Audi RS 4 Avant – Mein Roadtrip zum 24h Rennen in Le Mans

07:00 Uhr am Freitag morgen. Endlich bin ich in Le Mans angekommen und hab die erste Dusche hinter mir. Die Unterbringung sollte eigentlich in einem Autoblog nicht zum Thema werden, aber wenn die Herberge so schnuckelig süß ist kann ich das nicht unerwähnt lassen.

Aber zwischen meinem Startpunkt Unna und Le Mans lagen noch gute 800 km Anreise. Ganz cool und fix wollte ich die runterreissen. Audi hatte mir dazu einen mehr als tollen Reisewagen gesponsert. Einen knallroten Audi RS 4 Avant – ein Träumchen. Und brav hab ich mich dann mit dem Hingucker in Unna erst einmal hinten an den Stau gestellt. Die gute A1 war mal wieder dicht und die Freunde der LKW-Zunft taten ihr übriges den Stau zu verschärfen. Warum auch rechts fahren wenn man doch so schön auch die mittlere Fahrspur verstopfen kann. An die Bildung einer Rettungsgasse hat natürlich auch niemand gedacht, aber so sind Autofahrer eben. Meistens.

Road Trip Le Mans

Irgendwann konnte ich dann auch endlich von der A1 auf die A4 Richtung Belgien abbiegen und den hübschen Kombi laufen lassen. Gerne wäre ich die Strecke so oft es geht mit Knallgas gefahren, leider rächt sich diese Fahrweise dann übelst an der Zapfsäule. Aber egal, es soll ja Spaß machen. Angesichts des Zustandes der Autobahnen in Belgien stellte sich dieser leider nicht wirklich ein. Kilometerlange (ich schätze mal so um die 20 km) Baustellen , mehrere hintereinander, wechselten sich mit kaputtem Straßenbelag ab. Flottes fahren fast unmöglich. Alle paar Kilometer der Hinweis auf die Bemühungen der Behörden, Extraumsätze durch Fotografien zu erzielen.
Gesehen habe ich zwar keine Blitze, brav gefahren bin ich trotzdem. Das Tempo in den Baustellen ist für die Belgischen Autofahrern wohl auch nur eine Art Untergrenze. Wenn da 90 km/h steht lassen es die Damen und Herren gerne einmal mit 130 gehen. Okay, da mach ich mit, immer fix hinter dem Blitzwarmer her. Hat perfekt geklappt. Verliess der eine “Radarguide” die Autobahn dauerte es nicht lange bis der nächste von hinten anmarschierte. Mit der Sprintleistung des 338 kw starken V-Motors war es dann ein leichtes im Sog, egal welchen Pkw’s, hinterher zu fahren. Auch hier ist allerdings wieder festzustellen, Blinken tun die wenigsten und wenn ich schon nicht blinke, warum soll ich dann die freie rechte Fahrspur nutzen?

Roadtrip Le Mans

So flogen die Kilometer dahin und das ich irgendwann Frankreich erreicht hatte, merkte ich nur an der Mautstation. Hier legen die Franzosen eine echte Kunst ab, ohne stehen zu bleiben ihr Ticket aus dem Automaten zu ziehen und in nächster Sekunde wieder im Vollsprint die Fahrt weiter zu führen. Nur die doofen Deutschen lungern in den Ticketgassen und bhaben keinen Plan ;-)

Nachgetankt hatte ich bereits in Belgien und dort auch kurze pausiert um möglichst gut bis Paris zu kommen. Die kurzen Trägheitsanbahnungen, schließlich war ich seit 05:30 Uhr auf den beinen, spülten RedBull und Mineralwasser weg. So flog ich zügig im Schlepp eines Audi TTS, der Bursche ließ seinen Sportwagen wirklich gut laufen, gen Paris. Um den inzwischen aufkommenden Druck auf der Blase wollte ich mich nach Paris kümmern!

Pinkelpause im Afrikanischen Wohnghetto

Das mitten in einer der größten Städte Europas noch echte Abenteuer lauern machte mir die Fahrt durch Paris sehr deutlich. Um 23:45 Uhr stand ich in Paris im Stau wie ich es nie vermutet hätte. Stop & Go fast eine Stunde. Der Navi quäkte mir im Minutentakt Änderungen der Fahrtroute vor doch mein Schmerz war ein ganz anderer. Ich musste schleunigst pinkeln, und schleunigst bedeutet – SOFORT!!
Aber wie in einer Blechlawine auf einer dicht befahrenen Betonpiste, ein bißchen Wiese wäre schon ganz nett. Die Abfahrten waren auch mehr schlecht als recht gekennzeichnet und meistens fuhr ich auf der linken von mindestens vierspurigen Abschnitten. Der Druck wandelte sich in Schmerz und der Schmerz meldete sich bei jeder Bewegung des Unterleibs. Auch beim Umsetzen des Fußes zum Bremsen. Kuppeln war Dank der 7-Gang s tronic nicht nötig. Okay, jetzt noch maximal zwei Minuten deutete mir mein Wasserstandsmelder an und passend erschien hinter der nächsten Kurve eine Abfahrt. Mit viel Durchsetzungsvermögen konnte ich die anderen Fahrspuren kreuzen und die Pariser Stadtautobahn verlassen um – in einem üblen Wohnghetto zu landen. Nichts gegen unsere schwarzhäufigen Mitmenschen, beklemmend war es trotzdem irgendwie durch die Straßen zu flitzen und einen ruhigen Platz zu finden. Gastronomie oder ähnliches gab es keine nur diese eine klitzekleine Grünfläche. Im Ausrollen stellte ich schon den Motor ab um fix aus dem Auto zu springen. Geschafft! Wenige Meter hinter mir glänzte der RS 4 Avant unter einer Straßenlaterne und zog, wie das Licht Motten, jede Menge Passanten an. Zum Glück hatte ich den Wagen im raus springen verriegelt denn aufgrund meiner Not war eine schnelle Weiterfahrt nicht zu machen. *omg*

Die Gruppe die um den Audi lungerte wurde immer größer, inzwischen dürften es gute 15 – 20 Personen gewesen sein die neugierig ihr Interesse an dem Premiumkombi bekundeten. Vertrauenserweckend sahen die wenigsten aus. Okay, ich war dann doch irgendwann fertig und schlüpfte freundlich “Hallo – Merci” rufend durch die Menge in den Wagen und verriegelte diesen bevor ich den Motor startete bereits von innen. Zum Glück hatte ich auf diesen langweiligen Baustellenetappen in Belgien die Komplettverriegelung des Wagens aktiviert denn es wurden wirklich die Türgriffe von aussen betätigt. Nix wie weg. Das Startgeräusch des hochdrehenden V-8 verschreckte die Leute vor dem Wagen und die kurze Lücke die sich dort auftat nutze ich zu einem zügigen Sprint. Nix wie weg – mein Herz schlug mir bis an den Hals *omg* Dummerweise war das ganze Viertel eine einzige Einbahnstrasse und der Navi blickkte auch nicht sofort durch. Zwei Minuten später kam ich deswegen genau an der gleichen Stelle wie gerade vorbei. Diesmal allerdings ohne anhalten und mit ordentlich Tempo. Kurz darauf führte mich der Navi endlich wieder auf die Autobahn. Puuh – was ein Streß!

Inzwischen war es 00:30 Uhr am Freitag morgen und der Adrenalinschub abgeklungen. Fix auf einen Rastplatz und eine Runde schlafen. Gar nicht so einfach wenn auch die Rückbank den Passagieren sportliche Konturen anbietet – aui aui :D

Roadtrip Le Mans

Hier geht es mit dem Teil 2 meiner Anreise nach Le Mans weiter! (Link und Artikel folgen – stay tuned)

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