, nachdem sie sich in den beiden ersten WEC-Rennen in Silverstone und Spa-Francorchamps die Siege gesichert hatten. In Le Mans reichte es jedoch nur zum dritten Rang. Statt des erwarteten Ingolstädter Triumphes, war Porsche der jubelnde Sieger.

Porsche 919 Hybrid

Foto © Porsche

Nick Tandy/Earl Bamber/Nico Hülkenberg siegten im 919 Hybrid vor den Porsche-Kollegen Timo Bernhard/Mark Webber/Brendon Hartley, während der dritte Porsche von Romains Dumas, Neel Jani und Marc Lieb Platz fünf belegte. Da das Sieger-Trio am Nürburgring nicht in der Klasse LMP1 an den Start gehen wird, wollen die beiden verbleibenden Porsche-Teams Audi erneut in die Schranken verweisen. Lieb/Jani/Dumas fehlen 23 Punkte auf den Tabellenführer (80 Punkte) und Webber/Bernhard/Hartley haben 27 Zähler Rückstand. In der Marken-WM führt Porsche mit 140 Zählern vor Audi mit 124 Punkten.

Audi R18e quattro

Foto © Audi

Sportlich fair versucht es Toyota mit der Übermacht der Audi und Porsche aufzunehmen, ist der Nürburgring doch quasi ein Heimspiel für die in Köln ansässige TMG Mannschaft. Toyota will auf dem Nürburgring endlich wieder um Podiumsplätze mitkämpfen, den amtierenden Weltmeister sollte niemand unterschätzen.

„Der Nürburgring kommt unserem Fahrzeug entgegen. Aber ich weiß ehrlich gesagt nicht, was wir erwarten dürfen“,

sagt Toyota-Werkspilot Stéphane Sarrazin, der immerhin schon Nürburgring-Siege auf seinem persönlichen Konto vorweisen kann.

„Die erste Saisonhälfte war für uns sehr schwer und wir müssen jetzt kämpfen und alles geben, um endlich wieder auf dem Podium zu stehen.“

Artikel zum Test der WEC Teams am Nürburgring

Fotos © Morgan Peltre

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Mit neuem Kameraequipment geht es, leider erst, am Samstag Nachmittag zum Nürburgring. Früh genug um den ganzen Sonntag dieses einzigartige Motorsportrennen zu begleiten und zu fotografieren. Wenn es klappt, gehen noch am Sonntag die ersten Bilder online. Schaut entweder bei Twitter oder Facebook nach dem Hashtag #wecderautoblogger

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LMP2 und LMGTE runden den Renntag ab

Neben den Hauptakteuren der LMP1 Prototypenklasse werden aber auch die kleineren Klassen die Fans begeistern. Optisch ähnlich spektakulär wie die „großen“ Brüder jedoch kostengünstiger für die teilnehmenden Teams ist die LMP2 Klasse. Interessanterweise ist Nissan hier einer der Hauptmotorenpartner und für deren V6 Aggregat gibt es nicht viele Alternativen. Am Steuer eines der LMP2 Boliden dann echte LeMans Prominenz. Nick Tandy wird ins das Lenkrad des Oreca 05-Nissan greifen und versuchen den vom Team KCMG eingesetzten Wagen zum Klassensieg zu fahren. Neben ihm die führenden Piloten der LMP2 Wertung Matthew Howson und Richard Bradley. Das Trio wird sich vor allem den Attacken von Ricardo Gonzalez, Luis Felipe Derani und Gustavo Yacaman im Ligier JS P2-Nissan von G-Drive Racing erwehren müssen. Die Sieger von Spa-Francorchamps haben in der Gesamtwertung lediglich vier Punkte Rückstand.

Seriennäher geht es in der LMGTE Klasse zu. Hier wird das Team um Olaf Manthey versuchen den Heimvorteil zu nutzen. Manthey Racing hat seinen Sitz nur wenige Meter entfernt im Gewerbegebiet Meuspath und wird auf die bewährte Technik eines Porsche RSR setzen. Dabei sollten aber nicht die führenden Ferrari F458 Italia vom Team AF Corse unterschätzt werden. Platz 1 und 2 der Meisterschaftswertung , nur um zwei Punkte getrennt, gehören momentan noch Gianmarie Bruni/Toni Vilander und Davide Rigon/James Calado.

Olaf Manthey hofft, den Heimvorteil im Rennen nutzen zu können:

„Nach den 24 Stunden von Le Mans ist der Nürburgring das wichtigste Rennen des Jahres für uns. Diese Strecke ist mein Wohnzimmer. Die WEC-Läufe haben mit klassischen Langstrecken-Rennen wenig zu tun. Vielmehr sind es sechsstündige Sprintrennen, in denen jeder Umlauf eine Qualifying-Runde ist. Jede Sekunde entscheidet. Man kann sich weder auf der Strecke noch in der Boxengasse erlauben zu trödeln. Jeder Pilot muss das Auto beim Boxenstopp in perfektem Zustand an den Teamkollegen übergeben. Auch deshalb ist es Teamsport, denn auch in der Box kann man die entscheidenden Sekunden gewinnen oder verlieren“.

Noch ein LeMans Sieger und US Serienstar in der LMGTE Am Klasse

Auch die Amateurklasse des LMGTE Feldes kann mit prominenten Namen aufwarten. Sportlich gesehen, wird Earl Bamber versuchen seine Erfahrung in einen Klassensieg umzusetzen. Der LeMans Sieger wird sich das Cockpit eines 911 RSR mit Christian Ried und Khaled Al Qubaisi teilen.

Porsche 911 RSR

Foto © Porsche

Die Top 3 dieser Klasse teilen sich zwei Ferrari F458. Die Führung inne haben Victor Shytar, Andrea Bertoli und Aleksey Basov vor Francois Perrodo, Emmanuel Collard und Rui Aguas.

Für Kreischalarm wird der Tabellendritte sorgen. Hier teilen sich US Serienstar Patrick Dempsey neben Patrick Long und Marco Seefried das Cockpit eines Porsche 911 RSR.

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Das WEC-Wochenende bietet drei Tage lang Vollgas-Action auf dem Grand-Prix-Kurs des Nürburgring. Das sechsstündige Rennen wird am Sonntag (30. August) um 13 Uhr gestartet. Karten für Sonntag gibt es an der Tageskasse für 40 Euro (Erwachsene), für das gesamte Wochenende für 45 Euro. Weitere Informationen liefert die Website www.nuerburgring.de.

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Ein Kommentar

  1. Am 25. August 2015 gefunden … | wABss
    26. August 2015 zu 02:56 Antworten

    […] Weltpremiere ? WEC am Nürburgring, gefunden bei der-auto-blogger.de (0.1 Buzz-Faktor) […]

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