Kurz gefahren: Mitsubishi Plug-in Hybrid Outlander

Pionier im PHEV SUV Markt

Irgendwann ist immer das erste Mal. Und wenn das erste mal, fast egal in welchem Zusammenhang, positiv ausfällt, bleibt es gut in Erinnerung. Mein erstes mal werde ich jetzt hier kundtun und mich outen:

[box type=normal]Elektronisch angetriebene Autos fand ich schon immer langweilig und war diesen eher ablehnend und sehr skeptisch gegenüber eingestellt.[/box]

Meine Beobachtungen bei der Wave Trophy taten ihr übriges dazu. Elektromobile – Nein danke! Allerdings sind meine Streckenprofile auch viel zu ungeplant und lang, um mit Elektromobilen glücklich werden zu können. Demzufolge hatte ich mich auch noch nie wirklich für Vertreter dieser Gattung interessiert. Ergänzend kommt hinzu, dass ich gelernter Kfz.-Mechaniker und kein Elektriker bin ;-)

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Aber nun lud mich Mitsubishi Motors Deutschland (MMD) ins Rheingau ein, um rund um das malerische Dörfchen Eltville dem meist verkauften Plug-in Hybrid SUV mal unter die Haube zu schauen. Spätestens hier weiß jetzt jeder, dass es um den Mitsubishi Outlander gehen soll. Mitsubishi darf sich hier zu recht als Pionier bezeichnen, war doch der Outlander PHEV der erste seiner Art in Deutschland. Und während sich nun so manch andere Hersteller abmühen, ihren Erstling auf den Markt zu bringen, lässt Mitsubishi dem Outlander bereits die erste Modellpflege zukommen und spricht vom PHEV Outlander der zweiten Generation.

Ausgesprochen umfänglich fällt diese dabei aus, wurde doch der „normale“ Outlander in 100 Punkten überarbeitet, wogegen sein PHEV Bruder sogar auf 130 Detailverbesserungen kommt. Bei diesen Umfängen darf getrost einem neuem, verbesserten, Modell gesprochen werden.

Natürlich fällt beim Vergleich zum Outlander der ersten Generation sofort auf, dass sich einiges an der Optik des SUV verändert hat. Eine markante Front zeichnet den PHEV aus, die deutlich mehr Dynamik vermittelt als beim „Nicht PHEV“ Outlander. Neue, von LED-Scheinwerfern geprägte, Lichtsignaturen an Front und Heck lassen den 2016er moderner und aufgeräumter wirken als seinen Vorgänger und auch die neue, an einen Haifisch erinnernde, Dachantenne beim PHEV tut ihr übriges dazu. Erst beim zweiten Blick und dem direkten Vergleich fallen auch die neuen Seitenschweller auf.

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Vor allen Dingen technisch verbessert

Aber der neue Outlander hat nicht nur optisch gewonnen. Auch unter dem ansehnlichen Blechkleid ist einiges geschehen. Eine der Hauptaufgaben der Ingenieure lautete, den Outlander leiser zu machen. Hierdurch sind zahlreiche Dämmungen im Wagen platziert worden. Speziell der Dachbereich ist so bearbeitet worden, aber auch an den vorderen Kotflügeln und den Türkanten finden sich Veränderungen zum Vorgänger. Nebenbei sollten auch drehzahlabhängige Vibrationen vermindert werden. Zahlreiche Versteifungen der Karosserie sind hierdurch entstanden. Bloggerkollege Bjoern Habegger pochte während unserer gemeinsamen Probefahrt auf den deutlichen Verbesserungen der Feder- und Dämpfercharakteristik. Glaube ich ihm gerne, bewegt er doch einen Outlander PHEV im Dauertest.

Äußerst sparsam zeigte sich der PHEV Outlander auch während meiner Solo-Testfahrt. Knappe 40 km bin ich mit dem gut 1.9 to wiegenden SUV sportlich gefahren, wohlgemerkt rein elektrisch. Beim Abstellen des Fahrzeugs zeigte die Füllstandsanzeige der Fahrbatterien anschließend noch mehr als 30% an. Den von MMD genannten Wert von 52 Kilometern, die rein elektrisch gefahren werden können, kann ich so nur bestätigen. Andere OEM, unter anderem ein Premiumhersteller aus dem Süden der Republik, rühmen sich hier Fahrstrecken von etwas über 30 Kilometer zu bewältigen.

Aber lassen wir weitere Seitenhiebe aus und schauen wieder auf den Mitsubishi Outlander PHEV. Wieder muss ich zum Vergleich einen Blick in einen der ersten Outlander werfen, fallen doch so weitere Veränderungen im Interieur erst auf. Geänderte Armaturen, aufgewertete Sitze und vor allem eine neue Mittelkonsole bestimmen so das Bild. Sitzt man im 2016er Outlander PHEV mit Topausstattung kann ein gewisser Premiumeindruck nicht geleugnet werden.

Nun aber weiter mit den Verbesserungen des Outlander PHEV, die nicht direkt zu sehen durch die Pressekonferenz aber erwähnt wurden. Mit Stolz und Akribie wurden hier beispielsweise die neuen Fahrbatterien (MMD gibt hier 8 Jahre Garantie) genauso wie neue Lagerungen für den elektrischen Heckmotor genannt.

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Pfiffige Assistenten

Viel Komfort versprechen einige der neuen Assistenzsysteme, die sich im Outlander PHEV erstmals befinden. USM nennt sich eines und checkt beim Anfahren, ob sich vor dem Fahrzeug ein Hindernis befindet. Sollte sich beim Anfahren ein Hindernis innerhalb von 4 Metern vor dem Wagen befinden, stellt dieser das Anfahren ein bzw. drosselt die Anfahrgeschwindigkeit.  Trotz meiner freundlichen Frage wollte keiner der MMD-Mitarbeiter hier als Testobjekt dienen. Ein Punkt, der bei einem späteren Test zu prüfen wäre.

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Soll der SUV rangiert oder geparkt werden, macht sich die 360° Kamera positiv bemerkbar. Im Display des Multimediasystems wird dann der Wagen aus der Vogelperspektive gezeigt. Menschen, Mauern und Pöller dann natürlich genauso.

Fazit

Der 2016er Mitsubishi Outlander PHEV ist ein ansprechender und vor Technik strotzender SUV geworden. Die elektrischen Fahrleistungen sind überzeugend und sollte es auf längere Strecken gehen dient der 2.0 l Benziner als Backup. Gut ausgestattet bietet die Top-Ausstattung jede Art von Komfort und lässt nur wenige Wünsche offen. Aufgrund der Kürze der Zeit kann ich hier leider nicht konkreter werden.

Ergänzung

Mitsubishi als japanischer Autobauer spielt beim Outlander PHEV einen weiteren Joker aus. Aufgrund der zahlreichen Erdbeben und dadurch bedingten Stromausfälle, bieten die Japaner ein pfiffiges, bidirektionales Ladekonzept an, welches in Japan als Strom-Backup verwendet wird. Dabei kann Strom, der in den PHEV geladen wird, jederzeit auch wieder entnommen werden. Nettes Feature, wenn in freier Natur Strom benötigt wird.

Gerade Hausbesitzer mit einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach sollten sich dieses Konzept genau ansehen. Produziert die Photovoltaik-Anlage zuviel Strom, kann damit die Fahrbatterie aufgeladen werden und aus dieser bei Bedarf Strom ins Hausnetz zurück geleitet werden. Der Outlander PHEV wird zum Pufferspeicher.

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Ein Kommentar

  1. Am 4. Oktober 2015 gefunden … | wABss
    5. Oktober 2015 zu 02:56 Antworten

    […] Kurz gefahren: Mitsubishi Plug-in Hybrid Outlander, gefunden bei der-auto-blogger.de (0.1 Buzz-Faktor) […]

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