VW Passat 2.0 TDI Variant 4Motion – Der Jagdkombi

Deutschland = Kombiland. Haben wir alle schon tausendmal gehört. Beim Stichwort Kombi fallen einem dann die ganzen Vertreter dieser beliebten Karosserieform schnell ein. Allen voran natürlich der VW Passat, wobei dieser hier nicht Kombi sondern Variant genannt werden möchte.

Schauen wir dann einmal auf unser Straßenbild fährt uns ein VW Passat an fast jeder Ecke über die Füße. Dabei ist der automobile Alleskönner für quasi jeden Einsatz prädestiniert.

Den Außendienstler durchs Land fahren – Kinderkram!

Apropos Kinderkram, die Kinder zu Schule, Sport und sonstwo hin bringen – Leichteste Übung!

Die ganze Familie in den Urlaub fahren – ja und?

Letzteres Szenario war der Haupteinsatz des uns überlassenen Testwagens, eines VW Passat 2.0 TDI Variant 4Motion. Den in Harvard Blue Metallic lackierten Variant durften wir zu einem Trip an die Ostsee einsetzen. Wer hier mitliest, weiß wie die Besetzung eines Wagens aussieht.

VW Passat Variant 2.0 TDI R-Line 4Motion

Ab an die Ostsee

Zwei Erwachsene, ein Kleinkind im Kindersitz und ein Baby in einer Babyschale, Doppelkinderwagen, Laufrad, 896 Windeln, Kleidung und jede Menge anderes Urlaubsgerümpel. Dazu noch ein Rucksack voller Kamerazeug nebst MacBook für den Blogger an Bord.

An dieser Masse sind schon kompakte SUVs gescheitert. Der bärenstarke VW Passat, wir durften den 240 PS starken Biturbo-Kollegen fahren, zuckte hier nicht einmal mit der Schulter.
Okay, clever packen mussten wir schon aber im Beifahrerfußraum und hinter dem Sitz selber liess sich einiges an Gepäck unterbringen. Auf diesem thronte das Baby, während dahinter der Junior in seinem Kindersitz jeden LKW und Bus fachmännisch erwähnte.
Ansonsten galt es, den Variant bis unter das Dach zu bepacken. Dank des integrierten und aufrollbaren Ladenetzes ein echtes Kinderspiel.

VW Passat Variant 2.0 TDI R-Line 4Motion

Und so ging es, wieder auf der A1 Richtung Ostsee, genau genommen nach Zingst. Kurz vorher waren die Kinder nebst Mama dort zur Kur und wollten nun, ohne den ganzen Kurstress, mit dem Vati ein paar schöne Tage verbringen. Why not?

ACC mit Wirkungstreffer

Leider mussten wir auf den ersten Autobahnkilometer recht schnell den Ausfall des ACC (Adaptive Cruise Control) verbuchen. Vermutlich hat bei der Überführung zu uns, ein Stein das elektronische  Kamera Auge ausgeknockt. Damit verbunden, der Ausfall der automatischen Distanzregelung, die Verkehrszeichen- sowie Fußgängererkennung und City-Notbremsfunktion.

Schade, aber nicht zu ändern.

VW Passat Variant 2.0 TDI R-Line 4Motion

Aber auch ohne dieses geschätzte Helferlein zeigte sich der Passat Variant von seiner besten Seite. Während auf dem Fahrersitz die Massagefunktion des beigen Ledersitzes den Rücken in Form hielt, schlummerten binnen kurzer Zeit beide Kinder ein.

Ob dies an der geräuschdämmenden und getönten Verglasung oder den Sonnenrollos der hinteren Seitenfenster gelegen hat, wer weiss es.

Und während die Familie so vor sich hin schlummerte begann der spassige Teil. Hauptakteur hier der Antriebsstrang des 2.0 TDI (ja, der mit den roten TDI Lettern).

VW Passat Variant 2.0 TDI R-Line 4Motion

Wirklich fulminant geht dieser Motor nach vorne. Die 240 Wolfsburger Pferde entwickeln dabei ein Drehmoment von 500 Nm (in Worten Fünfhundert) und treiben Vati die Freudentränen in die Augen. In Verbindung mit dem 7-Gang DSG Getriebe lässt sich der Kombi traumhaft bewegen.

Beim Ampelstart ist von dem ganzen Power zwar noch nicht viel zu merken, regelt doch hier das ESP nebst 4Motion Allradantrieb das Anfahren. Rollt der Passat dann aber, fliegen die Geschwindigkeitsmarken ratzfatz an einem vorbei.
VW gibt für den 100 km/h Sprint 6,3 Sekunden an.

Sechskommadrei Sekunden für einen Kombi aus Wolfsburg – altobelli.

In Sachen Vmax nennt der Traditionshersteller aus Wolfsburg satte 238 km/h. Ohne Familie und Gepäck an Bord konnten wir diesen Wert erreichen, laut Tacho wären es sogar noch 10 km/h mehr. Aber wir wollen ja reisen und nicht rasen. Trotzdem schön wenn durch den Zug am linken Schaltpaddle die Drehzahl bei 180 km/h kurz angehoben werden kann und der Variant spürbar nach vorne schnellt.

Nicht zu vergessen die akustische Untermalung. Auch wenn der 2,0 Liter Diesel per Turbolader zwangsgefüllt wird und das beliebte Saugergeräusch nicht bieten kann, ist das eingreifen des zweiten Turboladers nicht zu überhören. Dumpf röhrend vermeldet dieser das erreichen seiner Nennleistung und bettelt um das zügige hochschalten. Hochschalten aber auch nur, weil dieser erstklassige Motor sein maximales Drehmoment bereits zwischen 1.750 und 2.500 U/min anbietet.

VW Passat Variant 2.0 TDI R-Line 4Motion

Und so pendelt sich unser Reisetempo bei knackigen 160 – 180 km/h ein wobei wir abgewägt hatten, schnell ankommen oder effizient fahren. Denn auch wenn der getestete Passat Variant mit der Effizienzklasse B aufwarten kann, fegt er sich in unserem Szenario locker um die 8 L/100 km durch die Einspritzdüsen. Hört sich nach viel an, aber der Wagen war randvoll beladen und wurde mehr als sportlich bewegt.

Schmerzlich vermisst haben wir das oben erwähnte ACC auf der Höhe Bremen. Hier regeln elektronische Geschwindigkeitsanzeigen (Schilderbrücken) das Tempo, nur leider kann der blinde Passat diese nicht wahrnehmen. So vermeldet er konsequent die falschen Geschwindigkeiten und lässt sich auch mittels Tempomat nicht wirklich einregeln. Die automatische Distanzregelung moderner Fahrzeuge ist in dichterem Verkehr schon ein spürbares Stück Fahrerentlastung.

Aber zur Entspannung der Reise tragen auch so feine Features wie das virtuelle Cockpit bei. Ohne großen Aufwand, lassen sich die Umgebungskarten und Navigationsanzeigen zwischen zwei virtuelle Rundinstrumente einblenden. Ein echter Komfortgewinn für den Fahrer.

VW Passat Variant 2.0 TDI R-Line 4Motion

Gerade auch in dem folgenden Stauverkehr um Hamburg wäre der Stauassistent eine schöne Sache gewesen. So heisst es aktiv am Vergnügen eines, vermeintlich, grundlosen Staus teilzuhaben.

Natürlich werden genau in solchen Momenten, wie von Geisterhand geweckt, die Kinder wach und die Sing- und Klatschattitüden von Mama und Papa beginnen. Hinter Lübeck war dann Schluss, sowohl mit lustig als auch mit Kindergeduld, und wir jagten dem Rastplatz Schöneberger Land entgegen.

1A Rastplatz

Neben ein paar Litern Dieseln und den üblichen Toilettengängen lockte hier ein toller Kinderspielplatz. Klettergerüst, Rutsche, Sandkasten und das ganze tiptop eingezäunt machen diesen Rastplatz zur ersten Wahl. Und während Junior mit seinem Lauflernrad die umlaufende Grasnarbe malträtiert, liegt sein Schwesterchen auf dem Picknicktisch und klaut Mama den Käse vom Brötchen.
Währenddessen zieht der schicke Passat R-Line die Blicke, anderer Reisender, auf sich und strahlt dank seiner zahlreichen Chromteile mit der Sonne um die Wette. Herrlich!

VW Passat Variant 2.0 TDI R-Line 4Motion

Aber es soll dann doch schließlich weitergehen, ruft doch die Ostsee und unser Quartier. Die letzten Kilometer bis zum verlassen der Autobahn fliegen dann auch nur so dahin. Der Passat zieht mit seinem adaptiven Fahrwerk (DCC) seine Bahn als wenn er auf Schienen fahren würde. Weiter, immer weiter!

Die letzte Etappe bis nach Zingst gestaltet sich erfahrungsgemäß nicht wirklich schön. Langweilige Landstraßen, nicht wirklich schöne Infrastruktur und mittendrin versuchen unsere Landsmänner aus dem Osten, Ortsunkundige, mit ihren Selfie-Automaten zu erwischen.

VW Passat Variant 2.0 TDI R-Line 4Motion

Letzteres zu verhindern gestaltete sich mit dem Wieselflinken Rennkombi als echte Herausforderung. Spielend leicht und kaum wahrnehmbar pendelt sich das Tempo oberhalb der zulässigen Höchstgeschwindigkeit ein und nur die vier wachsamen Augen von Fahrer und Beifahrer verhinderten schlimmeres. Heute schon genickt?
Auch hier wäre ein funktionierendes ACC bzw. Tempomat ein Segen gewesen. Aber wie geschrieben, durch höhere Gewalt war uns dies leider verwehrt.

Irgendwann war dann auch diese Etappe vorbei und der Parkplatz vor der Pension wartete. Beim nun folgenden entladen des Familienkombis zeigten sich wieder die Vorteile eines Keyless-Entry Systems. Einfach den Schlüssel in der Hosentasche lassen und schon öffnen sich beim leichten Zug an den Griffen die gewünschten Türen bzw. der Heckdeckel. Zum Verschließen wird einfach ein Türgriff angetippt und zu ist der Wagen. Eigentlich fast ein Standard aber immer wieder ungemein praktisch in der Anwendung.

So schön wie das Wetter bei der Anreise war, so schnell wechselte es an den kommenden Tagen. Von Niesel- über Starkregen bis hin zu Schneegraupel war alles dabei und leider nahte der Tag der Abreise viel zu schnell.

Um am nächsten Morgen zügig abreisen zu können, wurde der Passat Variant schon am Vorabend beladen. Allen Bedenken zum Trotz vertrauten wir hier auf die verbaute Diebstahlwarnanlage. Sollte sich jemand am Passat zu schaffen machen, sollte uns diese recht schnell und laut aus den Betten werfen. Aber nichts dergleichen. Die Nacht blieb ruhig und lieferte uns am nächsten Morgen trotzdem zwei Überraschungen.

Die erste waren fett zugefrorene Scheiben und als zweites Spuren eines Marders, der es sich auf der Motorhaube, über dem Biturbo, gemütlich gemacht hatte. Da wird wohl noch ordentlich Restwärme vom gestrigen Ausflug abgestrahlt worden sein. Zum Glück hatte sich der Räuber diesen Platz und keinen im Motorraum ausgesucht. Der Kontrollblick unter die Haube zeigte weder Spuren noch Haare geschweige den Verbeissungen.

Schön, das der Wagen mit einer beheizbaren Windschutzscheibe ausgestattet war, denn binnen weniger hundert Meter war die komplette Scheibe Eisfrei und bot keine optischen Einschränkungen mehr.

VW Passat Variant 2.0 TDI R-Line 4Motion

Perfekt zu diesem spontanen Kälteeinbruch passte der 4Motion Allradantrieb unseres Testers. Wie auf sprichwörtlichen Schienen zog der Wagen seine Spur und lieferte zu allen Momenten ein erstklassiges Feedback über Straßenzustand und Griplevel an den Fahrer.

Auch auf den anschließenden Autobahnkilometern, die leider zu einer Regenschlacht mutierten, ließ sich der vollbeladene Kombi nicht aus der Ruhe bringen. Auf der eher gemächlichen Rückfahrt gelang es so ein Verbrauchsmittel von 5,7 l/100 km zu erreichen.

Fazit

Wie erwartet zeigte der Passat absolut keine Schwächen während unserer Testzeit. Dank seiner Assistenten war er souverän in der City, und auf der Autobahn ein gut gezügelter Heißsporn. Leider fehlten hier die Funktionen des zerschossenen ACC um den finalen Reisekomfort erzielen zu können.

Der 2,0 L TDI Biturbo zaubert immer wieder ein Schmunzeln in das Gesicht des Fahrers. Sei es durch die tollen Fahrleistungen oder den geringen Verbrauch. Über die Qualitäten des 7-Gang DSG Getriebes muss man nicht sprechen. Hervorragend!

VW Passat Variant 2.0 TDI R-Line 4Motion

Das VW eigene Multimediasystem bietet die blitzschnelle Integration von iPhone & Co und liefert diesen dann die beliebten Schnittstellen Apple CarPlay, Android Auto oder eine MirrorLink Technologie. Was da im Detail hinter steckt zeigt dieser und dieser Artikel.

Wer den Passat Variant clever belädt, kann auch mit einer vierköpfigen Familie gut reisen. Etwas mehr Platz wäre aber trotzdem ganz nett :D

Nicht umsonst ist der VW Passat eines der Mega Zugpferde im VW Konzern und inzwischen millionenfach verkauft.

VW Passat Variant 2.0 TDI R-Line 4Motion

Zu erwähnen sei noch, dass sich VW bei der Konfiguration des Testwagens nicht hat lumpen lassen.

Volle Hütte!

Angefangen bei den 18″ Marseille  – Felgen über App-Connect mit Apple CarPlay und Android Auto, das virtuelle Cockpit, der elektrisch anklappbaren AHK inkl Trailer Assist, Parkassistenten, ACC mit Front-Assisi und Notbremsfunktion, Alarmanlage, DAB Radio, DynAudio, Fahrerassistenz-Paket Plus, heizbare Frontscheibe, Gepäckmanagement Paket, HUD, unzählige Airbags, MuFu Lenkrad mit Schaltpaddels fürs DSG, Discovery Pro Navigation, R-Line Paket, Dynaudio Surround System Confidence, Area View inkl Rar View und getönten Scheiben im Fond.

Summa summarum, trotz einiger Kleinigkeiten die hier nicht notiert wurden, kommt der Passat so auf satte 64.141 Euro.

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2 Kommentare

  1. Am 19. Mai 2016 gefunden … | wABss
    20. Mai 2016 zu 03:00 Antworten

    […] VW Passat 2.0 TDI Variant 4Motion ? Der Jagdkombi, gefunden bei der-auto-blogger.de (0.4 Buzz-Faktor) […]

  2. Rias
    28. Mai 2016 zu 23:28 Antworten

    Ein Trau von ein Auto, vielen Dank für diesen Tollen Bericht.

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