Tempolimit versus unterbelichtete Hirnies

Tempolimit versus unterbelichtete Hirnies

Ganz schön harte Zeiten für uns Autofahrer. Alle möglichen Fachleute und Umweltphilosophen schlagen nach dem Kapitel Feinstaub und der Dieselproblematik nun in die nächste Kerbe.

Tempolimit zur Erhöhung der Verkehrssicherheit – echt jetzt?

Tempolimit 120 oder eventuell auch 130 km/h klingt nicht nur wie ein schlechter Traum, es wird sich auch so anfühlen. Es stimmt zwar, dass in unseren Nachbarländern bereits Tempolimits vorliegen, allerdings sollte ein Vergleich der Infrastruktur sprich Autonahn erlaubt. Exemplarisch der Blick nach Dänemark. auf Autobahnen die mir als Transitstrecke gen Schweden und Norwegen gut bekannt sind.

Hier sind die Fahrspuren zum einen weder durch Leitplanken noch andere Hilfsmittel regelmäßig gesichert. Eine kurze Unachtsamkeit während der Autobahnfahrt und schwupps endet diese Offroad neben der Asphaltdecke. Darüber hinaus sind Sicherheitsspuren wie Standstreifen, Auf- und abfahrten relativ unrein. Soll heißen nur wenige Passagen weisen keine abgerissenen oder verlorenen Anbauteile (Wischerblätter, Auspuffschellen und anderen Kleinscheiß) und Unrat auf (bitte nicht mit Südeuropa vegleichen). Hier pendelt sich aus reinem Sicherheitsgefühl das tempo fast automatisch auf die genannten Werte ein.

Etwas anders das Bild im Süden. Auch in Österreich gilt es das Tempo auf die erlaubten Tempolimits zu drosseln. Auch wenn die Autobahnen hier durch Abweiser und Sicherheistleitplanken relativ eingegrenzt sind verbietet sich durch topologische Gegebenheiten das Schnellfahren fast von alleine. Durch Schluchten und teils verwinkelte Passagen schlängeln sich hier die Asphaltbänder der Autobahnen. Höhere Tempi zu fahren würde die meisten Autofahrer an die Grenze der Fähigkeiten führen. Auch von Bergen festgehaltene Wetterunbilden sorgen hier oft für anspruchsvollere Fahrsituationen als die meisten Kraftfahrer erleben möchten.

Begrenzte Fahrstreifen und gemäßigtes Wetter

Dagegen zeigen die Autobahnen in Deutschland oftmals völlig andere Straßenprofile auf. Umfangreiche und aufwendige Systeme von Leitplanken und Abweisern umschließen hier die etwas über 13.000 Kilometer Autobahnen und bieten wenig Gründe ein Sicherheitstempo einzuhalten.

Auch liefert uns das hier meist verbreitete, gemäßigte Klima selten Gründe zu Wetterbedingten Tempoanpassungen. Natürlich erleben alle hier genannten Länder auch Ausnahmen die genanntes über den Haufen werfen.

Höhere Auslastung reduziert Schadstoffqualitäten

Jeder der sich mit dem Thema Verbrennungsmotoren oder purer Physik auskennt wird es bestätigen. Verbrennungsmotoren die mit geringen Drehzahlen betrieben werden, verlieren an Effizienz und verbrennen Kraftstoffe unsauberer als im idealen Drehzahlbereich betriebene Aggregate. Somit wird sich durch den gebremsten Betrieb der Kraftfahrzeuge wohl eher das Gegenteil in Sachen Luftverbesserung einstellen.

Traffic bezogene Tempoanpassungen besser als fést Regulierung

Viel sinnvoller als einheitliche Tempolimits zeigen sich Tempovorgaben, gesteuert durch das aktuelle Verkehrsaufkommen. Sind die Straßen zum Beispiel während der Rushhour knallvoll sein, sollten in diesem Fall Temporegulierungen greifen. Sind solche Streckenabschnitte dagegen relativ leer, kann das Tempolimit wieder aufgehoben werden.

Dauerabblendlicht o. Tagfahrlicht als schnelles Sicherheitsplus

Nur wer etwas sieht kann reagieren. Gerade in der dunklen Jahreshälfte ließe sich mit dem simplen Betätigen eines Schalters ein Plus an Sicherheit erbringen. Gemeint ist der Dreh am Schalter des Abblendlichtes. Es ist immer wieder erschreckend wieviele Fahrzeugführer bei schlechten Sichtverhältnissen ohne eingeschaltetes Abblendlicht unterwegs sind.

 

PKW ohne Licht

Pkw ohne Licht bei schlechten Sichtverhältnissen

Nach unserer Rechtssprechung ist dies auch okay, sind doch nur einspurige Zweiräder hierzulande verpflichtet das Licht einzuschalten. Schade, denn gerade durch diese Kleinigkeit ließen sich so manche Situation vermeiden bzw entschärfen.

Neuere Fahrzeugmodelle unterstützen dies natürlich durch die bereits ab Werk verbauten Tagfahrleuchtsystem, welche übrigens für nach dem 07. August 2012 in den Verkehr gebrachte Kraftfahrzeuge gesetzlich vorgegeben sind.

Kombischalter Kia Ceed

Kombischalter Kia Ceed

Moderne Assistenten runden das Sicherheitspaket ab

Glücklich für den Fahrzeugführer und andere wenn der eigene Wagen dank einiger Assistenten die Schaltung der Beleuchtung übernimmt. Verfügt der Wagen über einen modernen Lichtassitenten, so schaltet dieser bei der Schalterstellung AUTO zwischen dem Tagfahr- und Abblendlicht hin- und her. Sensoren erfassen dabei die Lichtumflutung des Fahrzeuges und schalten so zum Beispiel in Tunneln das Abblendlicht automatisch ein.

Fernlichtassistenten wie Volvo Active High Beam toppen die automatische Ausleuchtung der Straße um ein vielfaches. Wird dieser Assistent eingeschaltet und das Fernlicht aktiviert, schaltet der Wagen ab sofort selbstständig zwischen Abblendlicht und Fernlicht um.

Clevere Sensoren registrieren dabei ob vorausfahrende oder entgegenkommende Fahrzeug vom Fernlicht geblendet werden würden und schalten das Fernlicht automatisch aus um es im Anschluß wieder aufzuschalten.

Volvos Active High Beam erweitert das Lichtspektrum sogar noch, indem das System das LED Fernlicht in Segmenten abschaltet und so beispielsweise auch bei vorausfahrenden Fahrzeugen, dieses ausklammert um aber rechts und links die Fahrbahnlicht zusätzlich auszuleuchten.

Ähnlich funktionierende, auf LED Technik basierende, Lichtsysteme werden inzwischen auch von anderen Herstellern angeboten.

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