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Zeitwende – Der neue Renault Mégane GT

Innovativ gegen Golf & Co.

Renault Mégane GT

Fahrbericht vom neuen (2016) Renault Mégane GT

Lange ist es her, dass die Fahrzeuge des französischen Volumenherstellers mit mangelnder Qualität aufgefallen sind. Gerade in der heiss umkämpften Kompaktklasse schickt sich Renault nun an, diese Vorurteile Geschichte werden zu lassen.
Wie das gehen soll, durften wir während einer Testfahrt in der verregneten, aber auch im Herbst aufregenden, Eifel erleben. Dabei sollte der neue Renault Mégane GT zeigen was in ihm steckt.

Schon sein Vorgänger, der von 2008 bis 2015 gebaut wurde, machte vieles richtig gut und gipfelte in einem der sportlichsten Kompaktwagen, der uns je unter den Allerwertesten gekommen ist. Mit jeder Menge Leidenschaft, Performance und Esprit fuhr sich der Renault Mégane R.S. blitzschnell in unsere Herzen.

Nun soll der neue, 2016er, Mégane GT beweisen was er kann und seine Käufer finden. Basierend auf der Renault-Nissan Allianz ist dabei ein Wagen entstanden der sich die Plattform mit dem hier getesteten Nissan Pulsar teilt. In der beliebten Kompaktklasse startet der Renault Mégane mit 16.700 Euro was gegenüber dem Klassenprimus, dem VW Golf, schon ein Kampfpreis ist. Erst recht wenn ein Blick auf die serienmäßigen Ausstattungsdetails geworfen wird. Hier punktet der Franzose ganz klar.

Die momentane Top Version GT dagegen startet bei stolzen 29.000 Euro (1,6 L Turbobenziner) und teilt sich die interne Fertigungsplattform mit der neuen Limousine Talisman und, kaum zu glauben, mit dem SUV Crossover Renault Espace.

Renault Mégane GT

Exterieur

Wie schon der von uns gefahrene Renault Espace zeigt auch der neue Mégane GT ein freundliches Gesicht. Leicht nach oben schwingende Scheinwerfer runden den Eindruck des neuen Kühlergrills ab. Auf ihm thront ganz selbstbewusst ein mächtiger Rhombus, das Markenzeichen von Renault. Aus den Scheinwerfern abfallend zeichnet sich ein weiteres Erkennungszeichen der neuesten Renault Generation ab. Das als C gestaltete LED-Tagfahrlicht. Als GT besitzt der Wagen größere Lufteinlässe, um zur Beatmung und Kühlung von Motor und Bremse Luft zuführen zu können.

Renault Mégane GT

Bei der Betrachtung der Seiten fällt ein schnörkelloses Design auf, wobei der Blick schnell auf die mächtigen Schweller des GT fällt.

Das Heck verspricht Sportlichkeit pur, wie sonst soll der angedeutete Diffusor neben den doppelten Endrohren interpretiert werden. Letztere fügen sich harmonisch in das Heck ein. Mitsamt den weit nach innen gezogenen, horizontalen, Heckleuchten wirkt so das Heck des Franzosen wie aus einem Guß. Alles in allem betrachtet bietet der Mégane GT ein ausgefallenes Design welches in dieser Form kein anderer Vertreter des C-Segmentes liefern kann.

Renault Mégane GT

Interieur

Auch hier sieht man die Verwandtschaft zum Renault Espace. Aufgeräumt, schnörkellos und doch sehr funktionabel begeistert das Interieur. Highlight auch hier das fast 10 Zoll große, matte und blendfreie, Touchdisplay.

Wie schon das Tablet von Apple lässt sich hier nach Herzenslust durch die Menüs wischen und swipen. Ist der Grundgedanke der Menüstruktur verstanden, lässt es sich intuitiv bedienen.

Wer möchte, kann so unzählige Settings des Renault Multi Sense Systems miteinander kombinieren, um den GT so individuell wie möglich zu konfigurieren. Dabei geht die Range der Einstellungen von technischen Eigenschaften (u.a. Kennlinie des elektronischen Gaspedals über den Sound bis hin zu Einstellungen des Fahrwerks).

Daneben kann und soll aber auch das Ambiente nicht zu kurz kommen. Deswegen lässt sich sowohl die Farbe der Instrumenten als auch der Innenraumbeleuchtung fast nach belieben verändern.

Renault hat sich beim weiteren Design des Innenraumes nicht lumpen lassen und ordentlich geliefert.  Alle Ziernähte der Sitze sind mit blauen Ziernähten abgesteppt. Die Sitze selber verfügen über einen Alcantara-Bezug und integrierte Kopfstützen. Auch hier ist mit einem blauen Garn das Renault Sport Logo eingestickt. Zum sportlichen Auftritt passt natürlich auch das Lederlenkrad. Auch dieses ist mit blauen Ziernähten versehen und nach unten abgeflacht. Sehr schick.

Die gesamte Qualität des Innenraums überzeugte sowohl Bloggerkollegen Bennie von Automativ.de als auch uns doch sehr. Trotz harscher Fahrweise über nicht immer optimale Eifelstraßen konnten wir weder Klappern noch sonstige Auffälligkeiten des Interieur feststellen. Gut gemacht – Renault.

Antriebe

Der von uns gefahrene Renault Mégane GT verfügte über einen 1,6 l Turbo Benzinmotor. Renault hat hieraus eine Leistung von 205 PS generiert und bietet diesen Motor, mit Doppelkupplungsgetriebe exklusiv, nur beim GT an.

Weitere Benzinmotoren werden mit 100 PS (Handschalter), 115 PS Sauger (Handschalter) sowie einem 130 PS Turbo (Handschalter oder DSG) angeboten.

Die Dieselvarianten liefern 90 PS (Handschalter), 110 PS (Handschalter oder DSG), 130 PS (Handschalter) sowie den Top-Diesel Antrieb mit 165 PS (DSG) welcher ebenfalls nur beim GT verfügbar wäre..

Wie fährt sich der Renault Mégane GT

Der von uns geteste Wagen verfügte, wie oben geschrieben, über den 1,6 L Turbo Benziner mit 205 PS. In Sachen Fahrvergnügen ist dies ein Schritt in die richtige Richtung. Der Motor ist agil und bietet ein relativ breites Drehzahlband für einen Turbomotor mit 1,6 Litern Hubraum. Etwas enttäuschend fällt dagegen die Soundkulisse aus. Wer Trompeten und Gebrüll erwartet wird enttäuscht, klingt der 1,6er doch eher wie eine französische Kreissäge während er sich durch den Naturpark Eifel fräst.

Renault Mégane GT

Insgeheim hoffen wir das Renault dem, angeblich 2017 erscheinenden, Mégane R.S. wieder einen 2.0 Liter Motor spendieren wird. Hier munkelt man von einer zu erwartenden Leistung von um die 300 PS :D

Nicht ganz so performant dagegen der GT. Dieser beschleunigt in 7,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h sofern er mittels der verbauten Launch Control abgefeuert wird. Dazu wird die Bremse getreten, beide Schalt-Paddels gezogen und das Gaspedal durchgetreten. Nach dem Aufblitzen einer kleinen grünen Ampel heisst es Feuer frei. Leider verspielte der GT, ob der feuchten Eifelstrassen, hier einiges und quittierte diese Startvariante mit durchdrehenden Antriebsrädern.

Renault Mégane GT

Ein absolutes Alleinstellungsmerkmal in dieser Fahrzeugklassen ist die Allradlenkung 4Control!
Ja, richtig gelesen Allradlenkung!
Ist diese bereits im Renault Talisman und Espace erhältlich, bietet Renault diese nun auch in der Kompaktklasse an. Das im Mégane GT verbaute System arbeitet  dabei in zwei verschiedenen Modi. Fährt der Wagen unterhalb der 60 km/h Marke (bzw. 80 km/h im Sport Modus) werden die Hinterräder entgegen den Vorderrädern eingelenkt. Hierbei soll ein Plus an Agilität und Wendigkeit erreicht werden.

Fährt der Wagen schneller als genannt, lenken die hinteren Räder in die gleiche Richtung wie die Vorderräder. Dieses soll zur Stabilität in schnelleren Kurven beitragen.

Renault Mégane GT

Natürlich haben Benni von Automativ.de und wir uns akribisch mit diesem Feature befasst und sind einhelliger Meinung, dass 4Control einen echten Mehrwert bietet. Sind die ersten Meter zwar noch ungewohnt, es fühlt sich an als wenn das Fahrzeugheck ausbrechen würde, macht es nach wenigen Minuten Spaß den GT ums Eck zu feuern.
Selbst bei forscherer Gangart und den nassen Bedingungen war kein Rutschen oder Schieben der Hinterachse in Querrichtung zu spüren. Wirklich behende und agil marschierte der GT durch die verwinkelten Eifelstraßen Richtung Rurtalsperre.

Aber auch im höheren Geschwindigkeitsbereich fiel 4Control angenehm auf. Fast wie auf Schienen zog sich der Mégane GT durch schnellere Passagen und ließ sich, selbst von Bodenwellen in Längsrichtung, kaum aus der Ruhe bringen. Ein echtes Plus an Fahrsicherheit!

Unser Fazit

Renault Mégane GT

Renault trifft mit dem Mégane GT ins schwarze. Umfangreiche Ausstattung mit vielen Extras die woanders teuer bezahlt werden müssen sind hier schon inklusive. Das Exterieur- und Interieur-Design spielt in der gleichen Liga und weiss zu gefallen ohne dabei unpraktisch zu werden.

Renault geht hier den richtigen Schritt um Marktanteile der Kompaktklasse mit eigenen Fahrzeugen zu besetzen und spielt dabei geschickt die Trumpfkarte 4Control aus.

Einzig der 1,6er Turbomotor dürfte etwas voluminöser ausfallen und mehr Sound liefern.

Fotostrecke Renault Mégane Bose Edition

Andere Blogger und der Renault Mégane GT

Natürlich hat auch Thomas von Autogefühl beim Mégane Gt genauer hingesehen. Hier geht es zu seinem Artikel. Auch bei Der Autotester wurde der Renault Mégane ausführlich betrachtet.

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  1. Am 8. Januar 2016 gefunden … | wABss
  2. Neuer Renault Megane GT & Bose Edition Test | Autogefühl

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