Nissan zieht beim Micra blank

Keine Angst, dieser Artikel wird Jugendfrei bleiben und die doch etwas reißerische Headline ist so zu verstehen, dass Nissan beim neuen Micro einfach alles alte ablegt.

Bereits seit 30 Jahren ist der, laut Nissan, bekannteste Vertreter der Marke bereits im Markt. Doch die nun kommenden fünfte Generation des kleinen Japaners will mit allem außer dem Namen brechen. Und so schickt sich Nissan an, weitere Verkaufsanteile am immer noch populären Markt der Kleinwagenklasse zu erobern. War das mit den bisherigen Modellen kein leichtes Unterfangen soll dies mit dem neuesten Vertreter der japanischen Marke viel besser gelingen.

Die Hauptingredienzien dafür soll ein revolutionäres Design und ein Kampfpreis sein tritt der neue Micra doch schon ab 12.990 Euro an.

Nissan Micra 2017

Raumwunder

Der neue Nissan Micra tritt als echtes Raumwunder an. Bedingt durch seinen Zuwachs von 17 Zentimetern in der Länge und acht Zentimetern in der Breite, spendierten die japanischen Ingenieure dem Evergreen auch einen um 7 Zentimeter längeren Radstand. Daraus entwickelt sich ein spürbarer Gewinn des Innenraumplatzangebotes. Knie und Ellenbogen dürfen sich in dem nun 3,99 Meter langen Kleinwagen freuen. Erfreulich auch der Zugewinn im Kofferraum. Stattliche 300 Liter werden dort nach VDA-Messung ausgelitert.

Alte Zöpfe schneidet Nissan auch in Sachen Ambiente und Ausstattung ab, zeigt sich der Micro hier auf dem Level der Kompaktklasse. Alle Materialien fühlen sich wertig und gut an sofern die gehobenen Ausstattungen betrachtet werden. Dazu liefert Nissan übersichtliche Instrumente sowie ein Infotaimentsystem in gewohnt guter Ausrichtung. Als erster Kleinwagen kann so der Nissan Micra, per Around View, aus der Vogelperspektive betrachtet in enge Lücken gezirkelt werden.

Nissan Micra 2017

Hoher Ausstattungslevel und schärferer Auftritt

Nissan nutzt die so verbauten Kameras aber noch intensiver. Fußgängererkennung, Verkehrszeichen, Spurhalteassistent und der Fernlichtassistent werden mit Informationen beliefert und unterstützen den Fahrer. Nebenbei verwöhnt Nissan die Passagiere mit einem der Oberklasse ebenbürtigen Soundsystem um auch das kleinste Außengeräusch zu übertönen während Apples CarPlay  in Verbindung mit Siri cleveren Dienste anbietet.

In Sachen Design hat sich Nissan wirklich nackig gemacht und den Micro komplett neu aufgesetzt. Vorbei die Zeiten als der Nissan Mitra als unauffälliges Autogen durch unser Straßenbild zuckelte und weder Fisch noch Fleisch war. Nun tritt der Micra mit scharf geschnittenen Scheinwerfern und viel Kante auf. Dazu ordentlich modellierte Seitenflanken und ein freches kantiges Heck. Dynamik pur!

Nissan Micra 2017

Schön aber, dass die Nissan Designer dem Kunden noch Luft zur Individualisierung gelassen haben. Dem Lifestyle Trend folgend bietet der kleine Japaner so die Möglichkeit, den Wagen als echtes Unikat zu konfigurieren. Drei Farbwelten für das Interieur, zehn Außenlackfarben und jede Menge Designpakete für Karosse, Räder und Bedienpanels lassen weit mehr als 100 Kombinationsmöglichkeiten zu.

Micro Motoren

So schön wie sich der Micra bis hier zeigt, so differenziert betrachten wir die Antriebe. Im Basismodell werkelt ein Dreizylinder-Benzinmotor der aus einem Liter Hubraum 73 PS (54 kW) entwickelt. Dazu wird es einen 1,5 Liter Diesel mit 90 PS (66 kW) geben.

Als Schreibfehler überrascht uns der 0,9 Liter Benzin-Motor der dank Turbolader 90 PS (66 kW) und 140 Nm zusammenwurschtelt. Hmmm?

Nissan Micra 2017

Spaßbremse Downsizing

Wir mögen dem Downsizing wenig bis gar keine Vorteile abringen – Punkt. Und so trifft es auch den kleinen Micra recht hart. Wie alle Dreizylinder schnattert er los wie ein aufgeregtes Entchen und wackelt mit mäßigen Fahrleistungen der 100 km/h Marke entgegen. Diese erreicht er nach langen 12,1 Sekunden um von dort ohne Pause bis hin zu 175 km/h weiter zu hasten. Das ganze wie gesagt mit voll durchgedrücktem Gaspedal weswegen der von Nissan genannte Verbrauch von 4,4 L/100 km wohl nur als Zwischenmahlzeit zu verstehen ist. Spaß fährt anders.

Nissan Micra 2017

Eigentlich schade denn der kleine bringt eine Fahrwerksgeometrie mit die eigentlich mehr könnte. Das solide abgestimmte Fahrwerk bedient sich der elektrischen Helferlein und liefert so eine gute Stabilität und Traktion. Schade das letztere durch die kleinen Motoren nie in den Grenzbereich zu bewegen ist.

Aber kommt Zeit kommt Leistung und ein sechster Gang (hoffentlich). In Sachen Leistung sollten die findigen Köpfe vom Haustuner Nismo leichtes Spiel haben und eine potente Spassversion des Nissan Mitra aus dem Ärmel zaubern können.

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