Wie Carsharing unsere Beziehung zum Auto verändern könnte

Wie Carsharing unsere Beziehung zum Auto verändern könnte

Carsharing erfreut sich in Deutschland einer immer größer werdenden Beliebtheit. Anstatt ein eigenes Auto zu besitzen, setzen immer mehr Menschen darauf, sich eins zu teilen und dadurch Kosten zu sparen und die Umwelt zu schonen. Anfang des Jahres 2016 überstieg die Zahl der Carsharing-Nutzer in Deutschland die Millionengrenze. Diese Zahl soll in den nächsten Jahren immer weiter ansteigen.

Dank des Internets lassen sich Dienstleistungen wie Carsharing leicht verwirklichen und weiterentwickeln, sodass sie immer kundenfreundlicher werden. Eine solche Entwicklung lässt sich auch in anderen Branchen erkennen. Die Casinoindustrie kann zum Beispiel durch Online-Casinos und das dadurch erweiterte Angebot an Spielen ganz neue Kunden anlocken. Früher war es hier nur möglich die Unterhaltungsmöglichkeit in traditionellen Casinos zu nutzen, was doch eher mühsam und kompliziert ist, verglichen zu den heutigen Mittel. Mittlerweile kann auch auf dem Handy gespielt werden und es ist ein leichtes das Spiel zu schließen, wenn man genug davon hat. Ähnlich ist es auch bei Video-on-Demand-Geschäften wie Netflix. Anstatt in die Videothek gehen zu müssen, kann man ein großes Angebot an Filmen und Serien direkt von zu Hause aus genießen.

Carsharing ist in dieser Hinsicht ähnlich, da es mögliche Hindernisse aus dem Weg räumt. Wer sich kein eigenes Auto leisten kann, oder keine Parkmöglichkeiten hat, der kann trotzdem mobil sein, ohne sich nur auf öffentliche Verkehrsmittel verlassen zu müssen. Die Attraktivität dieses Konzepts lässt sich nicht leugnen und Experten gehen davon aus, dass sich die Zahl der Carsharing-Nutzer von 2016 bis 2021 weltweit versechsfachen wird. In Deutschland soll es bis dahin 2 Millionen Nutzer geben.

Auch die Zahl der Carsharing-Anbieter wächst stetig. Einer der größten Anbieter in Deutschland ist car2go in Berlin. Um mitzumachen, muss man sich einfach auf der Website registrieren und die App auf sein Handy laden. Mit der App können Führerschein und Adresse validiert werden, und schon kann die Fahrt losgehen.

Könnte dieses neue Konzept Druck auf die Autoindustrie ausüben? Sehen wir in nächster Zeit einen Einbruch der Verkaufszahlen von Pkws? Wohl kaum, sagen die BCG-Experten. Europaweit sollen in Carsharing-Städten 278.000 Kunden auf den Kauf eines Neuwagens verzichten – das sind etwa 1,3 Prozent des europäischen Absatzmarktes. Gleichzeitig steigen die Verkaufszahlen durch den Ausbau der Carsharing-Flotten, wodurch sich das Ganze wieder relativiert. Autohersteller müssen sich deshalb also kaum Sorgen machen, dass ihnen die Abnehmer ausgehen.

Es gibt jedoch einen anderen Bereich, der die Automobilindustrie in nächster Zeit stark revolutionieren könnte: selbstfahrende Autos. Diese sollen allerhand Verkehrsprobleme – vor allem in den großen Städten – lösen. Die unbemannten Autos sollen Personen nach kurzer Wartezeit abholen und an den gewünschten Zielort bringen. Eine lange und stressige Parkplatzsuche im Stadtzentrum wäre dadurch also nicht mehr nötig. Eine Studie von Berylls und der Technischen Universität München (TUM) zeigt, dass diese Autos 700.000 private Pkws in der Innenstadt von München ersetzen könnten. Zudem könnte viel Platz gewonnen werden, da keine großen Parkplätze mehr gebaut werden müssten.

Herkömmliches Carsharing wird keinen großen Einfluss auf die Automobilindustrie haben, doch automatisierte Fahrzeuge könnten das Stadtbild in naher Zukunft durchaus revolutionieren. In großen Städten, in denen die Bevölkerung stetig wächst, wäre dies eine willkommene Innovation.

Foto via pixabay.com

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