VW Golf R – Der Golf Rabauke auf dem Circuit Mallorca

VW Golf R – Der Golf Rabauke auf dem Circuit Mallorca

Gute 17 Jahre ist es her, dass VW mit dem Golf R32 einen echten Rabauken auf die Straße ließ. Heftige Leistungsdaten sorgten für einen fulminanten Auftritt: sechs Zylinder, 3,2 Liter Lungenvolumen und beachtliche 241 PS. Rund10 Jahre später fand die Herrlichkeit im Sinne eines 6-Zylinders ein jähes Ende und die folgenden R-Modelle begnügten sich mit einem Reihenvierzylinder der immerhin für 270 PS gut war.

Der Beliebtheit tar dies keinen Abbruch und VW spendierte der treuen Fangemeinde einen Leitungszuwachs um +30 PS. Das Ende der Leistungsstange sollte auch damit nicht erreicht sein.

Im Rahmen der aktuellen Modellpflege tüftelten die Volkswagen Ingenieure weitere 10 PS aus dem bewährten TSI-Aggregat. Laut VW war ein serienmäßiger Golf noch nie stärker und beschleunigte flotter. Und noch nie haben Käufer deutlich teurerer Sportwagen den Golf so gehasst wie diesen Vertreter. Entscheidet sich der Käufer für das optionale Performance Paket wird die 250 km/h Sperre aufgehoben und der Rabauke rennt bis 267 km/h und nistet sich im Rückspiegel so mancher Sportwagen häuslich ein.

Ist der Frust dann groß genug und die Überholspur frei geworden, zieht der Golf R dank 380 Nm zügig vorbei um dem gerade überholten einen Blick auf das Heck zu gewähren. Das es sich um den neuen Golf R handelt belegt die neue, schärfere Front mit schwarz unterlegten LED-Scheinwerfern sowie dem schwarzen Wabengrill. Der gerade überholte wird dies mit einem Blick auf die vier Auspuffrohre und den Diffusor quittieren.

VW Golf R (2017)

Im Stand zu betrachten sind dagegen die gelochten Bremsscheiben mit einem R-Logo auf dem Bremssattel. Beide gehören zu der optionalen R-Performance Bremsanlage denen die 19 Zoll großen „Pretoria“ (Aufpreispflichtig) Leichtmetallräder Platz schaffen.

Der Golf R wäre kein Golf wenn er seine Fahrleistungen nicht in einer Massentauglichen Entfaltung liefern würde. So zeigt er sich als Daily-Driver genauso souverän wie als Ringtool das nach beherzten Runden auf der Nordschleife giert.

Egal welchen Gang das DSG-Getriebe auflegt, der Golf R marschiert nach vorne. Ohne Leistungslöcher, Kurzatmigkeiten oder Asthmaanfällen die mich beim schreiben dieser Zeilen plagen (hatschi – es lebe die Allergie).

VW Golf R (2017)

Sehr positiv fällt die Agilität in Kurven auf die mit einer tollen Lenkpräzision für Fahrspaß pur sorgt.

Wiedererwarten ist der VW Golf R dabei auch noch recht komfortabel unterwegs und nervt nicht mit zu harten Federwerk.

Abgespeckt

Stattliche sieben Kilo Gewicht spart der Golf R durch die von Akrapovic gelieferte Hochtemperatur-Titan Auspuffanlage ein. Die oben erwähnten „Pretoria“ Leichtmetallräder reduzieren das Gewicht um weitere 10 Kilo wobei die Performance Bremsanlage die ungefederten Massen um weitere zwei Kilo verringert.

Soll es zu einer sportlichen Runde gehen sorgt der per Knopfdruck aktivierbare Race-Modus für das gewünschte Setup. Dies wäre eine straffere Auslegung des Fahrwerks, eine schärfere Kennfeldlinie des Gaspedals gepaart mit schnelleren Gangwechseln. Noch schärfer kann es zugehen wenn, zum ersten Mal in einem VW Golf, das ESP abgeschaltet wird.

VW Golf R (2017)

Eine Kennziffer fehlt hier noch. Der Sprint von 0 – 100 km/h wofür der Golf R 5,1 Sekunden veranschlagt. Aktiviert der Fahrer jedoch die beim DSG-Getriebe serienmäßige Launch-Control zerrt dies den Golf 0,5 Sekunden schneller auf Tempo 100.

Stilsicheres Interieur im VW Golf R

Neben den herrlichen Fahrleistungen liefert der Golf R auch ein überzeugendes Interieur. Sportliche Fahrer freuen sich über Anzeigen zum Ladedruck, den G-Forces sowie Angaben zur Längsbeschleunigung die alle in einer Rundenzeitauflistung ausgewertet werden können.

Das ganze natürlich in einem wirklichen schicken und sportlichen Ambiente. Die Sitze bekleidet dabei ein passenderweise „Race“ genannter Stoffbezug, gepaart mit Alcantara-Sitzwangen und grauen Ziernähten. Dazu technisch anmutende Dekorapplikationen die einen Hauch von Carbon vermitteln während die Pedalerie mit Aluminium belegt ist. Schaltet der Fahrer letztendlich die Zündung ein wummert ein großes R-Logo über das zentrale Display.

Satte 40.675 Euro kostet der Spass, einen aktuellen VW Golf R zu fahren, mindestens. Eine ganz schöne Stange Geld, keine Frage. Dafür gibt es aber ein Auto welches mit einer Riesenbandbreite viel Fahrspaß und Dynamik auf die Straße bringt. Und kann der Golf R die betuchte Oma zum Café bringen während der sportlich angehauchte Enkel den R um die Kurven scheucht.

Das ganze mit dem zeitlosen Auftritt wie es der VW Golf seit 40 Jahren an den Tag legt.

Der Golf R auf dem Mallorca Circuit

Wie immer bei Fahrveranstaltungen wo es auf eine Rennstrecke geht, verfliegt die Zeit im Auto viel zu schnell. Und so auch die wenigen Runden im VW Golf R hinter einem Instruktor der irgendwie Schluckauf im Gasfuß hatte.

Der Circuit Mallorca präsentiert sich mit einer Länge von 3.200 Meter, fünf Links und acht Rechtskurven als echter Micky Maus Kurs. Perfekt für einen HotHatch.

VW Golf R (2017)

Zur Wahl standen Golf R mit DSG oder aber als 6-Gang Handschalter. Letzterer war dann das Mittel zur Wahl, wohlwissend das über das Drehmoment von 380 Nm der eine oder andere Schaltvorgang ausbleiben konnte.

Was soll ich sagen. Der mittels 4Motion angetriebene Allradler zeigte keine wirklichen Schwächen. In zwei recht engen Kurven die nach frühem Vollgas rufen  zeigten sich kleine Traktionsschwächen die aber dank der knackigen Halden-Unterstützung kaum merklich blieben. Anbremsen ohne Fehl und Tadel wobei beim herausbeschleunigen die Akrapovic-Titanauspuffanlage die Schaltvorgänge mit einem herzlich Brüder quittiert.

VW Golf R (2017)

Sitze und Lenkrad passten für mich perfekt wobei auf der engen Strecke kaum ein Blick auf die Armaturen zu werfen war.

Spaßgerät!

Apropos Spaßgerät

VW Golf GTI (2017)

Nicht viel weniger Spaß hat der „klassische“ VW GTI in der Performance Version gemacht. Der Frontkratzer schmettert satte 245 PS (15 mehr als der Vorgänger) auf den Antrieb und stellt so beim Lastwechsel während des Beschleunigens die Michelin Pneus vor manch unlösbare Aufgabe.

Für mindestens 32.475 Euro bekommt man hier einen herrlichen GTI der mit seinem Karo-Muster auf den Sitzen die Brücke zum Ur-GTI von 1976 schlägt.

Herrlich!

VW Golf GTI (2017)

Eine Menge Spaß hatte auch Bloggerkollege Bennie von Automativ.de. Wie er den Golf GTI fand könnt ihr hier nachlesen.

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