Im Test – Mitsubishi Outlander Plugin Hybrid

Da steht er nun also vor der Tür. Der Mitsubishi Outlander Plugin Hybrid (PHEV). Ein SUV mit elektrischem Antrieb der als Backup einen 2,0 Liter Benzinmotor mit sich schleppt. Funktioniert das? Wir haben uns den neuen Outlander PHEV genau angeschaut und 14 Tage als Familienauto genutzt.

Unter der Motorhaube des mit knapp 4,7 m langen SUV schlagen also zwei Herzen. Der erwähnte Benzinmotor leistet dabei 121 PS (89 kW) wogegen der Elektromotor zusätzliche 82 PS (60 kW) leistet. Diese gibt es mittels Elektromotoren an der Vorder- und Hinterachse, wodurch der Outlander über einen elektrischen Allradantrieb verfügt.

Mitsubishi Outlander Plugin Hybrid

Das Herzstück des Elektroantriebes, das Akku-Pack, versteckt sich mittig unter dem Fahrzeug. Die 80 dort untergebrachten Lithium-Ionen Zellen speichern dabei eine Leistung von 12kWh (300 V) und helfen dem rund 1,950 kg schweren Wagen zu einem ansehnlichen Fahrerlebnis. Weitere Infos und technische Details sind in diesem Artikel zu finden.

Auto putt?

Waren die Worte unseres jüngsten Autotesters. Das geräuschlose Dahingleiten, gerade beim Anfahren, hat Junior doch sehr verwundert. Den Hinweis, dass Auto wäre nicht kaputt hat er zwar wahrgenommen aber wohl nicht wirklich akzeptiert. Bei jedem weiteren Anfahren stellte der kleine Fachmann erneut fest:

“… Auto leise – Auto putt!”

Die letzte Meldung zu diesem Thema gab es dann nach rund 42 km. “Papa, Auto wieder heile!”, denn gerade hatte sich der Benzinmotor wie von Geisterhand dazu geschaltet um die entleerten Energiespeicher abzulösen.

Junior Autotester

42 km rein elektrisch? Reicht das? Na klar! Es reicht für all die Fahrten die so im Tagesablauf anstehen. Die Kinder zur Krabbelgruppe bringen, zum Einkaufen fahren, zur nahe gelegenen Arbeit oder am Wochenende zum See. All diese Fahrten erledigt der Outlander PHEV klimaneutral und ohne Emissionen.

Naturgemäß gestalten sich diese Fahrten dann allerdings ziemlich unspektakulär. Rein elektrisch ist der Outlander PHEV zwar für ca 120 km/h gut, allerdings sind dann die Akkus recht schnell leer. Wer es auf der Landstraße oder Autobahn etwas flotter haben möchte, wird vom Benzinmotor unterstützt. Dadurch werden Überholvorgänge etwas flotter und dem Outlander PHEV werden so schmale 170 km/h beigebracht. Dies ist die angegebene Höchstgeschwindigkeit die der Wagen so auch erreicht. Mehr nicht.

Aber der Mitsubishi Outlander PHEV hat dafür ganz andere Qualitäten. Zum Beispiel sein mehr als ordentliches Kofferraumvolumen. In der Standardkonfiguration verleibt sich der Wagen locker 463 Liter (VDA) ein. Für uns bedeutet dies, zwei Kinderwagen nebst jeder Menge an Taschen plus dem kleinen Lauflernrad vom Junior. Oder eben jede Menge Zeug von IKEA :D

Mitsubishi Outlander Plugin Hybrid

Wer noch mehr Volumen benötigt, klappt die Rücklehnen um und erhöht dieses so auf 1.602 L (VDA). Klappe zu fertig!

Die Be- und Entladung des Outlanders gestaltet sich dank der angenehm hohen Ladekant von 73 cm gut und komfortabel, bis auf …? Den Heckdeckel!
Der elektrisch hochfahrende Heckdeckel des Mitsubishi Outlander ist der nachweislich langsamste, elektrisch öffnende Heckdeckel dieser Hemisphäre. Selbst der mit einer stoischen Ruhe zufahrende Heckdeckel eines Mercedes GLE ist um längen flotter als der des Outlanders.

Wer also bei Regen mal schnell etwas in den ansprechend gestalteten Kofferraum verladen möchte, sollte dies gut planen und schon beim allersten Sichtkontakt zum Auto diesen per Fernbedienung öffnen. Wir können euch sagen …!

Männerspielzeug Rekuperation

Noch einmal auf die Fahreigenschaften zurück. Zum schnell fahren ist der Outlander PHEV also nicht geeignet. Spass macht es trotzdem mit ihm zu fahren. Erst recht wenn es darum geht, durch geschickten Einsatz der Rekupierung die Akkus wieder aufzufüllen. Dies kann entweder über den Zug am Wählhebel der Automatik, oder durch ein fingerfertiges Stakkato auf den neben dem Lenkrad angebrachten Schalthebeln, geschehen.

Mitsubishi Outlander Plugin Hybrid

Richtig gelesen! Da wo bei anderen Fahrzeugen am Lenkrad hoch und runter geschaltet werden kann, wird beim Outlander die Intensität der Rekuperation eingestellt. Ein absolutes Männerspielzeug – Herrlich!

Die Szenarien die sich dabei stellen sind im Grunde relativ ähnlich. Wie weit, vor Ampeln Stoppschildern oder anderen Haltepunkten, kann ich wie stark rekuperieren ohne

a) zu früh stehen zu bleiben

b) über den Haltepunkt hinaus zu schießen

c) den nachfolgenden Verkehr zu nerven

Das hierbei den Tritt auf das Bremspedal verpönt und nur als allerletztes Mittel genutzt wird, versteht sich von selber :D

Vorausschauendes fahren ist hier die Trumpfkarte!

Wird der Outlander PHEV so bedient, kann das Akkupack bis maximal 80% aufgeladen werden. Die gleiche Ladeleistung kann auch erzielt werden, wenn die Akkus durch den zugeschalteten Verbrennungsmotor mit aufgeladen werden sollen. Dafür sind ungefähr 40 Minuten zu rechnen. Wie hoch der Verbrauch dann ist und ob das im Sinne des Erfinders ist – keine Ahnung. Trotzdem ist es schön, die nächste Fahrt nun wieder rein elektrisch starten zu können.
Alleine schon wegen dem zweifelnden Junior ;-)

Mitsubishi Outlander Plugin Hybrid

Apropos Aufladen. Natürlich bietet der Mitsubishi Outlander PHEV weitere Möglichkeiten die Akkuzellen aufzuladen. Neben den oben erwähnten, ist die naheliegendste natürlich die Aufladung über das heimische Stromnetz. Dafür liefert Mitsubishi das entsprechende Ladekabel direkt mit. Wird der Outlander so mittels Schuko-Stecker  geladen dauert es quälende 6 – 8 Stunden bis die Akkus zu 100% voll sind. Wer über höher als 10 Ampere abgesicherte Steckdosen verfügt, kann hier vielleicht noch eine Stunde schneller aufladen.

Mitsubishi Outlander Plugin Hybrid

Unterwegs bietet sich dann natürlich noch die Option, an mobilen Ladesäulen die Akkus des Outlander PHEV nachzuladen. Diese Option ist in unserem Test leider absolut zu kurz gekommen. Auch wenn unser lokaler Energielieferant hier als großzügiger Sponsor zur Stelle war und zum kostenlosen Laden einlud, scheiterte dies letztendlich am fehlenden Ladekabel.

Tage später war dann auch dieses zwar parat, jedoch ergab sich keine Möglichkeit mehr den Outlander unterwegs aufzuladen. Schade. Wer hier das passende Kabel an Bord hat, kann mittels CHAdeMo-Standard den Outlander PHEV in 30 Minuten zu 80% aufladen.

[box type=success]Einen großen Dank hier noch einmal an die Stadtwerke Unna, die Fa. Mennekes und RWE für die Bereitstellung eines Ladekabels und der Aufladeressourcen. [/box]

Verbrauch und Kosten

Wir sind den Outlander zu 70% der Testzeit unter Benzin gefahren. Hierbei ergab sich ein Verbrauch von ehrlichen 6,7 Litern/100 km. Deutlich mehr als der NEFZ-Wert von 1,9 L/100 km. Wer sich für die Verbräuche im Rahmen eines echten Dauertestes interessiert sollte einmal beim Bloggerkollegen Bjoern vorbeischauen. Dort läuft ein Outlander PHEV im Dauertest.

Ob sich der Preis von 39.990 Euro lohnt, muss jeder für sich entscheiden. Dies entspricht dem Startpreis eines solchen SUV. Der uns überlassene Testwagen dagegen lag bei stolzen 50.990 Euro und war in Sachen Ausstattung bis an die Zähne bewaffnet.

Mitsubishi Outlander Plugin Hybrid

Für diesen Preis bekommt der Käufer ein ehrliches Fahrzeug mit einem kompletten Paket an Fahrsicherheitsassistenzen wie einem Auffahrwarnsystem, adaptive Geschwindigkeitskontrolle (ACC), Spurhalteassistent, Berganfahrhilfe, ESP, Licht und Regensensor sowie einem Unfall vermeidenden Anfahrschutz.

Was uns aufgefallen ist – Fazit

Der Mitsubishi Outlander PHEV verfolgt ein erstklassiges Konzept, etwas für den persönlichen grünen Daumen zu tun. Die rein elektrischen Fahrleistungen sind allerehrenwert. Hier können sich die sogenannten Premiumhersteller aus dem Süden eine ganze Ecke abschneiden.

Leider sind es aber auch so einige Sachen, bei denen der Mitsubishi Outlander echte Zweifel offenbart. Zwei der gravierendsten ist der ultrakurze Beifahrergurt. Hier eine handelsübliche Maxi-Cosi Babyschale anzuschnallen endet mit abgebrochenen Fingernägeln und einem schimpfenden Frauchen.

Mitsubishi Outlander Plugin Hybrid

Das zweite, mindestens genauso verwerfliche, ist die Navigationseinheit. Wer hier nicht ins Handbuch schaut kommt mit dem Ding nicht am Ziel an. Ist dann aber der finale, gut versteckte, Tastendruck gemacht, schreckt die Stimme des Navi auch ganz harte Kerle. In diesem Zusammenhang fiel als Beschreibung der Stimmlage der “Ansagerin”, die Bezeichnung “Gruppenleiterin des Logopädie-Leistungskurses einer Waldorfschule!”

Dann doch lieber unser Kleiner, der immer noch vor sich hin brummelt: “Auto putt – kein Motor”!

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Ein Kommentar

  1. Holger
    16. Juli 2016 zu 15:51 Antworten

    Obwohl ich ja ein langjähriger Jeep Fan bin , finde ich den Outlander als Geländewagen einfach klasse. Ich danke Ihnen für den super Artikel.
    Mit besten Grüßen,
    Holger

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