Die Frage, ob ein Elektroauto oder ein Verbrenner 2026 günstiger ist, lässt sich nicht mehr pauschal mit dem Kaufpreis beantworten. Entscheidend sind die gesamten Kosten über die Nutzungsdauer: Energie, Wartung, Versicherung, Kfz-Steuer, Wertverlust und Anschaffungspreis.
Aktuelle Berechnungen des ADAC zeigen, dass Elektroautos bei vergleichbaren Fahrzeugen durchaus günstiger sein können. Allerdings hängt das Ergebnis stark vom Strompreis, der jährlichen Fahrleistung und dem konkreten Modell ab.
Hinweis: Bei diesem Artikel handelt es sich nicht um eine Steuer- oder Rechtsberatung. Der Artikel wurde mit großer Sorgfalt recherchiert. Dennoch sind alle Angaben, insbesondere zu Kosten oder Preisen ohne Gewähr und können sich jederzeit ändern. Der Artikel wurde am 11.09.2026 veröffentlicht und zuletzt am 11.09.2026 editiert.
E-Auto vs. Verbrenner: Die wichtigsten Kosten im Überblick
| Kostenfaktor | E-Auto 2026 | Benziner/Diesel 2026 |
|---|---|---|
| Anschaffung | teilweise noch höher | häufig günstiger |
| Energiekosten | meist niedriger bei günstigem Ladestrom | meist höher |
| Wartung | meist günstiger | meist teurer |
| Kfz-Steuer | für viele E-Autos 0 Euro | abhängig von Hubraum und CO₂ |
| Versicherung | modellabhängig | modellabhängig |
| Verschleiß | weniger Antriebsteile | mehr Verschleißteile |
| Wertverlust | stark modellabhängig | stark modellabhängig |
| Gesamtkosten | häufig konkurrenzfähig | je nach Modell weiterhin attraktiv |
Damit zeigt sich bereits: Ein E-Auto muss nicht beim Kauf am günstigsten sein, um über mehrere Jahre die bessere Kostenbilanz zu erreichen.
Energiekosten: Strom gegen Benzin und Diesel
Ein besonders wichtiger Vorteil des Elektroautos liegt bei den Energiekosten. Wer überwiegend zu Hause zu einem günstigen Stromtarif lädt, kann deutlich günstiger unterwegs sein als mit einem Benziner oder Diesel.
Der ADAC hat seinen Kostenvergleich 2026 mit verschiedenen Strompreisen durchgeführt: 18, 35, 45 und 60 Cent pro Kilowattstunde. Das Ergebnis zeigt, wie entscheidend der Ladepreis ist. Bei 18 Cent pro kWh sind Elektroautos in vielen Modellvergleichen besonders günstig. Bei 60 Cent pro kWh verschwindet dieser Vorteil dagegen häufig.
Ein vereinfachtes Rechenbeispiel:
| Fahrzeug | Verbrauch | angenommener Energiepreis | Kosten pro 100 km |
|---|---|---|---|
| E-Auto | 18 kWh | 0,35 €/kWh | 6,30 € |
| Benziner | 6,5 l | 1,92 €/l | 12,48 € |
| Diesel | 5,5 l | 1,92 €/l | 10,56 € |
Bei diesen Annahmen liegt das Elektroauto bei den reinen Energiekosten deutlich vorne. Allerdings handelt es sich um ein vereinfachtes Beispiel. Tatsächlicher Verbrauch, Ladeverluste, Fahrweise und aktuelle Energiepreise können das Ergebnis verändern.
Wartung und Inspektion: Vorteil für das E-Auto
Auch bei Wartung und Inspektion spricht einiges für den Elektroantrieb. Ein Elektroauto besitzt keinen klassischen Verbrennungsmotor und benötigt beispielsweise keinen Öl- oder Ölfilterwechsel. Auch Zündkerzen, bestimmte Abgaskomponenten und zahlreiche weitere Bauteile des Verbrennungsmotors entfallen.
Eine ADAC-Stichprobe aus dem Jahr 2026 bestätigt den Kostenvorteil. Bei vergleichbaren Fahrzeugen waren die Inspektionskosten für Elektroautos im Durchschnitt deutlich niedriger. Bei BMW beispielsweise lag der Kostenvorteil des E-Autos bei durchschnittlich 58 Prozent, bei Mercedes bei 45 Prozent und bei Volkswagen bei 44 Prozent.
Allerdings sollte man auch beim Elektroauto mit regelmäßigen Kosten für Bremsen, Reifen, Fahrwerk, Klimaanlage und andere Komponenten rechnen.
Kfz-Steuer: E-Autos haben 2026 einen Vorteil
Bei der Kfz-Steuer profitieren viele reine Elektroautos weiterhin von einer Steuerbefreiung. Nach der derzeitigen Regelung gilt diese für entsprechend begünstigte Fahrzeuge mit Erstzulassung bis zum 31. Dezember 2030; sie endet spätestens am 31. Dezember 2035. Plug-in-Hybride sind von dieser speziellen Befreiung nicht erfasst.
Bei Benzinern und Dieselfahrzeugen richtet sich die Kfz-Steuer dagegen unter anderem nach Hubraum und CO₂-Ausstoß.
Für die laufenden Kosten kann das Elektroauto dadurch einen zusätzlichen Vorteil gegenüber einem vergleichbaren Verbrenner haben.
Anschaffungskosten: Verbrenner häufig noch im Vorteil
Beim Kaufpreis ist das Bild weniger eindeutig. Elektroautos sind in den vergangenen Jahren günstiger geworden und die Modellvielfalt wächst. Trotzdem können vergleichbare Elektroversionen je nach Fahrzeugklasse noch teurer sein.
Der ADAC weist deshalb darauf hin, dass nicht nur der Listenpreis betrachtet werden sollte. Entscheidend ist die Vollkostenrechnung einschließlich Wertverlust, Energie, Versicherung, Steuer und Wartung.
Außerdem können Rabatte die tatsächliche Preisdifferenz zwischen E-Auto und Verbrenner deutlich verändern. Der Listenpreis allein ist deshalb kein zuverlässiger Indikator für die spätere Wirtschaftlichkeit.
Wertverlust: Ein entscheidender Kostenfaktor
Der Wertverlust gehört bei beiden Antriebsarten zu den größten Kostenpositionen. Ein günstiger Energieverbrauch kann wenig bringen, wenn ein Fahrzeug überdurchschnittlich stark an Wert verliert.
Der ADAC berücksichtigt deshalb bei seiner Vollkostenrechnung neben Anschaffung und Betrieb auch den Wertverlust. In seinen Modellvergleichen zeigt sich, dass mal das Elektroauto und mal der Verbrenner günstiger abschneidet. Ein pauschaler Sieger lässt sich daher nicht für alle Fahrzeugklassen bestimmen.
Wer ein E-Auto kaufen möchte, sollte daher nicht nur auf Verbrauch und Strompreis achten, sondern auch Wiederverkaufswert und voraussichtliche Haltedauer berücksichtigen.
Beispielrechnung für 15.000 Kilometer pro Jahr
Bei einer jährlichen Fahrleistung von 15.000 Kilometern können bereits relativ kleine Unterschiede bei den Kilometerkosten eine deutliche Wirkung haben.
Angenommen, ein E-Auto verursacht für Energie durchschnittlich 6,30 Euro je 100 Kilometer:
15.000 km × 6,30 € / 100 = 945 Euro pro Jahr
Ein Benziner mit 12,48 Euro je 100 Kilometer würde dagegen:
15.000 km × 12,48 € / 100 = 1.872 Euro pro Jahr
Die Differenz beträgt in diesem vereinfachten Beispiel 927 Euro pro Jahr allein bei den Energiekosten.
Über fünf Jahre wären das theoretisch rund 4.635 Euro. Hinzu können geringere Wartungskosten und die Steuerersparnis beim Elektroauto kommen.
Wann ist der Verbrenner 2026 günstiger?
Ein Verbrenner kann weiterhin die wirtschaftlichere Wahl sein, wenn mehrere Faktoren zusammenkommen:
- der Kaufpreis liegt deutlich unter dem eines vergleichbaren E-Autos,
- die jährliche Fahrleistung ist niedrig,
- es steht keine günstige Lademöglichkeit zu Hause zur Verfügung,
- häufig öffentlich und teuer geladen werden muss,
- das konkrete E-Auto einen hohen Wertverlust aufweist,
- oder ein sparsamer Gebrauchtwagen besonders günstig erhältlich ist.
Gerade bei einer geringen Jahresfahrleistung kann der höhere Anschaffungspreis eines E-Autos schwerer durch niedrigere Betriebskosten ausgeglichen werden.
Wann lohnt sich das E-Auto besonders?
Finanziell interessant wird ein Elektroauto vor allem bei einer höheren Jahresfahrleistung und günstigen Lademöglichkeiten. Wer beispielsweise überwiegend zu Hause oder am Arbeitsplatz lädt, kann den Energiepreis besser kontrollieren.
Auch die geringeren Wartungskosten können über mehrere Jahre einen relevanten Unterschied machen. Besonders interessant ist die Kombination aus niedrigem Strompreis, hoher Fahrleistung und einem E-Auto mit konkurrenzfähigem Anschaffungspreis.
Der ADAC kommt 2026 ebenfalls zu dem Ergebnis, dass Elektroautos bei günstigen Strompreisen in vielen Modellvergleichen bereits bei den Gesamtkosten vorne liegen können.
Öffentliches Laden kann den Kostenvorteil reduzieren
Wer keine eigene Wallbox besitzt, sollte die Ladekosten besonders genau kalkulieren. Öffentliches Laden kann je nach Anbieter, Tarif und Ladeart deutlich teurer sein als das Laden zu Hause.
Der ADAC rechnet in seinem Vergleich deshalb bewusst mit unterschiedlichen Strompreisen. Bei 45 Cent pro kWh kann sich die Kostenposition bereits deutlich verändern. Bei 60 Cent pro kWh ist der Kostenvorteil eines Elektroautos gegenüber einem vergleichbaren Verbrenner in vielen Fällen nicht mehr vorhanden.
Für die persönliche Kalkulation sollte deshalb nicht einfach ein durchschnittlicher Haushaltsstrompreis eingesetzt werden. Entscheidend ist, wo und zu welchem Tarif tatsächlich geladen wird.
E-Auto oder Verbrenner: Kostenfazit 2026
Was ist 2026 im Unterhalt günstiger? In vielen Fällen hat das Elektroauto beim laufenden Unterhalt Vorteile. Strom kann günstiger als Benzin oder Diesel sein, die Wartung fällt häufig niedriger aus und bei reinen Elektroautos kommt die Kfz-Steuerbefreiung hinzu.
Der Verbrenner kann allerdings bei Anschaffung, Wertverlust oder ungünstigen Ladebedingungen wirtschaftlich besser abschneiden. Deshalb sollte die Entscheidung nicht allein anhand der Energiekosten getroffen werden.
Als Faustregel gilt:
Wer viel fährt, günstig zu Hause oder beim Arbeitgeber laden kann und ein preislich konkurrenzfähiges E-Auto findet, hat 2026 gute Chancen auf niedrigere Gesamtkosten.
Bei geringer Fahrleistung, hohen öffentlichen Ladekosten oder einem deutlich höheren Kaufpreis kann dagegen ein effizienter Benziner oder Diesel weiterhin die günstigere Lösung sein.