Im Familientest : Renault Espace ENERGY dCi 160 EDC

Und wieder reiht sich ein besonderes Automobil in die Liste der von uns gefahrenen Fahrzeuge ein. So speziell, dass im Grunde ein neues Marktsegment für diesen Vertreter geschaffen werden müsste. Die Rede ist vom Renault Espace und dem neuen Marktsegment der VAUV. Häää?

Ein VAUV ist ein Wagen der sich als Vermittler der VAn und sUV Welten anschickt, die besten Features beider Gattungen miteinander zu vereinen. Dies wäre zum einen die schiere Größe eines Vans, der begierig ganze Familien und deren Gepäck aufsaugen möchte. Gepaart mit zahlreichen Assistenten und Goodies die das entspannte Reisen erst ermöglichen.

Renault Espace Initiale Paris

Das nächste wären die Best of Features der SUV Welt. Gute Übersicht durch erhöhte Sitzpositionen, ein nicht aus der Ruhe zu bringendes Fahrwerk fernab von Niederquerschnittsbereiften Meilenfressern und der massive Auftritt. Gerade letzterer sorgt für Platz auf der Straße und ein beruhigtes Gefühl der Insassen.

Der Renault Espace kann dies alles und bietet dabei noch einiges mehr an. Aber fangen wir der Reihe nach an und betrachten den ungewohnt wirkenden Gesellen zuerst von außen. Mit diesem, inzwischen in der fünften Generation entwickelten, Fahrzeug wirft Renault alles über Bord was bisher den Stempel Espace trug.

Renault Espace Initiale Paris

Die Seitenansicht vermittelt durch wuchtige Radhäuser und Schweller einen mehr als dynamischen Auftritt. Die Fensterflächen ziehen sich dabei von der Vorderachsmitte bis in die letzten Zentimeter des Hecks wobei die C und D-Säulen nur vermutet werden können. So wirken die flachen Seitenscheiben stimmig und betonen die Länge von 4,86 m.

Die Front des Renault Espace wirkt nicht weniger wuchtig. Ein massiver vor Chrom strotzender Kühlergrill zentriert optisch die Full-LED Scheinwerfer des Testwagens. Tagfahrlichter im LED-Look sind hier selbstredend. Vier waagrechte Chromleisten umspielen so das große Renault Markenlogo und geben dem Espace den Look der aktuellen Designsprache.

Renault Espace Initiale Paris

Unterhalb des Rhombus prangt die Aufschrift Initiale auf einer der Chromleisten die den Kühlergrill optisch unterteilt. Initiale ist hier ein Hinweis auf die Ausstattungsvariante unseres Testwagens, Initiale Paris.

Oberhalb des Kühlergrill beginnt die kontinuierliche Steigfahrt der Front bis auf Dachhöhe. Zahlenfreaks schmunzeln ob der 2,8 Quadratmeter großen Windschutzscheibe. Als Lohn dafür darf sich der Espace einen cw-Wert von 0,3 auf die Fahne schreiben. Neben der geschwungenen Dachlinie ist eine Absenkung der Fahrzeughöhe von 71 mm (gegenüber dem Vorgänger) dafür verantwortlich. Ein Wert von dem jeder SUV nur träumen kann.

Renault Espace Initiale Paris

Selbst bei den LED-Rückleuchten verlässt der französische Hersteller alle bisherigen Pfade. Die großflächigen Lichtsignaturen ziehen sich dabei bis in die Seitenansicht und verdeutlichen so auch im dunklen die wuchtigen Außenmaße.

Renault Espace Initiale Paris

Interieur mit Wohlfühleffekt und einem Platz an der Sonne

Das erste was nach dem Einsteigen sofort positiv auffällt ist, wieviel Licht im Innenraum geboten wird. Verantwortlich, neben der schon erwähnten Windschutzscheibe welche sich bis über die Vordersitze erstreckt, ist dass beim Initiale Paris bestückten Espace das gigantische Panoramadach. Wem das ganze zuviel Licht zulässt, kann per Knopfdruck das elektrische Sonnenrollo zufahren lassen.

Renault Espace Initiale Paris

Fahrer und Beifahrer machen ebenfalls keinen schlechten Schnitt, sitzen diese in vielfach, elektrisch, verstellbaren Komfortsitzen die auch noch über eine Massagefunktion verfügen. Auch auf Sitzreihe zwei herrscht ein üppiges Platzangebot. In unserem Fall, die Vordersitze eingestellt für Fahrer und Beifahrer zwischen 1,70 – und 1,76 m, lädt der Knieraum zum Überschlagen der Beine ein. Wow!

Die eleganten Designmerkmale der Vordersitze erstrecken sich freudigerweise auch auf Sitzreihe zwei wobei hier theoretisch 3 Personen sitzen können. Unsere Belegung sieht allerdings so aus, dass auf dem Beifahrersitz das Baby nebst Babyschale untergebracht ist, während dahinter der Kindersitz mit Junior untergebracht ist. Isofix sei Dank lässt sich dieser blitzschnell ein- und ausbauen. Wie es sich für ein Kinngerechtes Reiseauto empfiehlt  sind die hinteren, elektrisch schließenden, Seitenscheiben mit einem Sonnenrollo und Kindersicherung mit Einklemmschutz versehen.

Hinter dem Fahrer sitzt dann jeweils der zweite Erwachsene und erfreut sich über die üppige Mittelarmlehne, welche nebenbei noch als Spieltisch und Kaffeehalter fungieren kann.

Kofferraumvolumen für eine kleine Fußballmannschaft

Auch beim Gepäckabteil lässt sich der Renault Espace nicht lumpen. Bei der fünfsitzigen Konfiguration fasst dieser, je nach Position der verschiebbaren Rücksitzbank, zwischen 680 und 785 Liter (VDA Messung bis Fensterkante). Wenn nötig kann das Ladevolumen noch fast verdreifacht werden. Sind dafür die Rücksitze im Boden versenkt, schluckt der Espace bis zu 2.101 Liter (Dachhohe Beladung) und bietet eine ebene Ladefläche mit einer Länger von 2,02 m. Um diesen Gepäckschlund dann zu befüllen bedarf es, die Ladestücke sanfte 71 Zentimeter hochzuheben. Kinderwagen, Laufrad und Strandutensilien lassen sich so ruckzuck einladen.

Wenn nötig lässt sich schweres Ladegut mittels gut erreichbarer Verzurrösen zusätzlich sichern.

Renault Espace Initiale Paris

Die Sonderlocken des Renault Espace

Neben den ersten guten Eindrücken hat der Renault Espace aber noch einige Sonderlocken zu bieten. Unbedingt zu erwähnen sei deshalb die bei der Ausstattung Initiale Paris verbaute 4Control Allradlenkung. Ihr habt richtig gelesen, der Renault Espace verfügt über eine lenkbare Hinterachse. Dabei schwenken die Hinterräder bis zu einer Geschwindigkeit von 80 km/h im gleichen Radius wie die Vorderräder. Dabei erreichen die Hinterräder einen maximalen Lenkwinkel von 3,7° was sich bei Stadtfahrten und dem Rangieren positiv bemerkbar macht.

Renault Espace Initiale Paris

Ab Tempo 80 km/h verändern die Hinterräder ihr Einlenkverhalten und lenken parallel zu den Vorderrädern ein. Wie schon bei unserem Fahrbericht zum Renault Talisman Grandtour beschrieben, erhöht dies die Stabilität des Crossovers bei schnellen Fahrspurwechseln und Autobahnkurven. Dazu später mehr.

Zusätzlich bietet die Initiale Paris Ausstattung  noch ein Adaptives Fahrwerk, Renault MultiSense genannt, an. MultiSense bietet dem Fahrer vier vorprogrammierte sowie ein persönlich zu gestaltendes Setting an. Je nach Wahl („Eco“, „Comfort“, „Neutral“ oder „Sport“) verändert sich die Kennfeldlinie des E-Wire Gaspedales, das Tempo der Gangwechsel, die Dämpfercharakteristik und der Lenkwiderstand.

Renault Espace Initiale Paris

Untermauert wird MultiSense durch jeweils verschiedene Farben der Ambiente-Beleuchtung und Instrumente, dem Motorsound im Fahrzeug, der Massagefunktion der Sitze sowie dem Leistungsgrad der Klimaautomatik.

Weiterhin bietet der Renault Espace, in der von uns gefahrenen Top-Ausstattung, ein breites Feld an Fahrassistenzen und Multimediafeatures. Ein- und Ausparken übernimmt der Easy Park-Assistent, welcher den großen Wagen zügig und akkurat in jede Art von Parklücken manövriert.

Gutmütiger Cruiser

Nach all dem Geschreibsel, was sich aufgrund der Ellenlangen Ausstattungsliste noch fortsetzen ließe, sollen aber auch unsere Fahreindrücke im Renault Espace beschrieben werden. Renault hat dem Testwagen den bewährten und ziemlich laufruhigen 1,6 L Turbodiesel spendiert. Passend zum Hubraum leistet dieser 160 PS und weisst ein maximales Drehmoment von 380 Nm bei 1.750 u/min auf. Der Fronttriebler schaltet dabei über ein 6-Gang Doppelkupplungsgetriebe welches gerade beim Anfahren etwas ruppig zur Sache geht. Dieses elektronisch geschaltete Getriebe nahm sich während der Testzeit leider eine spontane Auszeit, wodurch der Vortrieb nahezu eingestellt war. Nach einem Neustart des Fahrzeugs war die kurze Einschränkung jedoch wieder Geschichte und der Wagen gab keinen weiteren Grund zur Beunruhigung.

Renault Espace 160 dCi Initiale Paris

14 Tage war der Espace bei uns wurde dabei recht viel im Stadtverkehr und auf der Landstraße eingesetzt wobei sich ein Durchschnittsverbrauch von 6,2 L/100 km einpendelte. Etwas ging durch die Diesel-Einspritzdüsen während einer sportlichen Fahrt nach Zandvoort/NL. Hier genehmigte sich der Turbodiesel knappe 6,9 L/100 km während er auf dem deutschen Teil der Strecke unter Volllast bewegt wurde. Im streng überwachten Autobahnnetz der Niederländer ging der Verbrauch dann sofort auf ca 6,0 l/100 km runter. Tempo 100 ist dann eben doch ein unschlagbares Spritsparargument.

Generell fühlte sich der Espace im Bereich von 120 – 140 km/h am wohlsten und zeigt seine Reisequalitäten. Wird die Geschwindigkeit erhöht, wird es im Wagen etwas unschön. Sowohl Längs- als auch Querrillen machen sich dann deutlich bemerkbar und bringen den Wagen in eine stete Unruhe. Ausgerechnet Längsrillen schaffen es, dem Wagen ein Rollen über die Längsachse aufzuzwingen. Wirklich nicht schön!

Unser Fazit

Genau genommen könnte man über den Renault Espace ENERGY dCi 160 EDC mit der Initiale Paris Ausstattung ganze Romane schreiben, soviel gibt es über den Wagen zu berichten. Sehr sehr viel positives was bei einem Wagen der Roundabout 47.000 € Kosten soll auch zu erwarten ist. Viel Komfort, tolles Design und ein überragendes Platzangebot sind neben den zahlreichen Ausstattungshighlights nur einige der Kernpunkte.

Auf der Minusliste steht dauen auch nicht wirklich viel. Das Fahrwerk überzeugt bei flottem Autobahntempo nicht wirklich und mit 160 Diesel-PS ist der Wagen so gerade gut bestückt.

Renault Espace Initiale Paris

Ähnliche Artikel

Ein Kommentar

  1. Am 19. Juli 2016 gefunden … | wABss
    20. Juli 2016 zu 03:09 Antworten

    […] Im Familientest : Renault Espace ENERGY dCi 160 EDC, gefunden bei der-auto-blogger.de (0.1 Buzz-Faktor) […]

Hinterlasse ein Kommentar