Bußgeldkatalog 2026 Tabelle: Geschwindigkeitsüberschreitung & Abstandssünden 2026

Wer 2026 mit dem Auto unterwegs ist, sollte die wichtigsten Regeln zu Geschwindigkeit und Sicherheitsabstand kennen. Denn sowohl beim zu schnellen Fahren als auch beim Unterschreiten des vorgeschriebenen Abstands können Bußgelder, Punkte in Flensburg und Fahrverbote drohen.

Der aktuelle Bußgeldkatalog unterscheidet bei Geschwindigkeitsüberschreitungen insbesondere zwischen innerorts und außerorts. Bei Abstandsverstößen spielen dagegen unter anderem die gefahrene Geschwindigkeit und das Verhältnis des tatsächlichen Abstands zum sogenannten halben Tachowert eine wichtige Rolle. (ADAC)

Hinweis: Bei diesem Artikel handelt es sich nicht um eine Steuer- oder Rechtsberatung. Der Artikel wurde mit großer Sorgfalt recherchiert. Dennoch sind alle Angaben, insbesondere zu Kosten oder Preisen ohne Gewähr und können sich jederzeit ändern. Der Artikel wurde am 11.09.2026 veröffentlicht und zuletzt am 11.09.2026 editiert.

Geschwindigkeitsüberschreitung 2026: Bußgeld-Tabelle innerorts

Für Pkw gelten 2026 folgende Regelsätze bei Geschwindigkeitsüberschreitungen innerhalb geschlossener Ortschaften:

Überschreitung Bußgeld Punkte Fahrverbot
bis 10 km/h 30 €
11–15 km/h 50 €
16–20 km/h 70 €
21–25 km/h 115 € 1
26–30 km/h 180 € 1 1 Monat*
31–40 km/h 260 € 2 1 Monat
41–50 km/h 400 € 2 1 Monat
51–60 km/h 560 € 2 2 Monate
61–70 km/h 700 € 2 3 Monate
über 70 km/h 800 € 2 3 Monate

* Ein Fahrverbot kann bei 26 bis 30 km/h unter anderem dann hinzukommen, wenn innerhalb von zwölf Monaten nach Rechtskraft der ersten Entscheidung erneut eine Überschreitung von mindestens 26 km/h festgestellt wird. (ADAC)

Bereits ab 21 km/h zu schnell kommt neben dem Bußgeld ein Punkt in Flensburg hinzu. Ab 31 km/h innerorts sind regulär zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot vorgesehen. (ADAC)

Geschwindigkeitsüberschreitung 2026: Bußgeld-Tabelle außerorts

Außerhalb geschlossener Ortschaften sind die Regelsätze bei geringeren Überschreitungen etwas niedriger:

Überschreitung Bußgeld Punkte Fahrverbot
bis 10 km/h 20 €
11–15 km/h 40 €
16–20 km/h 60 €
21–25 km/h 100 € 1
26–30 km/h 150 € 1 1 Monat*
31–40 km/h 200 € 1 1 Monat*
41–50 km/h 320 € 2 1 Monat
51–60 km/h 480 € 2 1 Monat
61–70 km/h 600 € 2 2 Monate
über 70 km/h 700 € 2 3 Monate

* Bei 26 bis 40 km/h kann ein Fahrverbot insbesondere bei einer entsprechenden Wiederholung innerhalb von zwölf Monaten drohen. (ADAC)

Ein häufiger Irrtum betrifft die Autobahn: Eine Geschwindigkeitsüberschreitung auf einer Autobahn wird grundsätzlich als Außerorts-Verstoß behandelt. Entscheidend ist also nicht allein, dass die Messung auf einer Autobahn stattgefunden hat. (ADAC)

Ab wann gibt es Punkte für zu schnelles Fahren?

Bei einem normalen Pkw-Verstoß beginnt die Punktefolge bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 21 km/h.

Die wichtigsten Schwellenwerte:

  • 21–25 km/h: 1 Punkt
  • 26–30 km/h: 1 Punkt
  • 31–40 km/h innerorts: 2 Punkte
  • 41–50 km/h: 2 Punkte
  • 51–60 km/h: 2 Punkte
  • 61–70 km/h: 2 Punkte
  • mehr als 70 km/h: 2 Punkte

Die Höhe des Bußgeldes und die Dauer eines möglichen Fahrverbots hängen zusätzlich davon ab, ob der Verstoß innerorts oder außerorts begangen wurde. (ADAC)

Sicherheitsabstand 2026: Was ist vorgeschrieben?

Die Straßenverkehrs-Ordnung verlangt einen ausreichenden Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug. Eine wichtige Faustregel lautet „halber Tacho“.

Bei 100 km/h sollte der Abstand beispielsweise ungefähr 50 Meter betragen. Alternativ kann die sogenannte Zwei-Sekunden-Regel als Orientierung dienen. Auf Autobahnen und bei höheren Geschwindigkeiten wird die Einhaltung des Abstands besonders wichtig. (ADAC)

Bei einer Abstandsmessung wird nicht einfach nur gefragt, wie viele Meter zwischen zwei Fahrzeugen lagen. Bei bestimmten Tatbeständen wird der tatsächlich eingehaltene Abstand mit dem halben Tachowert verglichen.

Abstandsunterschreitung: Bußgeld-Tabelle 2026

Für Abstandsverstöße bei höheren Geschwindigkeiten sieht der aktuelle Bußgeldkatalog folgende Regelsätze vor:

Geschwindigkeit Abstandsunterschreitung Bußgeld Punkte Fahrverbot
über 80 km/h weniger als 5/10 des halben Tachowerts 75 € 1
über 80 km/h weniger als 4/10 100 € 1
über 80 km/h weniger als 3/10 160 € 1
über 80 km/h weniger als 2/10 240 € 1
über 80 km/h weniger als 1/10 320 € 1
über 100 km/h weniger als 5/10 75 € 1
über 100 km/h weniger als 4/10 100 € 1
über 100 km/h weniger als 3/10 160 € 2 1 Monat
über 100 km/h weniger als 2/10 240 € 2 2 Monate
über 100 km/h weniger als 1/10 320 € 2 3 Monate
über 130 km/h weniger als 5/10 100 € 1
über 130 km/h weniger als 4/10 180 € 1
über 130 km/h weniger als 3/10 240 € 2 1 Monat
über 130 km/h weniger als 2/10 320 € 2 2 Monate
über 130 km/h weniger als 1/10 400 € 2 3 Monate

(ADAC)

Je geringer der Abstand im Verhältnis zum vorgeschriebenen Sicherheitsabstand ausfällt, desto härter können die Sanktionen werden.

Was bedeutet „halber Tacho“ konkret?

Die Faustformel lässt sich einfach anwenden:

Abstand in Metern = Geschwindigkeit / 2

Beispiele:

Geschwindigkeit Richtwert Abstand
50 km/h ca. 25 m
70 km/h ca. 35 m
80 km/h ca. 40 m
100 km/h ca. 50 m
120 km/h ca. 60 m
130 km/h ca. 65 m
150 km/h ca. 75 m
180 km/h ca. 90 m

Diese Werte sind eine praktische Orientierung. Die tatsächliche Beurteilung eines Abstandsverstoßes richtet sich nach den gesetzlichen Vorgaben und den konkreten Umständen der Messung.

Besonders teuer: extrem dichtes Auffahren

Ein geringer Sicherheitsabstand ist nicht automatisch nur eine gewöhnliche Ordnungswidrigkeit. Besonders aggressives und länger andauerndes Drängeln kann unter Umständen strafrechtlich als Nötigung bewertet werden.

Das kann beispielsweise relevant werden, wenn ein Fahrer sehr dicht auffährt und den vorausfahrenden Verkehrsteilnehmer zusätzlich durch Lichthupe oder andere Handlungen bedrängt. In solchen Fällen können neben einer Geldstrafe auch ein Fahrverbot oder sogar der Entzug der Fahrerlaubnis infrage kommen. (ADAC)

Bußgeld plus Gebühren: Was kostet der Bescheid tatsächlich?

Bei einem Bußgeldbescheid bleibt es häufig nicht beim eigentlichen Regelsatz. Zusätzlich können Gebühren und Auslagen entstehen. Der ADAC nennt hierfür regelmäßig rund 28,50 Euro. (ADAC)

Wer beispielsweise außerorts mit 21 bis 25 km/h zu viel gemessen wird, muss mit einem Regelsatz von 100 Euro und einem Punkt rechnen. Die tatsächlichen Kosten des Bußgeldbescheids können darüber liegen.

Wann droht ein Fahrverbot?

Ein Fahrverbot kann bei besonders hohen Geschwindigkeitsüberschreitungen oder bestimmten Wiederholungsfällen verhängt werden.

Beispiele:

  • 31–40 km/h innerorts: 260 Euro, 2 Punkte, 1 Monat Fahrverbot
  • 41–50 km/h außerorts: 320 Euro, 2 Punkte, 1 Monat Fahrverbot
  • 51–60 km/h innerorts: 560 Euro, 2 Punkte, 2 Monate Fahrverbot
  • über 70 km/h innerorts: 800 Euro, 2 Punkte, 3 Monate Fahrverbot

Auch bei Abstandsunterschreitungen können Fahrverbote verhängt werden. Besonders gravierend sind Verstöße bei sehr hohen Geschwindigkeiten und extrem geringem Abstand. (ADAC)

Was tun nach einem Bußgeldbescheid?

Wer einen Bußgeldbescheid erhält, sollte zunächst überprüfen, welcher Verstoß konkret vorgeworfen wird. Relevant sind unter anderem die gemessene Geschwindigkeit, der vorgeworfene Abstand, die zulässige Höchstgeschwindigkeit und die Angaben zur Messung.

Gegen einen Bußgeldbescheid kann grundsätzlich innerhalb von zwei Wochen nach Zustellung Einspruch eingelegt werden. Die Frist ist wichtig, weil ein verspäteter Einspruch grundsätzlich nicht mehr möglich ist. (ADAC)

Bei Zweifeln an einer Geschwindigkeits- oder Abstandsmessung kann eine rechtliche Prüfung sinnvoll sein. Insbesondere wenn Punkte, ein längeres Fahrverbot oder der Entzug der Fahrerlaubnis im Raum stehen, sollte der konkrete Bescheid fachlich geprüft werden.

Fazit: Bußgeldkatalog 2026 für Geschwindigkeit und Abstand

Der Bußgeldkatalog 2026 macht deutlich, dass bereits relativ moderate Verkehrsverstöße teuer werden können. Ab 21 km/h zu schnell droht ein Punkt, während hohe Geschwindigkeitsüberschreitungen schnell zu mehreren Punkten und einem Fahrverbot führen.

Auch beim Sicherheitsabstand können die Konsequenzen erheblich sein. Je höher die Geschwindigkeit und je kleiner der tatsächlich eingehaltene Abstand, desto höher fallen Bußgeld, Punktzahl und gegebenenfalls Fahrverbot aus.

Für Autofahrer sind deshalb vor allem zwei Grundregeln wichtig: Geschwindigkeit an die zulässigen Höchstwerte anpassen und ausreichend Abstand halten. Wer einen Bußgeldbescheid erhält, sollte außerdem die darin genannten Fristen beachten und die konkrete Messung bei begründeten Zweifeln überprüfen.

Quellen