Seat Leon X-Perience 2.0 TDI 4Drive – Multifunktionaler Allrad Kombi

Seat Leon X-Perience 2.0 TDI 4Drive – Multifunktionaler Allrad Kombi

Was tun, wenn die Anforderungsliste beim Kauf des neuen Autos die Punkte “Allradantrieb” und “Kombi ohne SUV Optik” beinhaltet. Klingt dies nach einer unlösbaren Aufgabe, im aufkeimenden SUV-Land bieten doch einige Hersteller ansprechende Lösungen im jeweiligen Fahrzeugkatalog an. Einer dieser Hersteller ist auch die spanische VW Tochter Seat. Wie schon die Konzernmutter VW nebst Konzernschwester Skoda bieten auch die Spanier einen kompakten Kombi, den Seat Leon X-Perience,  mit permanentem Allradantrieb welcher bei Seat 4Drive genannt wird.

Kein Wagen für die ganz groben Geländepassagen aber gut genug vorbereitet um auf Feld, Schotter- und Waldwegen seinen Job zu verrichten. Grund genug, diesem Senior auf den Zahn zu fühlen.

Unauffälliges Multitool

Und so steht er nun hier vor unserem Haus, der Seat Leon X-Perience 2.0 TDI 4Drive. Wie immer bei Seat sticht das Design des Exterieurs heraus. Schöne gerade Linien zeichnen die ausgeprägten Sicken und Kanten und geben dem Seat Leon eine ganz spezielle Optik. Gut ins Bild des außergewöhnlichen Designs passen auch die Voll LED Scheinwerfer die neben ihrer tollen Optik die Nacht zum Tag machen. Bleibt das Licht abgeschaltet bilden die LED-Streifen der Tagfahrlichter eine unverkennbare Lichtsignatur, welche sich auch bei den Heckleuchten als unverwechselbar abzeichnet. Wie schon bei der geradlinig designten Front verzichtet der Seat Leon ST auch hier auf Rundungen und Weichmacher.

Die Unterschiede zum “nicht X-Perience” Kombi (bei Seat wird dieser “ST” für Stadionwaggon  genannt, hier der Artikel über den Seat Leon ST Cupra) fallen dabei nur dem aufmerksamen Beobachter auf. Am augenscheinlichsten sind wohl die Kunststoffabdeckungen an den Radläufen. Da wo Dreck und Steine die Karosse treffen könnten hat Seat elegante Schutzleisten an die Radhäuser montiert, welche dem Wagen einen schon recht speziellen Look geben. Die zweite Änderung zu entdecken, außer dem 4Drive Typenschild am Heckdeckel, bedarf der Verwendung eines Zentimetermaßes.

Seat Leon X-Perience

Damit soll der Wagen weder in der Länge (4,54 Meter) noch Breite (1,97 Meter) gemessen werden sondern in der Höhe (1,48 Meter). Und siehe da, der Seat Leon X-Perience ist, durch eine Höherlegung des Fahrwerkes, zarte 15 mm höher als ein Nicht X-Perience. Geschuldet dem Umstand, auf rauem Terrain etwas mehr Bodenfreiheit zu bekommen, macht diese im Straßenfahrbetrieb nicht wahrzunehmende Höherlegung der Karosserie durchaus Sinn.

Apropos Straßenbetrieb.

Wer denkt der hochgebockte Seat Leon wäre ein plumper und wackeliger Onroad-Vertreter irrt  komplett. Auch wenn der Testwagen ohne DCC (Adaptive Fahrwerksregelung) ausgestattet war, meisterte er auch schnelle Autobahnkurven jenseits von 160 km/h mit bemerkenswerter Ruhe.

Logisch, dass hier der 4Drive Allradantrieb eine tragende Rolle spielt. Generell liess es sich mit dem 184 PS (135 kW) starken und mit 380 Nm wirklich potentem 4-Zylinder TDI auf der Autobahn gut aushalten. Dank der Fahrassistenzen ACC (Automatische Distanzregelung), dem Spurhalteassistenten sowie der Verkehrszeichenerkennung werden solche Fahrten völlig unaufgeregt abgespult. Zum Meilen machen eignen sich auch die bekannt guten Sportsitze. Im Testwagen waren diese elektrisch verstellbar und mit einer herrlichen Stoff-Lederkombination, dunkelgraue Sitzwangen nebst braunem Alcantara auf der Sitzfläche,  bespannt. Ein wirklich optisches Highlight!

Meilenfresser

Souverän zeigte sich der 4Drive bestückte Seat Leon X-Perience aber nicht nur auf der Autobahn. Auch auf der Landstraße, selbst mit stark welligem Profil, überzeugte der mit einem Radstand von 2,63 Meter versehene und rund 1.530 kg schwere Kombi mit wenigen Karosseriebewegungen  und ließ sich flott und agil auch ums Eck fahren.

Selbstredend, dass der kompakte Kombi auch in der Stadt kaum Schwächen zeigt. Rollt der Seat so durch den Verkehr achtet der Front Assist (City-Notbremsassistent) auf Fußgänger und andere Hindernisse um den Wagen im Fall der Fälle zu stoppen. Mit einer guten Rundumsicht ausgestattet lässt sich der Seat Leon aber auch gut einparken, wobei hier unterstützend PDC und Rückfahrkamera zur Seite stehen.

Seat Leon X-Perience

Allerdings ist der potent motorisierte Seat Leon fast zu schade für die Stadt. Von 0 – 100 km/h in 7,1 Sekunden beschleunigend, geht die wilde Hatz weiter bis zur Höchstgeschwindigkeit von 224 km/h. Auf dem Weg dorthin werden die Gänge vom 6-Gang DSG Getriebe schnell und präzise durchgeschaltet, wobei hier ein Gang mehr ganz schön wäre.

Gerade im Geschwindigkeitsbereich zwischen 60 – 110 km/h wirkt das 6-Gang Getriebe manchmal etwas unschlüssig welchen Gang es nun wählen soll. Korrigiert wird es dann vom Fahrer mittels der gut erreichbaren Schaltpaddels am Lenkrad, welche sich erfreulicherweise beim Lenken mit eindrehen und so dem Fahrer immer an gleicher Position zur Verfügung stehen.

Seat Leon X-Perience

In Sachen Verbrauch nennt Seat einen Wert von 5,4 L/100 km (ECE Norm) den wir in keinster Weise bestätigen können. Egal wie der Wagen gefahren wurde, im Mittel waren es immer mindestens 5,8 L die von uns händisch errechnet wurden. Bei Vollgasfahrten auf der Autobahn schnellt der Verbrauch auch schon einmal auf 7,9 L/100 km wobei sich dieser Wert aber schnell nach unten orientiert, sobald das Tempo reduziert wird. Wie immer bestimmt der rechte Fuß den Verbrauch.

Wohlfühloase

Die Platzverhältnisse im Seat Leon sind gewohnt ordentlich. Als Vertreter des Kompaktsegments liefert sich der Spanier keine wirklichen Ausrutscher. Fahrer und Beifahrer finden alle gewohnten Bedienelemente dort wo sie erwartet werden wobei sich alles intuitiv und sicher bedienen lässt.

Vertraut wirken auch die beiden Rundinstrumente für Drehzahl- und Geschwindigkeit die ein kleines Multifunktionsdisplay flankieren. Hier lassen sich die vom Fahrer präferierten Informationen konzentriert anzeigen und ermöglichen so ablenkungsfreie Fahrten.

Deutlich mehr Informationsgehalt liefert das 6,5 Zoll große zentrale Display des Infotaiment- und Navigationssystem “Plus”. Auch hier fällt die Bedienung mit einer intuitiven Mischung mittels Schaltern oder Berührung (Touch) angenehm leicht. Seat greift hier zu bewährten Modulen aus dem VW Regal. So kommt einem auch die Bedienkonsole der zentralen  Lüftungs- und 2-Zonen Klimaautomatik sehr bekannt vor.

Seat Leon X-Perience

Natürlich bietet Seat auch den Support für iPhone und Android User aber selbst Nutzer exotischer Betriebssysteme können ihr Smartphone per Mirrorlink verbinden. Als iPhone User soll natürlich die gute Tante Siri erwähnt werden. Nach dem klassischen Ausruf “Hey Siri”  schreibt sie SMS, spielt Musik, berichtet über Wetterprognosen oder wählt das Navigationsziel an.

Platz für Kind und Kegel

Die Platzverhältnisse der hinteren Passagiere richten sich nach der Körpergröße von Fahrer und Beifahrer wobei hinter einem 1,76 cm großen Piloten ordentlich Platz zu finden ist.  Den Reisekomfort dieser Passagiere steigert die dort verbaute Mittelarmlehne durch integrierte Getränkehalter sowie die Möglichkeit Smartphone & Co aufladen zu können.

Seat Leon X-Perience

Sollen dort zwei Kinder transportiert werden, lassen sich deren Sitze schnell per Isofix montieren wobei aus Platzgründen der mittlere Sitz jedoch entfällt und der Leon ST zum 4-Sitzer wird. Bei der Konfiguration eines Fahrzeuges sollte der Neuwagenkäufer nicht vergessen, das Kreuzchen beim optionalen Panorama-Dach zu setzen. Von der A- bis zur D-Säule reichend lässt dieses angenehm viel Licht ins Auto und gerade den Kindern macht es immer viel Freude  hier einen Blick auf den Himmel werfen zu können.

Seat Leon X-Perience

Auch in Sachen der Gepäckverladung leistet sich der Seat Leon keine Patzer. Klassisch als Kombi für 5 Passagiere beginnt er mit einem Ladevolumen von 587 Litern (VDA Messung). Dies steigert sich mit umklappen der, per mechanischer Fernbedienung zu betätigenden, Rücklehnen auf bis zu 1.470 Liter. Eine angenehm niedrige Ladekante und offene Staufächer rechts und links helfen den Kofferraum gut zu beladen und zu organisieren. Ein doppelter Ladeboden fiel allerdings dem 4Drive Antrieb zum Opfer, stattdessen verbirgt sich dort das Reserverad nebst Bordwerkzeug. Ein Manko sind die fehlenden Taschenhalter wie sie andere Mitglieder der VW Gruppe verwenden. Dadurch wird es zum Balanceakt, eingeladene Einkaufstaschen ohne diese umzukippen nach Hause zu bringen. Schade eigentlich, den von den Kosten und vom designerischen Aufwand her sollte die Integration dieser Gimmicks ein Klacks sein.

Fazit

Wer keine Lust auf einen SUV verspürt aber trotzdem mit Allrad und den Vorzügen eines kompakten Kombis unterwegs sein möchte, kommt um einen Blick auf den Seat Leon X-Perience nicht herum. Dieser liefert neben dem frechen Design bewährte Komponenten aus dem VW Konzern und kombiniert diese zu einem rundum kompletten Kombi der Kompaktklassen.

Seat Leon X-Perience

Preis-Leistungsmäßig gibt es am Seat Leon ebenfalls nichts zu meckern. Ein ähnlich konfigurierter Vertreter aus Wolfsburg wird das Einkaufsbudget deutlich höher belasten.

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2 Kommentare

  1. Mike
    26. November 2016 zu 06:37 Antworten

    Schöner Artikel hat mir gut gefallen, Bei Seat hat schon immer Preisleistung gut gepasst ich hätte mir nur gewünscht das sich am Design etwas mehr ändert.

  2. Giasar
    6. Mai 2017 zu 15:16 Antworten

    Sehr schöner Artikel!

    Also allein vom frechen Design her finde ich Seat Leon X-Perience 2.0 schon lohnenswert. Besonders die Inneneinrichtung gefällt mir sehr! Vom Preis her ist es natürlich neh ganze Menge Geld die man hinblättern muss, aber die Leistung stimmt auch. Deshalb ist es für mich schon eine Überlegug Wert.

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