Wer 2026 mit einem Elektroauto unterwegs ist, hat bei öffentlichen Ladesäulen eine große Auswahl an Ladekarten und Apps. Gleichzeitig unterscheiden sich die Preise teilweise erheblich. Neben dem eigentlichen Strompreis pro Kilowattstunde spielen monatliche Grundgebühren, Roamingpreise und Blockiergebühren eine wichtige Rolle.
Ein Ladekarten Vergleich 2026 zeigt deshalb: Die vermeintlich günstigste Karte ist nicht automatisch für jeden Elektroautofahrer die beste Wahl. Entscheidend ist, wo, wie häufig und mit welcher Ladeleistung geladen wird.
Hinweis: Bei diesem Artikel handelt es sich nicht um eine Steuer- oder Rechtsberatung. Der Artikel wurde mit großer Sorgfalt recherchiert. Dennoch sind alle Angaben, insbesondere zu Kosten oder Preisen ohne Gewähr und können sich jederzeit ändern. Der Artikel wurde am 11.09.2026 veröffentlicht und zuletzt am 11.09.2026 editiert.
Ladekarten Vergleich 2026 im Überblick
Die folgende Tabelle zeigt einige verbreitete Ladetarife und ihre aktuellen Konditionen. Preise können sich ändern und sind insbesondere bei Roaming-Ladepunkten vom jeweiligen Standort abhängig.
| Anbieter/Tarif | Grundgebühr | Preis pro kWh | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| EWE Go | 0 € | 0,52 € eigene Ladepunkte | Partner 0,62 €/kWh |
| EnBW mobility+ S | 0 € | 0,59 € an EnBW | Fremdanbieter variabel |
| EnBW mobility+ M | 5,99 €/Monat | 0,49 € an EnBW | Fremdanbieter variabel |
| EnBW mobility+ L | 17,99 €/Monat | 0,39 € an EnBW | vor allem für Vielnutzer |
| ADAC e-Charge | 0 € für ADAC-Mitglieder | 0,55 € bei Aral pulse | Roaming 0,75 €/kWh |
| Ionity | je nach Tarif | ab etwa 0,41–0,53 € | besonders für Langstrecken interessant |
| Elli | tarifabhängig | tarifabhängig | Fokus auf europaweites Laden |
Die Konditionen sollten vor dem Ladevorgang nochmals in der jeweiligen App kontrolliert werden. Gerade bei Roaming können die Preise von Säule zu Säule unterschiedlich sein. (ADAC)
EWE Go: Einfacher Tarif ohne monatliche Grundgebühr
EWE Go gehört 2026 zu den interessantesten Optionen für Fahrer, die einen unkomplizierten Tarif ohne monatliche Grundgebühr suchen. An EWE-Go-Ladestationen kostet die Kilowattstunde derzeit 52 Cent. An Partner-Ladestationen werden 62 Cent pro kWh berechnet.
Ein Vorteil besteht darin, dass EWE Go für eigene Ladepunkte keinen Unterschied zwischen AC- und DC-Laden macht. Eine kostenlose Ladekarte ist ebenfalls erhältlich. (EWE Go)
An Partner-Ladestationen fällt allerdings nach vier Stunden eine Blockiergebühr von 10 Cent pro Minute an, maximal 24 Euro je Ladevorgang. An EWE-Go-Ladestationen gibt es diese Blockiergebühr nicht. (EWE Go)
EnBW mobility+: Drei Tarifstufen für unterschiedliche Fahrprofile
EnBW bietet mit mobility+ mehrere Tarifstufen. Besonders interessant ist die Kombination aus hoher Netzabdeckung und unterschiedlichen monatlichen Grundgebühren.
Beim Tarif S fällt keine Grundgebühr an. An EnBW-Ladepunkten liegt der Preis bei 59 Cent/kWh. Der Tarif M kostet 5,99 Euro monatlich und reduziert den Preis an EnBW-Ladepunkten auf 49 Cent/kWh. Beim Tarif L beträgt die Grundgebühr 17,99 Euro pro Monat, während an EnBW-Ladepunkten 39 Cent/kWh berechnet werden. (EnBW)
Bei anderen Betreibern gelten variable Preise. Laut EnBW können diese je nach Ladepunkt beispielsweise zwischen 56 und maximal 89 Cent/kWh liegen. Deshalb sollte vor dem Start immer der konkrete Preis in der App kontrolliert werden. (EnBW)
Wann lohnt sich ein EnBW-Tarif mit Grundgebühr?
Eine einfache Beispielrechnung zeigt den Unterschied. Zwischen dem Tarif S mit 59 Cent/kWh und dem Tarif M mit 49 Cent/kWh liegen 10 Cent pro kWh.
Bei 60 kWh monatlichem Verbrauch ergibt das eine Ersparnis von 6 Euro. Die monatliche Grundgebühr von 5,99 Euro wäre damit praktisch ausgeglichen. Wer regelmäßig mehr als etwa 60 kWh pro Monat an EnBW-Ladepunkten lädt, kann vom M-Tarif profitieren.
Der L-Tarif richtet sich dagegen eher an Nutzer mit hohem Ladevolumen, denn die Grundgebühr ist deutlich höher.
ADAC e-Charge: Interessant für ADAC-Mitglieder
Der ADAC e-Charge Tarif wird über die Aral-pulse-Infrastruktur angeboten. Für ADAC-Mitglieder fällt keine monatliche Grundgebühr an. An Aral-pulse-Ladepunkten kostet die Kilowattstunde aktuell 55 Cent, während bei anderen Betreibern im Roaming 75 Cent/kWh berechnet werden. (ADAC)
Ein weiterer Vorteil: An Aral-pulse- und bp-pulse-Ladepunkten wird keine Blockiergebühr berechnet. Bei Fremdanbietern beträgt sie dagegen 15 Cent pro Minute. Bei AC-Ladepunkten beginnt die Gebühr nach 120 Minuten, bei DC-Ladepunkten bereits nach 45 Minuten. (ADAC)
Für ADAC-Mitglieder, die regelmäßig Aral pulse nutzen, kann der Tarif deshalb attraktiv sein.
Was sind Blockiergebühren?
Die Blockiergebühr soll verhindern, dass ein Fahrzeug eine Ladesäule unnötig lange belegt, obwohl der eigentliche Ladevorgang bereits beendet ist.
Typischerweise beginnt die Gebühr erst nach einer bestimmten Zeit. Je nach Anbieter können beispielsweise 10 oder 15 Cent pro Minute berechnet werden. Zusätzlich gibt es häufig einen maximalen Betrag pro Ladevorgang.
Ein wichtiger Punkt beim Ladekarten Vergleich 2026 ist daher nicht nur der kWh-Preis. Ein Tarif mit 49 Cent/kWh kann bei langen Standzeiten teurer werden als ein Tarif mit 55 Cent/kWh ohne Blockiergebühr.
Die Preisbestandteile müssen transparent angegeben werden. Der ADAC weist darauf hin, dass zusätzliche Blockier- oder Parkgebühren separat zur verbrauchsabhängigen Abrechnung ausgewiesen werden müssen. (ADAC)
Wie viel kostet öffentliches Laden 2026?
Die Preise für öffentliches Laden liegen 2026 in Deutschland weit auseinander. Nach dem aktuellen ADAC-Marktüberblick sind Preise von unter 50 Cent/kWh im öffentlichen Laden eher die Ausnahme. Gleichzeitig können insbesondere Schnellladepreise bei bestimmten Anbietern deutlich höher liegen. (ADAC)
Ein Beispiel verdeutlicht die Auswirkungen:
| Verbrauch | 0,39 €/kWh | 0,52 €/kWh | 0,59 €/kWh | 0,75 €/kWh |
|---|---|---|---|---|
| 20 kWh | 7,80 € | 10,40 € | 11,80 € | 15,00 € |
| 40 kWh | 15,60 € | 20,80 € | 23,60 € | 30,00 € |
| 60 kWh | 23,40 € | 31,20 € | 35,40 € | 45,00 € |
| 80 kWh | 31,20 € | 41,60 € | 47,20 € | 60,00 € |
Bereits bei 60 kWh können zwischen 39 und 75 Cent pro kWh mehr als 20 Euro Unterschied entstehen.
Ladekarte oder Ad-hoc-Laden?
Wer nur gelegentlich öffentlich lädt, könnte zunächst auf eine Ladekarte verzichten. 2026 ist das allerdings nicht unbedingt die günstigste Strategie.
Der ADAC stellte in einer Untersuchung erhebliche Preisunterschiede zwischen Ad-hoc-Laden und vertragsbasiertem Laden fest. In einem Beispiel kostete das Laden bei EWE Go per Ad-hoc-Zahlung 84 Cent/kWh, während der reguläre Tarif 52 Cent/kWh kostete. Bei EnBW wurden in der Untersuchung 87 Cent/kWh beim Ad-hoc-Laden gegenüber 59 Cent/kWh im Tarif ohne Grundgebühr festgestellt. (ADAC)
Eine Ladekarte ohne monatliche Grundgebühr kann daher selbst für Wenigfahrer sinnvoll sein.
Welche Ladekarte ist für wen geeignet?
Für Wenigfahrer:
Ein Tarif ohne monatliche Grundgebühr ist meist die sinnvollste Wahl. EWE Go oder ein vergleichbarer Basistarif können interessant sein.
Für regelmäßige Langstreckenfahrer:
Hier lohnt sich ein genauer Blick auf Schnellladenetze wie Ionity oder Tarife mit günstigen DC-Preisen. Bei hoher monatlicher Ladeleistung kann sich eine Grundgebühr schnell amortisieren.
Für ADAC-Mitglieder:
ADAC e-Charge ist aufgrund der fehlenden Grundgebühr und der 55 Cent/kWh bei Aral pulse interessant. Wer überwiegend andere Betreiber nutzt, sollte jedoch den Roamingpreis berücksichtigen. (ADAC)
Für Vielfahrer:
Ein Tarif mit höherer monatlicher Grundgebühr und niedrigerem kWh-Preis kann sich lohnen. EnBW mobility+ L ist beispielsweise auf Nutzer zugeschnitten, die regelmäßig größere Energiemengen an EnBW-Ladepunkten beziehen.
Für Fahrer mit vielen unterschiedlichen Strecken:
Eine Kombination aus zwei oder drei Ladekarten kann sinnvoller sein als eine einzige Karte. Dadurch lässt sich an verschiedenen Ladeparks der jeweils günstigere Tarif nutzen.
Warum mehrere Ladekarten 2026 sinnvoll sein können
Das öffentliche Ladenetz besteht aus vielen verschiedenen Betreibern. Eine einzelne Ladekarte bietet zwar häufig Zugang zu zahlreichen Roamingpartnern, aber nicht zwangsläufig überall den günstigsten Preis.
Der ADAC weist ebenfalls darauf hin, dass unterschiedliche Anbieter und Tarifmodelle erhebliche Preisunterschiede verursachen können. Besonders auf längeren Fahrten kann es deshalb sinnvoll sein, mehrere Optionen bereitzuhalten. (ADAC)
Eine praktische Kombination könnte beispielsweise aus folgenden Komponenten bestehen:
- Eine günstige Basiskarte ohne Grundgebühr
- Eine Karte für das bevorzugte Schnellladenetz
- Eine zusätzliche App als Reserve für einzelne Ladepunkte
So lässt sich das Risiko reduzieren, an einer schlecht angebundenen oder besonders teuren Roaming-Säule laden zu müssen.
Worauf sollte man beim Ladekarten Vergleich 2026 achten?
Der reine kWh-Preis reicht für einen Tarifvergleich nicht aus. Wichtig sind insbesondere:
- monatliche Grundgebühr
- Preis pro kWh bei AC-Laden
- Preis pro kWh bei DC/HPC-Laden
- Preise im Roaming
- Blockiergebühren
- Zeitpunkt, ab dem Blockiergebühren beginnen
- maximale Blockiergebühr
- Kosten für die Ladekarte
- Netzabdeckung
- Anzahl der Roaming-Ladepunkte
- Mindestvertragslaufzeit
- monatliche Kündigungsmöglichkeit
- verfügbare Lade- und Bezahlfunktionen
- Plug & Charge-Unterstützung
Gerade die Kombination aus Grundgebühr und kWh-Preis entscheidet darüber, welcher Tarif tatsächlich günstig ist.
Fazit: Die beste Ladekarte 2026 hängt vom Ladeprofil ab
Einen allgemein besten Ladetarif gibt es 2026 nicht. Wenigfahrer profitieren meist von Tarifen ohne Grundgebühr, während sich für Vielfahrer ein monatlich kostenpflichtiges Modell mit reduziertem kWh-Preis rechnen kann.
EWE Go ist aufgrund seiner einfachen Struktur interessant, EnBW bietet mit S, M und L mehrere Varianten für unterschiedliche Ladevolumen. ADAC e-Charge kann insbesondere für ADAC-Mitglieder attraktiv sein, wenn häufig Aral-pulse-Ladepunkte genutzt werden.
Wer regelmäßig lange Strecken fährt, sollte außerdem nicht nur eine Ladekarte besitzen. Zwei oder drei gut ausgewählte Tarife können helfen, hohe Roamingpreise und unnötige Blockiergebühren zu vermeiden.
Vor jedem Ladevorgang empfiehlt es sich, den konkreten Preis in der App oder an der Ladesäule zu prüfen, da sich insbesondere Roamingpreise und variable Tarife ändern können. Der ADAC weist ebenfalls darauf hin, dass sich die Preise und Tarifbedingungen am Markt häufig verändern. (ADAC)