Nissan Qashqai 1.2 DIG-T- gelungener SUV Bestseller

Frischer Testwagen – frische Story. So war der Plan. Deshalb auch der Ruf nach einem Nissan Qashqai als Turbo-Benziner. Turbo-Benziner? Jaaa …; Turbo-Benziner – kein Diesel.

Nissan launchte mit der aktuellen Generation (Modelljahr 2015) des beliebten SUV auch eine frische, Downsizing geprägte,  Motorenpalette (hier unser Artikel dazu). Insgesamt vier Motoren, zwei Benziner und zwei Diesel bilden dabei das Line-up des Nissan Qashqai. Und eben eines dieser neuen Aggregate ist, der in unserem Testwagen verbaute, Vierzylinder Turbo-Benziner. Zarte 1.197 ccm werden dabei zur Verbrennung genutzt und sollen dem schicken SUV Leben einhauchen. Reicht das, um einen rund 1,4 Tonnen leichten Wagen adäquat zu bewegen. Dazu später mehr.

Kompakter Alltags-SUV

Nissan Qashqai

Bei all der Erfahrung die Nissan im Bau von Geländewagen und SUV besitzt, sucht man beim Qashqai echte Schwachstellen vergebens. Rein äußerlich wirkt der Qashqai modern und setzt seine optischen Erkennungsmerkmale gekonnt in Szene. So ist das obligatorische, den Kühlergrill betonende V schnell ausgemacht. Breite Chromstäbe verlaufen dabei diagonal über den Kühlergrill. Dieser Winkel wird auch bei den Tagfahrleuchten weitergeführt. Verwechslung  unmöglich. Die ganze Front des Qashqai wirkt dabei in gewisserweise schon recht bullig ohne jedoch, augenscheinlich, die Lehren der Aerodynamik dabei zu vergessen.

Auch bei der Betrachtung der Seitenlinien weiß der Qashqai zu gefallen. Fließend verläuft die Kontur, vom hochgezogenen Scheinwerferband über die flach stehende A-Säule, und endet in einem tropfenförmigen Heck. Waagrechte Sicken und kräftige Türschweller vermitteln dem Qashqai aus dieser Perspektive Kraft und Dynamik. Das kleine Fensterchen zwischen C und D-Säule wirkt hier überhaupt nicht deplatziert. Ein Plus an passiver Sicherheit stellen die jeweils in die Fahrzeugseite gezogenen Frontscheinwerfer und Heckleuchten dar.

Nissan Qashqai

Auch am Heck gibt es das vertraute Bild. Hoch platzierte und sehr breite Heckleuchten markieren den Wagen gut in Dämmerung und Dunkelheit. Auch hier kann der Qashqai gefallen und durch die erwähnten waagrechten Heckleuchten bullig wirken.  Alles in allem wirkt der Qashqai sehr harmonisch und ausgeglichener als der noch vor Wochenfrist hier gefahrene Konzerncousin Renault Kadjar (hier unser Artikel). Obwohl sich die beiden eine Plattform teilen, kommt uns der Qashqai erwachsener und ausgereifter vor.

Intuitives und beruhigtes Interieur mit Wohlfühlambiente

Clever. Dies war unser erster Gedanke als es um die Betrachtung des Interieurs ging. Nissan setzt hier wieder auf bewährte Module und Baugruppen des Renault/Nissan Konzerns. Die daraus entstehende Nähe der beiden SUV Vertreter Nissan Qashqai und Renault Kadjar ist nicht zu verleugnen. Aber wie schon bei der Betrachtung des Exterieurs, wirkt auch der Innenraum des Qashqai ausgewogener. Irgendwie reifer!

Die Materialanmutungen und auch das Design lassen einen nicht glauben, hier in einem Auto zusetzen welches bei weniger als 20.000 € startet.

Nissan Qashqai

Alle Bedienelemente sind an den erwarteten Positionen und lassen sich intuitiv bedienen. Besonders gefallen hat uns, dass Nissan es geschafft hat den Qashqai mit Bedienelementen nicht zu überfrachten. So befindet sich in der Mitte der Armaturentafel nur der 7″-Farb Touchscreen und darunter das Klimatisierungsmodul. Alle weiteren Schalter hat Nissan gekonnt, links, neben das Lenkrad platziert. Und dort machen so Schalter, die eben nur ab und an bedient werden müssen, wirklich Sinn. Nebenbei glänzt der Wagen mit zahlreichen, sinnvoll angebrachten,Ablagemöglichkeiten für Smartphone, Getränke und Brillen.

Das erwähnte 7″-Farbdisplay ist dabei das Kernstück des Nissan Connect Navigationssystems. Mit an Bord sind USB-Schnittstellen, Smartphone Integration, DAB, Bluetooth, 6 Lautsprecher, TMC (Traffic Message Channel) sowie eine Rückfahrkamera.

Vom Platzangebot her, konnte uns der Nissan Qashqai allerdings nicht so ganz überzeugen. Die Stammleser wissen es  bereits, wir testen alle Autos auch als Familienwagen. Dazu gehören neben zwei Erwachsenen, auch ein Kleinkind mit Kindersitz und unser Baby welches in einer Babyschale transportiert werden muss. On Top geht es dann noch darum mindestens einen kompakten Kinderwagen für die Kleinste mitzunehmen.

Nissan QashqaiUnd hier, obwohl von uns nicht erwartet schwächelt der Qashqai. Keine Frage, Fahrer und Beifahrer haben genügend Platz um auch längere Fahrten bequem zu absolvieren, sofern die Kinder auf der Rückbank untergebracht sind. Auch im Fond liess sich gut sitzen, solange der Fahrer nicht über 1,85 m gross ist. Dann wird es hinter dem Sitz doch etwas knapp in Sachen Beinfreiheit.

Verwundert hat uns allerdings das Platzangebot im Kofferraum. Nissan ruft hier 430 Liter in der Standardkonfiguration als 4/5 Sitzer auf. Allerdings war es uns nicht möglich unseren wirklich kompakten Kinderwagen, Teutonia Cosmo,zu verladen ohne die Gepäckraumabdeckung auszubauen. Dieses aus synthetischen Fasern gepresste Formteil verbrachte so die Testphase im Keller.  Sollte dann für den Junior noch ein Laufrad mit ins Auto bedurfte es einiger Tricks. Im Endeffekt landete das kleine Zweirad dann hinter dem Beifahrersitz.

So schick die seitliche Kontur des Qashqai eben ist, das schräge Heck liefert dann doch einige Abstriche. Soll der Qashqai allerdings mit Einkäufen oder anderen Gepäckstücken beladen werden gelingt dies völlig problemlos. Gerade durch die SUV typische, etwas höhere, Ladekante lässt sich alles sehr schön einladen und an den im Kofferraum angebrachten Haken befestigen.

Bestes SUV-Fahrwerk in diesem Preissegment

Ein gewagter Vergleich! Aber nach unseren Erfahrungen dürfen wir uns diesen Vergleich erlauben. Der Nissan Qashqai, so wie er hier als Testwagen konfiguriert ist, liegt preislich bei sanften 25.140 €

Vergleichen wir ihn mit seinen Mitbewerbern in dieser Preisklasse, Kia Sportage und Renault Kadjar bekommt er für sein ausgewogenes Fahrwerk die Bestnoten des Trios.

Nissan Qashqai

Im Gegensatz zu den beiden anderen ist er deutlich komfortabler wenn es über Querrillen und Schlaglöcher geht. Dabei ist er aber immer sportlich genug, um auch etwas flotter bewegt werden zu können. Gerade hier zeigt er den beiden Mitbewerbern die Schlusslichter. Selbst der von uns geschätzte Honda CR-V kann hier, trotz seiner Premiumansprüche, nicht mithalten.

Mit dem Nissan Qashqai liessen sich die auf unserer Teststrecke gelegenen Landstraßen Richtung Sauerland und Löhnesee angenehm abwedeln, und auch auf der Autobahn glänzte der Qashqai mit gutem Geradeauslauf und einem ruhigen Auftritt.

Anzumerken sei hier noch, das alle genannten Fahrzeuge als 2FWD bei uns waren und so auch als reine Straßenfahrzeuge zu bewerten sind. Wer mit diesen Fahrzeugen ins Gelände will ist hier falsch bedient.

Aber …

Jetzt kommt ein Aber. Und was für eines. Der Testwagen war mit dem kleinsten Nissan Vierzylinder bestückt, den das Motorenregal in Sutherland/GB hergibt. Zarte 1.197 ccm bemühen sich in diesem Motörchen Superbenzin mit Luft zu vermischen um es anschließend fremd zünden zu lassen.

1.197 ccm – 1.2 Liter – 6 Gläser Kölsch

Sorgt letzteres noch für einen gewissen Unterhaltungseffekt, der kleine Motor schafft dieses nicht. Mühsam und zäh gestaltet sich die Fortbewegung wenn der Wagen mit der Familie besetzt ist. Sprichwörtlich ist jedes Kilo Zuladung zu spüren, wird doch dadurch die spärlich Beschleunigung des kleinen Motors gehemmt. Ganze 115 PS sind es die den Qashqai bewegen sollen.

Nissan Qashqai

Dafür müssen dann aber auch 4.500 u/min am gut ablesbaren Drehzahlmesser anliegen. Bei der ungefähren Hälfte liegt dann das maximale Drehmoment an. 190 Nm sind es, die hier als Höchstwert genannt werden :-(

Zuwenig, einfach zu wenig denn nur mit einem sensiblen Kupplungsfuss lässt sich der Wagen so von der Stelle bewegen. Rollt der Wagen dann, späht der Fahrer nach allem was Bergauf geht um hier mit nachlassendem Schwung das angenehm zu schaltende Getriebe durchzuschalten. Nach unten natürlich.

In Sachen Verbrauch darf man sich nicht von den sparsamen Fahrleistungen blenden lassen. Egal wie wir es angestellt haben, der Kraftstoffverbrauch ließ sich nur schwer unter 7,5 Liter/100 km bringen. Einzig auf einem Autobahntrip Richtung Niederlande durften wir einen Durchschnitt von 6,2 Liter/100 km bewundern. Reisegeschwindigkeit dabei von 100 bis 120 km/h.

Unser Fazit

Nissan Qashqai

Der Nissan Qashqai ist ein tolles Auto welches auch mit einem kleinen Budget viel Gegenwert liefert. Die Platzverhältnisse sind ausgewogen und gut wenn man nicht gerade einen Babykinderwagen mitnehmen muss. Sein Fahrwerk ist in dieser Preisklasse unschlagbar jedoch hält sich der Fahrspaß ob des kleinen Motors mehr als in Grenzen. Nüchtern betrachtet ist der kleine Motor aber ausreichend um alle Aufgaben zu erledigen.

Auch in Sachen der Serienausstattung muss sich der Qashqai nicht verstecken und setzt hier in gewisserweise Maßstäbe. Neben einigen Standardausstattungen wie ua. einer Zwei-Zonen Klimaautomatik kann der Qashqai mit einem Notbremsassistenten, Spurhalte-Assistenten sowie einer akkurat arbeitenden Verkehrszeichenerkennung glänzen. Viele teuerere Fahrzeuge können davon nur träumen.

Ausstattung des Testwagens

Als Testwagen erhielten wir einen Nissan Qashqai (Modelljahr 2015) Acenta 1.2 DIG-T mit manuellem 6-Gang Getriebe. Der Grundpreis des Wagen liegt bei 23.590 €.

Der Testwagen hatte zusätzlich das erwähnte NissanConnect Navigationssystem  (1.000 €) sowie die Metalliclackierung Bronze (550 €) wodurch des Gesamtpreis bei 25.140 € liegt.

Technische Daten

Technische Daten 
AufbauGeländewagen / SUV
Türen5
Sitzplätze5
Motor-Bauart4 Zyl.- Reihe (Turbo-Benziner)
Hubraum 1.197 cm³
max. Leistung85 kW (115 PS) bei 4.500 U/min
max. Drehmoment190 Nm bei 2.000 U/min
Verdichtungsverhältnisnb
AntriebsartFrontantrieb
Getriebe6-Gang (manuell)
0 auf 100 km/h10,6 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit185 km/h
Länge / Breite / Höhe4.377 / 1.806 / 1.590 mm
Radstand2.646 mm
Bereifung17"
Leergewicht1.350 kg
Kofferraum-Volumen430 - 1.585 L
Verbrauch Innerorts l/100 km7,5 L/100 km
Verbrauch Außerorts l/100 km6,2 L/100 km
Ø - Verbrauch l/100 km7,3 L/100 km
Tankinhalt55 L
Ø - CO2-Emissionen 129 g/km
EffizienzklasseB
AbgasnormEURO 6
Grundpreis19.990 €
Testwagenpreis25.140 €

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2 Kommentare

  1. Am 26. April 2016 gefunden … | wABss
    27. April 2016 zu 03:07 Antworten

    […] Nissan Qashqai 1.2 DIG-T- gelungener SUV Bestseller, gefunden bei der-auto-blogger.de (0.1 Buzz-Faktor) […]

  2. Max Fdmr
    3. Mai 2016 zu 13:11 Antworten

    Ich verstehe nicht, wie sich solche Reisschüsseln auf dem europäischen Markt verbreiten können. Der Qashqai ist in jeglicher Hinsicht einem deutschen Fahrzeug unterlegen und dabei gar nicht mal so viel günstiger!

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