Angetestet: Hyundai i30 Turbo

Zum Launch des neuen Hyundai i30 Turbo lud der Hersteller uns zur Steinburg ein. Ein wundervoller Ort über den Dächern Würzburgs. Hier hatten wir die Möglichkeit mit Hyundai-Mitarbeitern sowie dem Leiter der Pressestelle – Bernhard Voß – zu sprechen. In einer gemütlichen Runde erfuhren wir erstaunliche Fakten über die aktuelle Produktion von Neufahrzeugen der Hyundai Motor Group.

Hyundai i30

Das in Rüsselsheim konstruierte Fahrzeug wurde in seiner neusten Ausführung einem Facelift unterzogen. Nun wirken die Modelle sportlicher und teilweise auch eher europäisch als vorher. Die Materialqualität hat sich im Vergleich zu vorherigen Modellen deutlich gebessert, sodass man ruhigen Gewissens auch als verwöhnter Europäer in ein solches Fahrzeug einsteigen kann. Auf den Teil- bzw. Volleder-Sportsitzen fühlt man sich direkt wohl. Das Infotainment ist übersichtlich gestaltet und ließ sich auf Anhieb einfach bedienen. Eine Lenkradheizung rundet das ganze Programm ab, welche in keinem der deutschen Kompaktwagen dieser Preisklasse geboten wird.

Hyundai i30

Größere Unterschiede zu deutschen Fahrzeugen sieht man vor allem in der Bedienung per Lenkrad. Hier sind einige Tasten über das ganze Lenkrad verstreut angeordnet. Dem einen mag es gefallen, dem anderer passt es gar nicht. Am Ende ist es eine Frage der persönlichen Wahrnehmung, doch mir persönlich gefallen die aufgeräumten und möglichst reduzierten Lenkräder von Audi, BMW oder auch Mercedes besser als jene aus dem ausländischen Markt.

Hyundai i30

Um sich aus diesem Markt mehr abzuheben, holte sich der Hersteller kurzerhand den ehemaligen VW-Designer Peter Schreyer ins Boot, welcher damals für den sehr erfolgreichen Golf IV verantwortlich war. Dieser brachte eine neue Linienführung, den hexagonal-Grill – der übrigens bei allen neuen Modellen von Hyundai Einzug findet – und mehr Dynamik in das eh schon sehr gelungene Design vom i30, und machte es damit noch attraktiver für die breite Masse.

Hyundai i30

Die von uns gefahrene Version verfügt in der Turbo-Variante über einen 1-fach aufgeladenen Direkteinspritzer, der mit seinen 1,6 Litern sportliche 186PS mobilisiert. Ganz klar wurde in der Pressekonferenz darauf hingewiesen, dass dies keine Konkurrenz zu der deutschen Ikone GTI sein soll, sondern eher einen sportlichen Kompaktwagen darstellt. Untermalt wird der leistungsstärkste i30 Motor mit einer Sportabgasanlage, 18-Zoll-Turbo Felgen sowie einem „roten Faden“, der sich durch das ganze Auto durchhangelt. Nähte am Lenkrad, der rote Schaltknauf oder aber die Sitze weisen darauf hin, dass es hier sportlicher zugeht als in Muttis i30.

Hyundai i30

Auf den ersten Metern wirkt das Fahren etwas ungewohnt. Das liegt in diesem Falle an der etwas ungewohnten Lenkung, die doch in manchen Situationen schön direkt, manchmal aber auch etwas zu schwammig anmutet. Der kleine Turbomotor sorgt in allen Lebenslagen für genug Vorschub und einen akzeptablen Sound, den man allerdings noch einen Ticken aggressiver gestalten könnte. Neben der eh schon sehr gut anmutenden Qualität der Innenausstattung bleibt noch ein Wort zu den Bremsen zu sagen. Trotz relativ schnellen Kurvenfahrten durch die Weinberge packten die hier verbauten Bremsen immer schön zu und brachten das Fahrzeug sicher zum Stehen. Man sollte jedoch bedenken, dass der i30 Turbo kein Sportwagen ist, sondern eher ein kleiner Zwerg, der etwas zu viel Spinat gegessen hat.

Hyundai i30

Um jedoch die Sportlichkeit dieses Fahrzeuges zu gewährleisten, setzt Hyundai bis jetzt ausschließlich auf ein 6-Gang Schaltgetriebe mit – meiner Meinung nach – etwas zu langen Schaltwegen. Ein DSG wie bei kleineren Motorisierungen ist hier leider nicht erhältlich, da Hyundai aufgrund einer Kundenumfrage ein negatives Feedback dessen erhalten hat und somit keine Notwendigkeit für die Produktion eines DSG-Zwergs sieht.

Abschließend bleibt es uns nur übrig, eine klare Empfehlung für dieses Fahrzeug abzugeben. Das Preis/Leistungs Verhältnis ist beinahe unschlagbar, die Verarbeitung in diesem Fahrzeug top und über die 5 Jahre Herstellergarantie muss man auch nicht weiter reden. Der Verbrauch ist moderat (8,1l / 100km in unserem Test) und somit bezahlbar. Das Fahrzeug gibt es übrigens ab 23.850€ beim Hyundai Händler des Vertrauens.

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